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Polizei hat ersten VerdachtFeuer bei der „Wilden Horde“: Jetzt winkt ein Meilenstein

Am Samstag wurden die Räume der Wilden Horde bei einem Großbrand in Köln-Bickendorf zerstört. Für die Ultras des 1. FC Köln gibt es viel Zuspruch – allerdings nicht uneingeschränkt.

Nach dem Feuer-Inferno in Köln-Bickendorf hält die Fan-Familie beim FC zusammen: Die Räumlichkeiten der Ultra-Gruppierung „Wilde Horde“ wurden von den Flammen komplett zerstört, neben im Stadion genutzten Bannern waren auch Erinnerungsfotos im Lager, die dem Brand zum Opfer fielen.

Die lange Sommerpause muss die Horde nun für den Wiederaufbau sowie die Suche nach einem neuen Quartier nutzen. Eine schon am Tag des Feuers ins Leben gerufene Spendenaktion soll dieses Vorhaben erleichtern. Und das Ergebnis wird von Tag zu Tag beeindruckender.

FC-Ultras kratzen schon an der 100.000-Euro-Marke

Am Montagmittag (18. Mai, 14 Uhr) kratzte der Spendenaufruf bei „Gofundme“ bereits an der Schallmauer von 100.000 Euro. Weniger als 4.000 Euro fehlten für einen sechsstelligen Betrag – es wäre ein großer Meilenstein für die FC-Ultras bei der Suche nach einem neuen Heim.

„In diesem Raum steckten Herzblut, Arbeit, Erinnerungen, Geschichten und Gemeinschaft. Vieles davon ist innerhalb weniger Stunden verloren gegangen!“, heißt es in der Beschreibung zur Aktion.

Der Welle der Solidarität haben sich ohne zu zögern auch schon die Profis und Verantwortlichen beim FC angeschlossen. Aus der Mannschaftskasse flossen 2500 Euro, Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (40) spendete symbolisch für das Gründungsjahr des Klubs 1948 Euro.

Fanclubs wie „Wilder Süden“ oder die Belgier von „Cologne Power East Belgium“ steuerten jeweils fast 2000 Euro bei, andere Gruppierungen beteiligten sich mit kleineren Beträgen ebenfalls.

„Jeder Euro hilft beim Wiederaufbau, beim Ersetzen von zerstörtem Material und dabei, wieder aufzustehen“, heißt es im Aufruf. Entsprechend gibt im FC-Umfeld aktuell jeder das dazu, was er kann.

Während sich immer mehr Spenden und Solidaritätsbekundungen ansammeln, gibt es auf der anderen Seite auch kritische Betrachter. Ein Leser beklagte sich gegenüber EXPRESS.de: Dass die Ultras den Verein „Jahr für Jahr Hunderttausende an Strafen wegen Pyro kosten“, nun aber von handelnden Personen finanziell unterstützt würden, sei seiner Meinung nach „untragbar“.

Ursache für das Feuer in Bickendorf ist nach bisherigen Ermittlungen der Polizei fahrlässiges Verhalten. „Wir gehen derzeit von fahrlässiger Brandstiftung aus“, sagte ein Polizeisprecher am Montag über den vorläufigen Verdacht.

Vorsatz lag beim Auslösen des Feuers demnach nicht vor, der Brand war nach ersten Erkenntnissen in Folge von Schweißarbeiten in einer Autowerkstatt auf dem Gelände ausgebrochen. Anschließend hatten sich die Flammen auf weitere Gebäude ausgedehnt.

Blick ins leere Rhein-Energie-Stadion mit Regenbogen-Eckfahne.

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