Menschenmassen auf Campingstühlen, gemeinsam durch die kalte Nacht, immer die Lieblingsuhr vor Augen: Wird es am Dom zu ähnlichen Szenen kommen wie im Mai bei den Swatch-Fanmassen an der Schildergasse?
Neue Filiale im Dom-HotelWird es hier auch einen Mega-Ansturm geben?

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Das Dom-Hotel am Roncalliplatz: Seit 2013 geschlossen, 2027 soll es endlich weitergehen. Rimowa hat schon eröffnet, rechts daneben wird Rolex einziehen.

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Kenner der Luxus-Branche sind sicher: Die neue, geplante Rolex-Boutique am Roncalliplatz wird einen ziemlichen Rummel auslösen. Kundschaft aus ganz Deutschland wird der Eröffnung entgegenfiebern.
Juwelier Gadebusch, seit 1947 in Köln und bereits mit drei Filialen in der Innenstadt vertreten, wird einen weiteren Luxus-Shop eröffnen. Und das an Kölns prominentester Adresse: im Dom-Hotel am Roncalliplatz.
Rolex-Boutique mit 220 Quadratmetern
Die gläserne Einkaufspassage unter der denkmalgeschützten Fassade wird – passend zum Klientel des 5-Sterne-Hauses – zum Luxus-Laufsteg. Nobelkoffer-Fabrikant Rimowa hat bereits eine mondäne Filiale eröffnet. Daneben schließt sich eine Baustelle an, in der weitere Luxusmarken wie „Gucci“ ihre Läden planen. Und eben die Rolex-Boutique von Gadebusch auf großzügigen 220 Quadratmetern.
„Wir beziehen die Fläche links vom Eingang zum Dom-Hotel“, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin von Gadebusch, Antonija Maric, zum Sonntag-EXPRESS.

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Freut sich auf die Eröffnung: Antonija Maric, geschäftsführende Gesellschafterin von Gadebusch.
Der neue Laden steht damit in direkter Konkurrenz zum Flagship-Store von Wempe im historischen Stollwerck-Haus – nur rund 50 Meter entfernt. Zu viel Rolex-Bling-Bling im Herzen Kölns?
Insider wissen: Wer heute eine der wertvollen Uhren kaufen will, steht vor einer Reihe von Luxusproblemen. Denn einfach mit bündelweise Bargeld oder Kreditkarte in den Laden zu marschieren und mit der Wunschuhr am Handgelenk wieder herauszukommen, ist kaum noch möglich.
Grund: Reihenweise Modelle funkeln im Schaufenster, liegen aber nur selten verkaufsbereit in der Vitrine. Die Verfügbarkeit ist begrenzt. Zudem gibt es für die besonders begehrten Modelle sogenannte „Interessentenlisten“ mit Wartezeiten, die von Monaten sogar bis zu Jahren dauern können. Und selbst dann gibt es keine Garantie für einen Kauf.
Deshalb wächst nicht nur die Nachfrage, sondern auch der Markt für gebrauchte Prestigeobjekte stetig. Der Handel mit Submariner, Daytona, Oyster & Co. aus zweiter Hand – auf Online-Plattformen wie auch in speziellen Shops in der Kölner Innenstadt – boomt. Das Kaufinteresse ist also hoch.
„Geld spielt keine Rolex“
Und jetzt kommt Gadebusch und mischt die ganze Szene auf. Denn am Eröffnungstag, der Ende des Jahres zum Weihnachtsgeschäft liegen soll, werden nach EXPRESS-Informationen mehrere begehrte Modelle angeboten, die auch direkt gekauft werden können.
Klingt eigentlich logisch, doch angesichts der großen Gier nach den Uhren könnte das nach Einschätzung von Branchenkennern zu einem Ansturm führen, der an die Bilder der Swatch-Fans an der Schildergasse im Mai erinnern würde.

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Menschenmassen kampierten im Mai über Nacht in der Kölner City,um eine der begehrten Swatch-Uhren zu ergattern.
Damals schlugen Leute nachts ihre Campingmöbel auf, um für den Kauf der begehrten „Royal Pop“ von Swatch und Audemars Piguet bei Ladenöffnung ganz vorn in der Reihe zu stehen.
„Sicher werden die einen dort hinkommen, um sich selbst endlich eine Rolex zu kaufen. Andere werden bestimmt die Gelegenheit nutzen, sich ein Modell als Wertanlage zu leisten. Oder sie kaufen eine oder mehrere Rolex, um beim Weiterverkauf direkt ein paar tausend Euro zu verdienen“, so ein Insider. „Geld spielt primär keine Rolex, wenn es dabei um Gewinn geht.“
Kommt es also zum Rolex-Rummel am Roncalliplatz? Mit einer gut betuchten Warteschlange, wie sie wohl sonst noch nirgendwo in der Kälte stand? Gadebusch zumindest zeigt sich für Warteschlangen in der Kälte gerüstet: „Wenn dem so ist, sind wir vorbereitet“, so Geschäftsführerin Antonija Maric.
Im Dom-Hotel absteigen kann die Nobelkundschaft leider nicht. Die Eröffnung, zuletzt für Ende 2026 angekündigt, hat sich nach neuen Problemen ins nächste Jahr verschoben. Der aktuelle Eigentümer, die Bayerische Versorgungskammer (BVK), meldete Verzögerungen bei den verbleibenden Restarbeiten sowie massive Probleme bei der Elektrik und den haustechnischen Anlagen. „Althoff Dom Hotel – Coming Soon“ steht weiter auf der Homepage.
Köln seit 70 Jahren Hauptsitz von Rolex
Der deutsche Unternehmer Hans Wilsdorf (1881–1960) gründete mit 24 Jahren in London die Uhrenfirma „Rolex“ – ein Name, den er selbst aus Buchstaben zusammengewürfelt hatte.
Die robuste Nobeluhr, seit 1920 in der Schweiz, machte rasch Karriere, war prominent bei Autorennen („Daytona“), Überflügen, Tiefseeforschung und auf dem Mount Everest vertreten.

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03.07.2025, Köln: Das sogenannte âÄžRolex-HausâÄœ steht in der Dompropst-Ketzer-Straße am Hauptbahnhof. Foto: Uwe Weiser
Die Firma eröffnete nach dem Zweiten Weltkrieg eine Niederlassung in Köln, um von dort aus den deutschen Markt zu betreuen. 1956 wurde die Rolex Deutschland GmbH ins Kölner Handelsregister eingetragen.
1983 eröffnete das „Rolex-Haus“ am Hauptbahnhof. Hier betrieb die Firma ihr wichtigstes deutsches Servicezentrum für Reparaturen, Wartungen, Echtheitsprüfungen. Das Gebäude wird derzeit umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt, etwa als Hotel- und Gastronomieobjekt. Der aktuelle Hauptsitz von Rolex ist derzeit in der Deutzer MesseCity.
