Das Zwölf-Euro-Ticket für den Dom bewegt Köln.
Emotionen nach Kölner Ticket-Schock„Werde meinem Dom leider ‚mach’et jot‘ sagen müssen“
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Wütend und empört – so äußern sich viele, nachdem bekannt gegeben wurde, dass ein Besuch im Kölner Dom ab Juli zwölf Euro kostet. Andere reagieren auf die Nachricht sehr emotional.
„Für mich ist unser Dom nicht nur ein Gotteshaus, er ist Heimat Zufluchtsort, Zuhause, Ort der Besinnung von Kindesbeinen an“, erzählt EXPRESS.de-Leserreporter Michael K. „Ich werde leider meinem Dom ‚mach‘et jot‘ sagen müssen. Mein Lieblingsort auf der Welt ist mir entrissen worden, nur der Geldgeilheit wegen.“
Emotionale Reaktionen auf Zwölf-Euro-Ticket für Kölner Dombesuch
Auch Leserreporter Rolf kann es nicht fassen. „Als Mitglied des Musikzugs der Ehrengarde der Stadt Köln und seit Jahren im Ehrenamt ohne Bezahlung, gehe ich oft einfach nur mal so in meinem Dom zum Nachdenken und um mich innerlich zu sammeln“, erklärt er. Aber jetzt werde er als Kölner Bürger genötigt, dafür zwölf Euro zu zahlen.
„Mir fehlen die Worten, was die Katholische Kirche, nicht nur in Köln, hier auf den Weg bringt. Ich glaube, Gott und die Kirche sind für alle da“, so Rolf weiter. Das Zwölf-Euro-Ticket für den Dom-Besuch erinnere ihn eher „an den schon lang vergessenen Ablasshandel.“ Der Kölner: „Sehr, sehr schade und traurig zugleich. Dann werden es wohl die umliegenden Kirchen tun müssen.“
Leserreporter Cassius kann dem nur zustimmen: „Als Kölner und als einer der übrig gebliebenen Kirchensteuerzahler, der gerne unter der Woche alleine, ohne Messe, die Ruhe und Einsamkeit des Doms zur Besinnung aufsucht, ist es eine himmelschreiende Frechheit, für die Unfähigkeit der kirchlichen Finanzverwaltung Eintritt für den Dom, der noch nicht einmal der Kirche gehört, zu bezahlen.“
Das Thema Kirchensteuer greift auch ein anderer EXPRESS.de-Leser auf. „Ich zahle Kirchensteuer, die jeden Monat vom Gehalt abgeht und soll jetzt noch Eintritt in die Kirche in meiner Stadt zahlen? Jetzt bin ich endgültig an dem Punkt, wo ich aus der Kirche austreten werde. Alle Skandale und jetzt das noch? Ende“, erklärt er.
Ein anderer erzählt aufgewühlt: „Ich, als alter Kölner, dessen Großvater wegen der Rettung des Doms im 2. Weltkrieg seine Frau (meine Oma) und zwei Kinder verloren hat, soll jetzt noch bezahlen?! Wofür zahlt man ein Leben lang Kirchensteuer? Das ist für mich ein weiterer Grund, nach Woelki, die Kirche jetzt erst recht zu verlassen. Das hat nichts mehr mit ‚Glaube‘ zu tun.“ (iri)

