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Trauriger Anblick in KölnSpielplatz ist nur noch ein Schandfleck

Grafitti auf dem Spielplatz im Schatten von St. Ursula

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Grafitti auf dem Spielplatz im Schatten von St. Ursula

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Wo einst Kinder spielten, herrscht heute Elend. Ein Kölner Spielplatz ist zum Treffpunkt für Drogenabhängige verkommen.

Wo einst Kinder lachten, herrscht heute Trostlosigkeit. Am Ursulaplatz gibt es keine Spielgeräte mehr, dafür Drogen und Elend. Die Stadt verspricht Besserung – aber erst später.

Die Sonne scheint an einem Freitagnachmittag über der Kreuzung Ursulaplatz und Am Salzmagazin – eigentlich ideales Wetter für spielende Kinder. Aber die Szenerie, die sich dort zeigt, ist eine andere: eine eingezäunte Sandwüste, vollkommen kahl. Kein Schaukel, keine Rutsche, nichts. Stattdessen hat sich ein wohnungsloser Mann auf einer Bank zum Schlafen niedergelassen, und ein Bauzaun einer angrenzenden Baustelle ragt in den Sand.

Politiker schlägt Alarm: „Würde hier keine Kinder spielen lassen“

Die Situation ist mehr als deprimierend. Eine Nachbarin, die anonym bleiben möchte, schildert, dass der Ort zu einem Anlaufpunkt für Wohnungslose und Drogenabhängige geworden ist. Sie berichtet von Leuten, die hier Joints bauen und Crackpfeifen rauchfertig machen. Ihr trauriges Resümee: „Kinder gibt es hier nicht mehr.“

Auch Reinhard Houben, der für die FDP/KSG-Fraktion im Jugendhilfeausschuss sitzt, ist entsetzt über den Zustand. „Ich würde hier keine Kinder spielen lassen“, stellt er unmissverständlich fest. Er plädiert dafür, das Areal zu sperren oder wenigstens zu überwachen. Sein Vorwurf: „Ich habe aber den Eindruck, die Stadt lässt das hier laufen. Warum lässt man die Fläche so verkommen?“

Die Stadtverwaltung liefert auf Anfrage eine Erklärung: Die Spielgeräte seien schon 2023 entfernt worden, da sie nicht mehr sicher waren. Kurz bevor neue hätten installiert werden können, startete die Sanierung eines Wohnhauses auf dem benachbarten Grundstück.

Eine Sprecherin der Stadt teilt mit, dass die Neugestaltung erst fortgesetzt werden kann, „wenn die Arbeiten auf dem privaten Grundstück fertiggestellt und alle Wiederherstellungsmaßnahmen durch den Bauherrn abgeschlossen sind“.

Reinhard Houben (FDP) ist empört über die Zustände auf dem Spielplatz.

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Reinhard Houben (FDP) ist empört über die Zustände auf dem Spielplatz.

Im Klartext bedeutet das: Für Kinder ist hier erstmal Endstation, solange die Baustelle existiert. Eine von Houben verlangte Sperrung lehnt die Verwaltung ab, damit der Bereich öffentlich zugänglich bleibt. Laut Ordnungsamt gibt es bisher keine Klagen. Für Houben ist das eine „schwache Argumentation“. Wenn der Platz ohnehin nicht zum Spielen tauge, könne man ihn auch absperren.

Kein Einzelfall in der Domstadt

Der Spielplatz bei St. Ursula ist bedauerlicherweise kein Einzelfall in Köln. Auch am Bürgerzentrum Ehrenfeld mangelt es an Rutsche, Klettergerüst und Toren, während am Brüsseler Platz regelmäßig Glasscherben im Sand landen – vermutlich von Partygästen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Der Bauzaun ragt auf die Sandfläche, dahinter sind Baumatrialien zu se

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Der Bauzaun ragt auf die Sandfläche, dahinter sind Baumatrialien zu sehen.

Ein weiteres Negativbeispiel ist der Spielplatz Auf dem Berlich: zwei Sandkästen, kaum Spielmöglichkeiten, Schmierereien an den Wänden und ein Mann, der unter einem Baum schläft. Immerhin spenden Bäume Schatten und eine Wasserpumpe funktioniert.

Auch hier mussten die Geräte laut Stadt wegen „erheblicher, witterungsbedingter Schäden“ weichen. Eine Umgestaltung ist in Planung, die im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein soll. Der Ort soll dann heller und übersichtlicher werden.

Man kann der Verwaltung nicht Untätigkeit vorwerfen. In Köln müssen über 700 Spielplätze instand gehalten werden, was bei leeren Kassen eine riesige Herausforderung ist. Laut dem Bericht „Kommunale Spielraumplanung 2025 – 2030“ wurden von 2018 bis 2022 immerhin 465 Spielplätze erneuert oder neu geschaffen. Die Qualität wurde zwar gesteigert, das Ziel von zwei Quadratmetern Spielfläche pro Kopf wurde mit 1,2 aber klar verfehlt. Bis 2030 sind über 120 weitere Projekte vorgesehen, wozu auch der Platz an St. Ursula zählt.

Ein Mann schläft auf einer Bank auf dem Spielplatz.

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Ein Mann schläft auf einer Bank auf dem Spielplatz.

Es gibt auch Lichtblicke: Der Spielplatz am Rathenauplatz wurde 2019 und 2020 aufwendig saniert und lockt nun mit Trampolinen und einer Seilbahn. Der 1300 Quadratmeter große Wasserspielplatz im Inneren Grüngürtel wurde ebenfalls 2020 erneuert. Im Juli und Oktober 2025 kamen zudem die Anlagen im Johennes-Giesberts-Park und an der Porzer Glashüttenstraße hinzu. (red)

Zurück an St. Ursula bleibt die Lage aber vorerst trist. Die Bauarbeiten nebenan sollen laut Bauherr „noch in diesem Jahr“ beendet werden. Die Stadt könnte demnach Anfang 2027 mit der Erneuerung starten, nennt aber noch keinen genauen Termin. Reinhard Houben will das Thema nicht auf sich beruhen lassen und hat eine Anfrage für den nächsten Jugendhilfeausschuss angekündigt. (red)

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