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Ticket-Schock für Kölner Dom„Mit der Ankündigung kam der Tsunami“

Blick auf das Westportal des Kölner Doms

Copyright: Uwe Weiser

Der touristische Besuch des Kölner Doms (Archivfoto) kostet ab dem 1. Juli 2026 zwölf Euro Eintritt. 

Der Ticket-Schock für den Kölner Dom beschert dem Zentral-Dombau-Verein einen enormen Mitglieder-Zuwachs. Deren Präsidentin spricht von einem Tsunami, aber auch von Flatrate-Jägern. 

Seit Anfang Juni steht der Preis: Ein touristischer Besuch des Kölner Doms kostet ab dem 1. Juli zwölf Euro. Bei vielen Kölnerinnen und Kölnern gingen prompt die Mundwinkel nach unten – beim Zentral-Dombau-Verein (ZDV) jedoch die Mitgliederzahlen nach oben.

Dort fing der Ansturm sogar noch früher an. „Mit der Ankündigung am 5. März kam der Tsunami“, erzählt die Präsidentin und ehemalige Dombaumeisterin Professor Dr. Barbara Schock-Werner am Freitag (12. Juni) auf EXPRESS.de-Nachfrage. 

Eintritt für Kölner Dom: Run auf Mitgliedschaft beim Dombau-Verein

Am 5. März hatte das verantwortliche Domkapitel ein Eintrittsgeld für den Dom beschlossen und verkündet, die konkrete Höhe wurde am 2. Juni bekanntgegeben. Seitdem brummt's beim Dombau-Verein. Denn wer dort Mitglied ist (Jahresbeitrag ab 20 Euro), kommt umsonst rein.

„Gegenwärtig verzeichnet der Verein rund 22.500 Mitglieder, es liegen allerdings noch weit über 1000 Mitgliedsanträge vor, die seit dem 2. Juni 2026 eingegangen sind und noch bearbeitet werden“, erklärt Barbara Schock-Werner. 

Anfragen, Rückmeldungen, Meinungen und Neuanmeldungen würden auf allen Wegen kommen: online, per Mail, per Post, per Telefon. Ihre Internetseite, über die man seine Mitgliedschaft betragen kann, sei aber zu keinem Zeitpunkt zusammengebrochen. Die Präsidentin: „Dafür haben wir perfekte Partner an der Seite, die uns seit vielen Jahren unterstützen.“ 

Es sei aber nicht der erste Neu-Mitglieder-Boom. „Bereits zu unserem Jubiläum 2016/2017 gab es viele Anmeldungen mit hohen Mitgliedsbeiträgen“, stellt sie klar. Mitglied werden könne jeder, jede. Barbara Schock-Werner: „Wen sollten wir ausschließen? Schon im Statut von 1842 war die verbindende Komponente: Liebe und Leidenschaft für den Kölner Dom in seiner mannigfaltigen Bedeutung.“

Die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner

Copyright: Marius Becker/dpa

Die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner (Archivfoto) ist Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins.

Auf die Frage, wie der Verein dazu steht, dass jetzt viele möglicherweise nur Mitglied werden, um Geld zu sparen, sagt sie: „184 Jahre lang haben wir Mitglieder gewinnen können, die mit einer besonderen Leidenschaft und Liebe den baulichen Erhalt des Kölner Doms unterstützen. Das ist die einzige Aufgabe des Zentral-Dombau-Vereins und dafür stehen die bisherigen Mitglieder mit einem großen Selbstverständnis.“

Seit dem 5. März gäbe es nun viele Flatrate-Jäger, deren Intention eine gänzlich andere sei, so die Präsidentin, erkennbar unter anderem daran, dass nur der Mindestbeitrag gezahlt werden.

„In der Tat tritt die eigentliche Aufgabe des ZDV dadurch in den Hintergrund und ist mit 20 Euro im Jahr nicht mehr realisierbar“, so Barbara Schock-Werner. „Unsere Aufgabe ist es nun offenkundig, die Neumitglieder zu überzeugen, dass es um mehr geht, als Geld zu sparen – es geht um den Dom.“

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