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Saftiges Bußgeld drohtStadt Köln verschickt Mitteilung mit deutlicher Warnung

Zwei Mitarbeitende des Ordnungsdienstes der Stadt Köln blicken auf den Rhein.

Copyright: Arton Krasniqi

Die Stadt Köln informierte 2025 bei einem Rundgang zum „Badeverbot im Rhein“. Jetzt will die Stadt bei Verstößen hart durchgreifen. 

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Lebensgefahr im Rhein: Wer badet, zahlt bis zu 1000 Euro.

Keine Gnade mehr für Rhein-Schwimmer: Die Zeit der Verwarnungen ist abgelaufen. Angesichts der sommerlichen Temperaturen greift die Stadt Köln jetzt durch und verhängt empfindliche Strafen.

Denn noch immer passiert es viel zu häufig, dass Menschen ihr Leben in Gefahr bringen, weil sie sich im Rhein abkühlen wollen. Ein Bild des Schreckens, das sich immer wiederholt: Retter kämpfen um ein Menschenleben, nur einen Steinwurf entfernt lassen Eltern ihre Kinder sorglos im Wasser spielen. Alexander Lustig, Vize-Chef der DLRG im Bezirk Köln, kennt diese unfassbaren Situationen nur zu gut.

Stadt Köln will bei Badeverbot im Rhein hart durchgreifen

Deswegen plädierte Lustig bereits im letzten August für eine klare Regelung: ein komplettes Badeverbot entlang der 67,3 Rheinkilometer im Kölner Stadtgebiet.

Edgar Muth von der Wasserschutzpolizei fand letztes Jahr bei einem Pressetermin am Flussufer ebenfalls deutliche Worte: „Wie oft sehen wir, dass Kinder unbeaufsichtigt im Wasser spielen, während die Eltern 20, 30 Meter entfernt sitzen und auf ihren Handys daddeln. Dabei ist der Rhein saugefährlich.“

Edgar Muth von der Wasserschutzpolizei am Rheinufer in Rodenkirchen (Bild von September 2025).

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Edgar Muth von der Wasserschutzpolizei am Rheinufer in Rodenkirchen (Bild von September 2025)

Nachdem es zu mehreren Todesfällen gekommen war, reagierte der Rat der Stadt Köln Anfang September und verhängte das Badeverbot für den Rhein. Diesem Beispiel folgten auch andere Kommunen wie Düsseldorf und Neuss. In der Domstadt bedeutet Baden, sich absichtlich in Wasser aufzuhalten, das tiefer als knöchelhoch ist. Die Regelung wurde am 17. September wirksam, also erst zum Ende der Badesaison.

Ob die Maßnahme wirklich etwas gebracht hat, kann Lustig aktuell noch nicht einschätzen. Der Grund: Das Verbot galt bisher nur im Winter, wo sowieso kaum jemand schwimmen geht. „Dafür müssen wir die warmen Tage abwarten“, erklärt Lustig.

Jetzt wird’s teuer: Stadt kündigt harte Kontrollen an

Den Auftakt dürfte das Pfingstwochenende mit seinem sommerlichen Wetter bilden. Aus diesem Anlass verschickte die Verwaltung am Freitag eine Mitteilung mit einer deutlichen Warnung: „Abkühlung im Rhein kann tödlich enden.“

Ein Stadtsprecher machte klar: Ab sofort wird schärfer kontrolliert. Wer das Badeverbot im Rhein ignoriert, muss mit konsequenten Strafen rechnen, die bis zu 1000 Euro betragen können.

Damit endet die achtmonatige Schonfrist, wie der Sprecher bestätigte. In dieser Zeit hatte die Stadt bei Kontrollen nur mündliche Verwarnungen ausgesprochen. Besondere Brennpunkte gebe es laut dem Sprecher nicht, aber die sogenannte Rodenkirchener Riviera sei ein bekanntermaßen beliebter Treffpunkt.

Lustig hatte schon im Vorjahr über das Badeverbot gesagt: „Es ist kein Allheilmittel, aber ein zusätzlicher Fingerzeig in der Hoffnung, dass es uns weiterbringt bei dem Thema.“ Inzwischen wurden von der Verwaltung 60 Schilder in mehreren Sprachen am Rheinufer montiert. Nach Lustigs Ansicht sollte damit jedem klar sein, dass das Schwimmen untersagt ist.

Die Stadt Köln informierte im vergangenen Jahr bei einem Rundgang zum Badeverbot im Rhein.

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Die Stadt Köln informierte im vergangenen Jahr bei einem Rundgang zum Badeverbot im Rhein.

Vonseiten der Stadt heißt es dazu: „Die Bundeswasserstraße Rhein zählt zu den verkehrsstärksten Wasserstraßen der Welt. Was vom Ufer aus oft wie eine harmlose Erfrischung aussieht, entpuppt sich im Wasser schnell als tödliche Falle. Die Strömungen des Flusses sind unberechenbar und selbst für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer nicht zu bewältigen.“

Dies unterstrich auch Feuerwehrsprecher Ulrich Laschet im vergangenen September. Seinen Angaben zufolge musste die Feuerwehr Köln bis zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2025 bereits 30 Mal ausrücken, da Personen im Rhein verschwunden waren. In 21 Fällen konnten die Schwimmer aus dem Wasser gerettet werden. „Wir wissen nicht, wo die übrigen neun geblieben sind. Vielleicht sind sie selbstständig an Land gekommen, vielleicht wurden sie als Leiche irgendwo angespült“, so Laschet zu dem Zeitpunkt.

Immerhin ein kleiner Lichtblick: In ganz NRW ertranken zwischen Mai und Mitte September 2025 weniger Personen als im gleichen Zeitraum 2024. Die DLRG registrierte in dieser Periode 27 tödliche Badeunfälle in den Gewässern und Bädern von Nordrhein-Westfalen, während es im Vorjahr noch 34 waren.

Badeverbot im Rhein: Es gibt Ausnahmen

Das Kölner Badeverbot gilt nicht für alle. Ausnahmen bestehen für behördliche und rettungsdienstliche Aktionen, inklusive Übungen der Wasserrettung oder Feuerwehr. Auch das Betreten des Wassers beim An- und Ablegen von Booten, Kanusport, Rudern, Angeln und genehmigte Events mit städtischer Sondererlaubnis sind erlaubt. Hierzu gehören beispielsweise auch Taufen im Fluss.

Mit dem Beschluss zum Badeverbot gab der Rat der Verwaltung auch einen Auftrag: Sie sollte prüfen, ob weitere Badeseen im Stadtgebiet oder in der näheren Umgebung geöffnet und besser zugänglich gemacht werden können, und dem Rat entsprechende Vorschläge vorlegen. Geschehen ist in dieser Angelegenheit bis heute nichts. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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