Ein Mann klettert illegal auf den Kölner Dom. Ein lebensgefährliches Unterfangen – für sich und andere.
Kölner WahrzeichenPolizei schnappt illegalen Dom-Kletterer

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Immer wieder erklimmen Personen verbotenerweise den Kölner Dom. Eine dieser waghalsigen Touren endete jetzt in Handschellen.
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Sie jagen den Nervenkitzel und riskieren dafür alles. Immer wieder erklimmen Personen verbotenerweise den Kölner Dom. Eine dieser waghalsigen Touren endete jetzt in Handschellen.
Der Wunsch nach dem ultimativen Adrenalinstoß ist ihre Motivation, für atemberaubende Bilder nehmen sie tödliche Gefahren in Kauf. Diese sogenannten „Rooftopper“ sorgen in Metropolen regelmäßig für Furore. Ihr Ziel in Köln ist dabei sonnenklar: das weltberühmte Gotteshaus mit seinen gigantischen, 157 Meter hohen Türmen.
Klare Ansage vom Domkapitel: Jeder Fall wird angezeigt
Erst kürzlich, am 2. August, wiederholte sich das gefährliche Spiel. Ein 32 Jahre alter Litauer verschaffte sich am frühen Sonntagmorgen unbefugt Zugang zum Wahrzeichen der Stadt.
Dombaumeister Peter Füssenich vermutet, dass der Mann über eine Baustellenabsperrung stieg. Anschließend habe er ein Baugerüst genutzt, um auf das Kirchendach zu kommen. Von dort aus setzte der Unbefugte seinen Aufstieg bis zur höchsten Stelle des Südturms fort. Füssenich ergänzt: „Er ist auch über die Konstruktionsbrücke gelaufen, die temporär zwischen Süd- und Nordturm errichtet wurde, um Material für den Gerüstbau transportieren zu können.“
Die waghalsige Unternehmung blieb allerdings nicht geheim. Ein ausgelöster Alarm alarmierte die Behörden, woraufhin die Polizei das gesamte Areal um das Gotteshaus abriegelte. Die Falle schnappte zu. „Der Mann wurde an der Nordseite des Doms festgenommen“, schildert Füssenich, der persönlich anwesend war. Im Gepäck des Kletterers fanden sich professionelle Einbruchsutensilien wie Dietriche. „Er hatte auch eine Drohne und eine GoPro-Kamera dabei.“ Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr kam nicht zum Einsatz.
Eine erste Inspektion ergab glücklicherweise keine Beschädigungen an der Außenhaut des Doms, so der Dombaumeister. Dennoch erstattete das Metropolitankapitel umgehend Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Füssenichs Worte sind unmissverständlich: „Wir verurteilen solche Aktionen auf das Schärfste und bringen alle Fälle konsequent zur Anzeige. Man kann nur eindringlich davor warnen. Wer auf den Dom klettert, handelt verantwortungslos und bringt sich und andere in Lebensgefahr.“ Er verweist auf die Gefahr durch herabfallende Steine und unvorhersehbare Windböen, die für Passanten unten tödlich enden könnten.

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Anfang August 2013 kletterten der Russe Vadim Makhorov und der Ukrainer Vitaliy Raskalov illegal auf den Nordturm des Kölner Doms. Ihre später veröffentlichten spektakulären Fotos animierten zahlreiche Nachahmer.
Bei dem Festgenommenen handelt es sich laut Füssenich um einen Extrem-Sportler, der seine waghalsigen Touren häufig online präsentiert. In der Vergangenheit gab es wiederholt nächtliche Versuche, die Türme illegal zu besteigen. Die Täter gehen dabei oft mit roher Gewalt vor. „Sie zersägen Gitter, knacken Schlösser und brechen Türen auf. Zum Glück konnten wir in letzter Zeit dank verbesserter Sicherheitsvorkehrungen alle Täter erwischen“, erklärt der Dombaumeister. Zusätzliche Überwachungskameras sollen nun für mehr Sicherheit sorgen.
Der Litauer wurde von der Polizei vorübergehend festgesetzt, kam aber nach der Aufnahme seiner Daten wieder frei. Auf ihn kommt nun ein Gerichtsverfahren zu. Für Hausfriedensbruch sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldbuße vor. Füssenich hofft außerdem, dass der Kletterer die Rechnung für den umfangreichen Einsatz der Rettungskräfte begleichen muss.
Gefährlicher Trend: Der Hype startete 2013
Dieser gefährliche Trend ist nicht neu. Der Wirbel um die Kletterpartien am Dom nahm seinen Anfang im Jahr 2013. Damals stiegen der Russe Vadim Makhorov und der Ukrainer Vitaliy Raskalov ohne jede Sicherung auf die Spitze des Nordturms. Ihre atemberaubenden Bilder, die sie erst Wochen danach publizierten, lösten eine Welle von Nachahmungen aus. Auch sie gelangten vermutlich über eine Baustellenabsperrung auf das Kirchengelände.
Am 13. April 2025 drang eine sechsköpfige Gruppe nachts in das Gotteshaus ein. Es handelte sich um fünf Franzosen und eine 26-jährige Belgierin. Wachleute riefen die Polizei, als Kameras Personen mit Kopfleuchten aufzeichneten. Die Aktion führte zu einem massiven Polizeieinsatz inklusive Helikopter. Die sechs Eindringlinge konnten im Nordturm gestellt werden. Der älteste von ihnen, 27 Jahre alt, trug eine Kamera und Aufbruchwerkzeug bei sich. Die Gruppe hatte es bis auf eine 100 Meter hohe Ebene geschafft und dabei mehrere Türen und Gitter gewaltsam geöffnet.
Ein im September 2024 veröffentlichtes Online-Video zeigte vier maskierte Personen auf einer Turmspitze, die sich per Drohne filmten. Die polizeilichen Nachforschungen führten zu keinem Ergebnis. Im April 2024 alarmierten Augenzeugen erneut die Einsatzkräfte, da sie Kletterer am Nordturm beobachtet hatten. Doch als die Polizei eintraf, fehlte von den Unbekannten bereits jede Spur. (red)
