Jetzt steht fest: Ab dem 1. Juli kommt das Zwölf-Euro-Ticket für den Kölner Dom. Bei EXPRESS.de machen sich viele Leserinnen und Leser Luft, erklären, was sie davon halten.
Kölner DomWut wegen Ticketpreisen – „Respekt für so eine Dreistigkeit“
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Der Dom kostet jetzt zwölf Euro Eintritt: Kaum war die Nachricht raus, hagelte es auch schon Kommentare. Vor allem, dass auch Kölnerinnen und Kölner für einen Besuch in „ihrer“ Kathedrale zahlen müssen, macht viele wütend.
„Zwölf Euro Eintritt – für etwas, was die Kölner Bevölkerung seit Jahrhunderten finanziert hat... Respekt für so eine Dreistigkeit der katholischen Kirche. Hoffe, dass keiner mehr in den Dom reingeht und noch mehr Menschen aus der Kirche austreten!“, macht sich ein EXPRESS.de-Leser direkt Luft.
Eintrittsgeld für Kölner Dom: Nur wenige haben Verständnis
„Köln, eine der reichsten Diözesen Deutschlands, nimmt es wieder aus dem Vollen. Zwölf Euro Eintritt für den Kölner Dom – eine Frechheit sondergleichen. Nicht nur Kirchensteuer abkassieren, jetzt noch einen unverschämt hohen Eintrittspreis für den Dom verlangen“, schreibt ein anderer. Als eine „absolute Frechheit“ empfindet es ein weiterer Leser: „Es ist ein Gotteshaus und sollte auch dementsprechend für jedermann geöffnet sein.“
EXPRESS.de-Leserreporter Thomas H. meint: „Eintritt ja, aber zwölf Euro sind viel zu teuer und dreist. Gott wird erzürnt sein, dass in seinem Namen große Kasse gemacht werden soll. Fünf bis sechs Euro wären noch okay.“ Alexander R. kritisiert ebenfalls die Höhe des Eintrittsgelds. „Zehn Euro für Dom/Schatzkammer/Turmbesteigung wären genug gewesen“, erklärt er.
Auch auf der EXPRESS-Facebookseite hagelt es Kritik am Dom-Ticket, das ab dem 1. Juli für touristische Besucherinnen und Besucher fällig wird. „Reine Abzocke. Die Kirche ist eine der reichsten, ich sag' mal, Firmen der Welt“, schimpft Thomas T. Und Michael M. wünscht sich: „Hoffentlich geht keiner mehr in den Dom. Für was bezahlt man Kirchensteuer?“ Ralph V. kommentiert: „Das Bodenpersonal hat jegliche Bodenhaftung verloren.“
Petra M. hofft, dass für das Geld wenigstens die Wildpinkler, Obdachlosen und aggressiven Bettler vom Eingang ferngehalten werden. Hans K. findet es „sehr gut“, dass der Dom jetzt Eintritt kostet und meint: „Der nächste Schritt muss das Eintrittsgeld für die Domplatte werden.“
Kölner fragt:„ Wie oft gehen denn die Einheimischen in den Dom?“
Es gibt aber auch verständnisvolle Stimmen, wie die von Jörg B. „Sorry, irgendwoher muss das Geld ja kommen. Zum Gebet ist es doch weiterhin frei, und es ist ja auch ein touristischer Hotspot. Wie oft gehen denn die Einheimischen in den Dom? Einmal im Jahr? Der Dom kostet Geld und wenn wir ihn erhalten wollen, müssen wir alle dazu beitragen“, so sein Kommentar.
Michael H. findet ein Eintrittsgeld gerechtfertigt und auch notwendig, „aber zwölf Euro sind deutlich zu hoch“, schreibt er. Elfi G. freut sich, kommentiert: „Richtig so! Der Erhalt des Doms ist teuer und er muss unbedingt erhalten bleiben. Es betrifft überwiegend Touristen. In anderen Ländern, wo wir Touristen sind, zahlen wir auch!“
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Hier geht's zu den F.A.Q.Eintritt für den Kölner Dom: Das sagen Touristen und Touristinnen
Nicht nur Kölner und Kölnerinnen haben unterschiedliche Meinungen zum Dom-Eintritt. Auch Köln-Touristen und Touristinnen diskutieren über die Preise.

Copyright: Charlotte Groß-Hohnacker
Jörg Schadwald bummelte just in dem Augenblick über die Domplatte, als der Preis von zwölf Euro verkündet wurde.
„Ich finde das an sich nicht gut. Ich bin selbst nicht wirklich gläubig, aber meine Mutter war es sehr. Und in der Bibel steht doch: Macht aus meinem Haus keine Markthalle. Genau deshalb finde ich es nicht okay, Eintritt zu verlangen, auch keinen kleinen Betrag wie vier Euro. So etwas sollte auf Spendenbasis laufen, freiwillig. Viele Leute können sich das heute einfach nicht mehr leisten, und denen dann den Zutritt zu verwehren, finde ich nicht in Ordnung. Ich weiß, wer beten oder eine Kerze anzünden möchte, der soll angeblich trotzdem reinkönnen. Aber wie man das praktisch regeln will, das frage ich mich auch. Ich verstehe schon, dass die Instandhaltung viel Geld kostet, aber trotzdem finde ich es nicht in Ordnung“, sagt der Düsseldorfer Jörg Schadwald.
Lisa und Sonja aus Sidney (Australien) sagen: „Wir würden bezahlen, aber teuer ist das schon. Aber wenn das Geld wirklich in die Restaurierung und den Erhalt fließt, dann lohnt sich das. Manchmal verschwinden solche Gebühren ja auch und landen in den falschen Taschen. Für Kathedralen zahlen wir in Australien bei uns eigentlich nicht, wir haben auch nicht so viele, und die sind nicht so alt wie der Dom.“

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Marg Duncan (r.) und reist mit ihrer Tochter Rosie (l.) durch Deutschland.
Auch die Australierinnen Marg Duncan und Tochter Rosie stellen klar: „Ich würde die zwölf Euro Eintritt bezahlen. Ich frage mich aber: Wie unterscheidet man zwischen Einheimischen, die zum Beten kommen, und Touristen, die einfach schauen wollen? Ich finde, die Menschen sollten das Recht haben, zum Beten hereinzugehen, ohne zu zahlen. Bestimmt ist die Instandhaltung sehr teuer, jemand muss dafür zahlen, das verstehe ich schon. Bei uns in Australien kosten Kathedralen keinen Eintritt, nie. Würde ich in Köln trotzdem zwölf Euro zahlen? Na ja, wenn es der einzige Weg ist, den Dom zu sehen, und ich von der anderen Seite der Welt angereist bin, dann haben sie mich ja in der Hand, oder?“
Und Aakash Mishra aus Indien meint: „Stellen Sie sich vor: Ein so altes Bauwerk, so gut erhalten – da ist es doch völlig in Ordnung, dafür etwas zu verlangen. Die Instandhaltung kostet schließlich viel. In Indien zahlt man auch für Gotteshäuser, aber da ist es unterschiedlich: Touristen zahlen deutlich mehr als Einheimische. Irgendwo zwischen zehn und 15 Dollar für Touristen, für Inder selbst eher ein bis zwei Dollar, manchmal bis zu fünf. Ein solches Modell könnte man ja auch hier überlegen. Aber für mich gilt grundsätzlich: Man sollte auf jeden Fall etwas bezahlen, um das hier zu sehen. Es ist einfach zu beeindruckend.“
