Dürre sorgt für hohen VerbrauchKöln ist einzigartig – und deshalb sicher vor Wasserknappheit

Bei bis zu 37 Grad wird enorme Trockenheit befürchtet. Der Rhein verliert Wasser und die Parks werden gelblicher.

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Fehlender Regen hat in Köln vielerorts für vertrocknete Parks gesorgt. 

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Die Dürre lässt den Wasserverbrauch in Köln explodieren. Drohen jetzt Verbote? Der Versorger gibt Entwarnung.

Die Dürre hat Köln fest im Griff. Die Pegel sinken, der Verbrauch explodiert. Müssen die Kölnerinnen und Kölner jetzt den Hahn zudrehen?

Wochenlang fiel in Köln kaum ein Tropfen vom Himmel. Gleichzeitig sorgte extreme Hitze für ausgedörrte Landschaften. Überall das gleiche Bild: vertrocknete Wiesen, staubige Parkwege und Gärten, die dringend Wasser benötigen, um zu überleben. Eine Abkühlung finden viele nur noch im privaten Pool oder Planschbecken.

Der Durst der Stadt ist riesig: Seit die Hitzewelle da ist, schießt der Wasserbedarf nach oben. Die Rheinenergie meldet für Juni einen täglichen Durchschnittsverbrauch von 330.000 Kubikmetern. Normalerweise liegt der Wert bei 250.000 Kubikmetern. Die absolute Spitze wurde übrigens 2020 erreicht, als an einem einzigen Tag 341.000 Kubikmeter verbraucht wurden.

Diese Entwicklung sorgt für Unsicherheit: Stehen auch in Köln bald Einschränkungen beim Wasserverbrauch an, wie man sie schon aus anderen Regionen Deutschlands kennt? In München zum Beispiel ist das Befüllen von Pools tabu und die Gartenbewässerung stark limitiert, um kostbares Trinkwasser zu schonen.

Entwarnung von der Rheinenergie: Kölns Wasserversorgung ist sicher

Christoph Preuß, Sprecher der Rheinenergie, gibt Entwarnung: Der ausbleibende Regen stellt keinerlei Gefahr für die Trinkwasserversorgung dar. Man müsse auch nicht mit Verboten für das Bewässern von Gärten oder das Füllen von Pools rechnen. Preuß fügt hinzu, dass ein erheblicher Teil des Gießwassers ohnehin im Erdreich versickert und damit zurück in den natürlichen Wasserkreislauf gelangt.

Eine Regelung existiert jedoch bereits: Seit Wochen ist es durch eine Allgemeinverfügung untersagt, Wasser aus den Bächen im Kölner Stadtgebiet zu entnehmen. Diese Maßnahme betrifft etwa 800 Eigentümer von Grundstücken. Laut Rheinenergie hat dies aber keine Verbindung zum Grundwasserspiegel.

Der Rhein führt wenig Wasser.

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Der Rhein führt wenig Wasser.

Der Versorger beruhigt die Gemüter: Die Grundwasserstände werden in der Domstadt seit 115 Jahren erfasst, und die Lage war niemals kritisch. Der Grund dafür ist die einzigartige geografische Position Kölns in der Kölner Bucht, wo der Rhein den tiefsten Punkt bildet. Der Strom beeinflusst nicht nur das Oberflächenwasser, sondern wirkt auch wie ein Magnet auf das Grundwasser. Die Versorgungssicherheit wäre selbst nach mehreren aufeinanderfolgenden Trockenjahren nicht bedroht. Dafür sorgt ein rund 30 Meter mächtiger Grundwasserkörper, der seit über einem Jahrhundert stabil ist.

Laut Preuß konnten die Spitzen im Wasserverbrauch selbst während Dürrephasen stets bewältigt werden. Diese treten typischerweise am frühen Abend auf, wenn die Industrie auf Hochtouren produziert und zugleich der Bedarf in den privaten Haushalten stark zunimmt.

Garten-Tipps vom Profi: Wann ist die beste Zeit zum Gießen?

Obwohl in Köln keine Wasserknappheit droht, ist Verschwendung tabu. Ralf Urfey, Betriebsleiter der Alexianer Klostergärtnerei in Köln-Porz, hat entscheidende Ratschläge für alle Hobbygärtner. Die wichtigste Regel kennt jeder: „Nicht bei Sonne gießen“, betont Urfey. Ansonsten verdampft ein Großteil der Flüssigkeit sofort. In professionellen Betrieben wie seiner Gärtnerei sei das aber kaum zu vermeiden, dort werde ganztägig gegossen.

Wer seinen Garten wässert, sollte das entweder am späten Abend oder in den frühen Morgenstunden tun. Selbst unter Experten gehen die Meinungen hier auseinander. Urfey persönlich favorisiert die Abendstunden, auch wenn es dann noch relativ warm sein kann. Der Grund: Über Nacht können sich die Pflanzen regenerieren und die Feuchtigkeit optimal aufnehmen, bevor der Stress durch die Hitze des nächsten Tages beginnt.

Braunen Rasen sprengen? Das rät der Experte

Vom Sprengen des Rasens rät Alexianer-Betriebsleiter Urfey momentan ab. Sinnvoller sei es, stattdessen Schalen mit Wasser für Vögel sowie Insekten aufzustellen. „Selbst wenn Rasen total braun ist, kommt er wieder“, versichert der Fachmann. Sobald die Temperaturen fallen und wieder genug Nässe da ist, ergrünt die Fläche innerhalb von 10 bis 14 Tagen von selbst.

Die andauernde Trockenheit der letzten Wochen und die Hitze der letzten Tage zeigen sich in den Kölner Grünflächen. In Poll wird ein Fußballplatz gewässert.

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Die andauernde Trockenheit der letzten Wochen und die Hitze der letzten Tage zeigen sich in den Kölner Grünflächen. In Poll wird ein Fußballplatz gewässert.

Eine Rasenfläche setzt sich grundsätzlich immer aus verschiedenen Gräser-Arten zusammen, abhängig von der Saatmischung. Diese Sorten reagieren ganz verschieden auf Dürre und Hitze, manche nehmen schneller Schaden als andere. Das erklärt auch, warum der Rasen oft fleckig wirkt und an manchen Stellen grüner bleibt.

Clever gärtnern: So sparen Sie Wasser

Wer seine Pflanzen besonders ressourcenschonend versorgen möchte, für den könnte eine Tröpfchenbewässerung die Lösung sein. Bei diesem System werden Schläuche direkt in die Erde gelegt. Dadurch geht kaum Wasser durch Verdunstung verloren und es entsteht eine unterirdische Feuchtigkeitsblase. Die Bodenfeuchte lässt sich dabei exakt mit einem Tensiometer kontrollieren. Eine solche Anlage ist aber nur für bereits etablierte Pflanzen mit einem ausgebildeten Wurzelwerk sinnvoll.

Es lohnt sich auch, bei der Pflanzenauswahl die kommenden, heißeren Sommer im Blick zu haben. Mediterrane Gewächse wie Thymian, Rosmarin oder Lavendel sind sehr genügsam, was Wasser angeht, ebenso Olivenbäume. Für den Balkon eignen sich Sukkulenten wie Geranien, Eisbegonien oder Weihrauch. Diesen Tipp gibt Urfey auch für die Bepflanzung von Gräbern, wenn man nicht regelmäßig zum Friedhof kommt, um zu wässern.

In der Alexianer Klostergärtnerei setzt man zudem erfolgreich auf heimische Wildstauden. Gänseblümchen, Ferkelkraut, Schafgarbe oder auch die Grasnelke haben sich bewährt. Im Gegensatz zu vielen überzüchteten Pflanzen kommen diese mit der Dürre deutlich besser zurecht. (red)

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