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BrückenabrissVerkehrs-Kollaps in Kölner Veedel – Anwohner stinksauer

Feuerwehreinsatz in der Siedlung Schönrath, in der die Straßen schmal sind.

Copyright: Alexander Dick

Feuerwehreinsatz in der Siedlung Schönrath, in der die Straßen schmal sind.

Aktualisiert:

Die Brücke ist dicht und Höhenhaus versinkt wie befürchtet im Stau-Chaos. Verkehrs-Kollaps im Veedel: Anwohnende sind stinksauer.

Die Stau-Hölle von Köln-Höhenhaus! Die für das Veedel so wichtige Verkehrsader – die Brücke Am Flachsrosterweg – ist dicht. Jetzt gibt's nur noch einen Aus- und Eingang zum Veedel.

Eine Katastrophe, wie ein Notfall offenlegte.

Zoff mit der Politik in Mülheim

Die schlimmsten Befürchtungen der Menschen in der Siedlung Schönrath (Stadtteil Höhenhaus) sind Realität geworden. Weil es seit dieser Woche nur noch eine einzige Zufahrt für Pkw gibt, standen am Dienstagmorgen (19. Mai) die Fahrzeuge Am Flachsrosterweg Stoßstange an Stoßstange. An der Einmündung zur Berliner Straße mussten Autofahrer eine Ewigkeit warten.

Zu allem Überfluss rückte mitten im morgendlichen Stoßverkehr auch noch die Feuerwehr mit mehreren Wagen aus, um ein Feuer in einer Wohnung zu bekämpfen. Anwohner Alexander Dick fasst es zusammen: „Das hat sehr deutlich aufgezeigt, wie schwierig die Lage hier jetzt ist“.

Mitverantwortlich ist Mobilitätsdezernent Ascan Egerer. Er lässt seit Beginn der Woche die baufällige Brücke am anderen Ende der Straße Am Flachsrosterweg demontieren. Einen temporären Ersatzbau soll es im Anschluss aber nicht geben, da die Zeit dafür angeblich nicht ausreiche. Die Verwaltung möchte eine Betriebspause der Deutschen Bahn ausnutzen, welche aktuell an den Gleisen unter dem Bauwerk tätig ist.

Dieser Entscheidung ging eine Auseinandersetzung mit der lokalen Politik voraus. Egerers Plan sah eine Behelfsbrücke lediglich für den Fuß- und Radverkehr vor. Die Bezirksvertretung Mülheim entschied aber, dass sie auch für Pkw nutzbar sein müsse. Dies lehnte Egerer jedoch strikt ab. Seine Begründung: Die Mehrkosten in Höhe von 700.000 Euro könne er nicht finanzieren.

Die Zufahrt zur Brücke Am Flachsrosterweg ist wegen der Abrissarbeiten gesperrt.

Copyright: Alexander Dick

Die Zufahrt zur Brücke Am Flachsrosterweg ist wegen der Abrissarbeiten gesperrt.

Für die 3500 Anwohner ist der Verlust der zweiten Zufahrt eine Katastrophe. Sie können ihr Viertel jetzt nur noch über die sowieso schon permanent verstopfte Berliner Straße verlassen. Wenn dann, wie am Dienstagmorgen, ein Feuerwehreinsatz dazukommt, eskaliert die Lage, weil die Straße Am Flachsrosterweg sehr eng ist.

„Ein weiteres Problem entsteht, wenn Autofahrer, die nicht in der Siedlung wohnen, den Supermarktparkplatz an der Kreuzung verlassen wollen“, schildert Anwohner Alexander Dick dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Früher konnten sie in beide Richtungen abbiegen, nun ist nur noch der Weg nach links frei – was den Stau weiter anfacht.

Anwohnende wehren sich: „Alles nur Ausreden!“

Einige der Bewohner haben eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen und ziehen die Aussagen des Mobilitätsdezernenten stark in Zweifel. Sie glauben nicht, dass die Stadt Köln wirklich keine Ersatzbrücke errichten kann.

In einem Schreiben an Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) stellen sie klar: „Sowohl mit dem Brückenverleiher Janson Bridging als auch mit der Deutschen Bahn führten wir sehr ausführliche und aufschlussreiche Gespräche. Die Lieferung und Montage einer einspurigen Behelfsbrücke ist im vorgegebenen Zeitraum machbar. Hier ist die Darstellung von Herrn Egerer unserer Auffassung nach nichtzutreffend“.

Stau in der Siedlung Schönrath in Köln-Höhenhaus, die nur noch über eine Zufahrt verfügt

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Stau in der Siedlung Schönrath in Köln-Höhenhaus, die nur noch über eine Zufahrt verfügt

Zudem kündigte die Initiative an, die Kommunalaufsicht beim Regierungspräsidium Köln zu involvieren. Das Vorgehen des Mobilitätsdezernats soll so überprüft werden. Ihre Forderung im Brief an den Oberbürgermeister ist unmissverständlich: „Eine einspurige Autobrücke ist alternativlos! Die Zeit reicht noch und wenn es ein paar Tage länger dauert, dann tragen die Verantwortung, die sich seit Wochen auf stur stellen“.

Ein permanenter Neubau, der auch für Autos befahrbar sein soll, ist vom Mobilitätsdezernat erst für das Jahr 2032 geplant. Erst dann gibt es wieder eine entsprechende Sperrpause bei der Deutschen Bahn. Sollte die Umsetzung früher erfolgen, müsste die Stadt Köln die Ausgaben für eine Streckensperrung aus eigener Tasche zahlen.

Von dem Abriss ohne direkten Ersatz sind nicht nur die 3500 Anwohner betroffen. Auch drei Kitas, die Außenstelle des Berufskollegs Ulrepforte, ein Altenheim, ein Fußball- sowie ein Kleingärtnerverein, die KVB-Haltestelle Im Weidenbruch und eine Kirchengemeinde leiden unter der Situation.

Wenigstens eine positive Nachricht gab es inmitten des Durcheinanders: Bei dem Feuer in der Wohnung am Dienstagmorgen kam laut Feuerwehr keine Person zu Schaden. Eine Sprecherin teilte jedoch mit, dass die Wohnung unbewohnbar sei. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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