Kölner Schulhöfe in den Ferien öffnen? Der Plan sorgt für Zoff, weil Rektoren vor Dealern und Vandalismus warnen.
Schulhof-Streit in KölnRektoren-Mehrheit blockiert Ferien-Öffnung

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Schüler sitzen auf dem Schulhof. (Symbolfoto)
Ein Plan, der für Freude sorgen sollte, sorgt für Zoff. Kölns Politiker wollten die Schulhöfe in den Ferien für alle Kids öffnen. Doch die meisten Schulleiter spielen nicht mit und schlagen Alarm.
Ein Zankapfel in der Domstadt ist weiterhin die tägliche Zugänglichkeit der Schulgelände nach dem Unterricht für junge Menschen bis 18 Jahre. Der Stadtrat hatte Anfang Juli eine Entscheidung gegen die Empfehlung der Verwaltung durchgesetzt und die Öffnung pünktlich zum Start der Ferien angeordnet. Nun regt sich massiver Widerstand bei den meisten Schulleitungen.
Diese Bedingungen mussten Schulen erfüllen
Lediglich etwas mehr als ein Drittel der in Betracht gezogenen kommunalen Schulen in Köln signalisiert Zustimmung. Sie sehen keine Schwierigkeiten, ihre Gelände ab diesem Montag, dem Beginn der Ferien, zugänglich zu machen, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ bei der städtischen Verwaltung erfuhr.
Das Schulamt hatte laut Angaben 56 städtische Bildungseinrichtungen kontaktiert. Diese erfüllten die drei notwendigen Voraussetzungen, damit die Areale aus Verwaltungssicht an allen sieben Wochentagen zwischen 10 und 19 Uhr geöffnet werden können.
Erste Bedingung: ein direkter Zugang zum Gelände durch das Haupttor. Die Zweite: keine laufenden Baumaßnahmen während der Ferienzeit. Als drittes Kriterium galt: kein gesteigertes Sicherheitsrisiko für Besucher, wie etwa durch einen nicht umzäunten Teich. Dennoch haben laut einer Sprecherin nur 20 von diesen 56 Schulen (das sind 35,7 Prozent) „keine Bedenken“ geäußert.
Wie bereits am Samstag bekannt wurde, machen aber insgesamt 31 und nicht nur 20 Schulen ihre Höfe zugänglich. Der Grund dafür ist, dass die Administration in elf Fällen die Einwände der Schulleitung missachtete. Die Begründung der Sprecherin lautete, es habe „keine unmittelbare Kausalität der formulierten Sorgen zur Schulhof-Öffnung bestand“.
Verwaltung ignoriert Bedenken der Rektoren
Bei den übrigen 25 Bildungseinrichtungen kam das Schulamt dem Wunsch der Leitungen nach. Diese müssen ihre Schulgelände entweder nur während der Ferien nicht öffnen oder sogar generell nicht.
Bereits in der vergangenen Woche äußerte sich beispielsweise Susanne Gehlen, die Rektorin des Genoveva-Gymnasiums in Mülheim. Sie sagte: „Die Grundidee ist wichtig und dringend notwendig. Die Jugendlichen wissen ja nicht, wohin.“ Gehlen unterstrich jedoch, dass ein solches Vorhaben nur mit Personal vom Ordnungsamt sowie den Abfallwirtschaftsbetrieben Aussicht auf Erfolg habe. „Wenn keiner kontrolliert, sind bei uns die Dealer als Erstes da. Da ist die Politik ein bisschen blauäugig.“
Schon heute gäbe es Probleme mit Rentnern, die das Schulgelände nach Flaschen durchsuchen, mit Crack-Abhängigen und mit Hundebesitzern, die ihre Tiere in die Büsche urinieren lassen. In der neuen Nutzungsvereinbarung wird ausdrücklich festgehalten, dass die Aufsichtspflicht bei den Erziehungsberechtigten liegt.
Stadt setzt auf Kontrollen und Eltern-Verantwortung
Die Sprecherin der Stadt versprach Überprüfungen: „Die aktuellen Schulhof-Öffnungen werden an den Standorten eng begleitet. Durch den städtischen Ordnungsdienst und die Polizei werden gezielte Kontrollen durchgeführt. Zusätzlich werden Kolleginnen und Kollegen aus dem Amt für Schulentwicklung in den Schulferien regelmäßig die Schulhöfe kontrollieren. Letztlich besteht die Option, einzelne Schulhöfe wieder zu schließen, wenn dies angezeigt ist.“
Wie schon öfter berichtet, beendete die Stadt ein dreijähriges Pilotprojekt Ende 2024 aus Kostengründen. Es war von jährlichen Aufwendungen in Höhe von 500.000 Euro für Säuberung und Schließdienste die Rede. Andere Kommunen gaben jedoch an, dass bei ihnen keinerlei derartige Kosten anfallen.
Im April hatte Schuldezernent Robert Voigtsberger im Schulausschuss noch verkündet, „alle“ Schulhöfe in der Stadt nach dem Unterrichtsende zu öffnen, und das sogar „dauerhaft“. In der Realität sind es jetzt vorerst nur 31. (red)
