Verdi kündigt erneut Streik im kommunalen Nahverkehr an. Neben Köln sind auch Bonn und Leverkusen betroffen.
Verdi macht DruckWieder Streikaufruf – auch KVB betroffen

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Auch die Beschäftigten der KVB (Archivfoto) sind zum Streik aufgerufen.
Aktualisiert
Die nächste Streikwelle im Nahverkehr rollt an! Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der KVB, SWB und der Wupsi für Freitag (27.) und Samstag (28. Februar) ganztägig zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.
Hintergrund ist die laufende Tarifrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW. In der ersten Verhandlungsrunde legten die Arbeitgeber kein Angebot vor. Vor der nächsten Verhandlungsrunde, die am 2. und 3. März stattfinden wird, erhöht Verdi deshalb den Druck. Der Streikaufruf gilt bundesweit.
Wieder Mega-Streik: Auch die Linien 16 und 18 betroffen
Die KVB machen klar, dass somit ab Freitag, 3 Uhr, keine Stadtbahn-Fahrten stattfinden und nur die durch Subunternehmen durchgeführten Busfahrten erfolgen können. Diese Fahrten werden den Fahrgästen so bald wie mögliche in der elektronischen Fahrplanauskunft angezeigt und zudem als Fahrplan-Tabelle auf der KVB-Website veröffentlicht.
Der Betrieb der KVB werde erst zum Beginn des Betriebstages am Sonntag, 1. März, wiederaufgenommen, heißt es am Dienstag (24. Februar).
Auch auf den Linie 16 und 18, die gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn (SWB) betrieben werden, findet kein Verkehr statt. Die Kundencenter und die Verkaufsstelle der KVB bleiben geschlossen. Erst am 2. Februar hatte ein Mega-Streik den öffentlichen Nahverkehr zum Erliegen gebracht.
Die KVB weist weiter darauf hin, dass der Verkehr der Deutschen Bahn, der Mittelrheinbahn und anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht durch den Streik der Gewerkschaften betroffen sind. Kunden der KVB können somit auch auf S-Bahnen, Regionalbahnen (RB) und Regionalexpressbahnen (RE) ausweichen. Innerhalb der räumlichen Geltungsbereiche im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) gelten die Tickets der KVB-Kunden auch in diesen Verkehrsmitteln.
Als Alternative steht auch das KVB-Rad zur Verfügung. Die KVB weist zudem darauf hin, dass bei einem Streik die Mobilitätsgarantie des Unternehmens nicht gilt.
Hau raus!
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Im Mittelpunkt des Warnstreiks stehen Entlastungen für die Beschäftigten: Verdi fordert insbesondere die Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich von 39 auf 37 Stunden, verlässliche Ruhezeiten zwischen den Schichten sowie höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit.
„Die Beschäftigten im Nahverkehr leiden seit Jahren an zu hoher Belastung. Hohe Krankenstände sprechen da eine klare Sprache. Ohne eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen verschärft sich das weiter – mit direkten Folgen für Fahrgäste und das Angebot“, erklärt Frank Michael Munkler von ver.di Köln-Bonn-Leverkusen. „Eine deutliche Entlastung der Kolleginnen und Kollegen muss her. Deshalb machen wir mit dem Streik deutlich, dass sich endlich etwas bewegen muss. Der Ball liegt in der Hälfte der Arbeitgeber. Sie müssen endlich ein verhandlungsfähiges Angebot für die kommende Verhandlungsrunde auf den Tisch bringen.“ (iri)

