Für die Menschen in der Ukraine ist bereits der vierte Kriegswinter angebrochen, erneut bombardiert Russland gezielt die Infrastruktur in vielen Regionen. Auch Kölns Partnerstadt Dnipro ist betroffen.
Stadt Köln spricht KlartextDrastische Lage in kölscher Partnerstadt

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Die Regale mit Wasserflaschen sind in einem lokalen Supermarkt in Dnipro am 8. Januar 2026 fast leer. Nach einem massiven russischen Drohnenangriff auf die Energieinfrastruktur hatten mehr als eine Million Menschen kein Wasser und keine Heizung.
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Erneut wird die eisige Winterkälte in der Ukraine zu einer Waffe für die russische Armee: Gleich zwei ukrainische Oblaste wurden von Putins Armee Mitte der Woche bombardiert, sie nahm gezielt die Energieinfrastruktur ins Visier. Millionen Menschen leiden.
In den Gebieten Dnipropetrowsk und Saporischschja fiel der Strom aus, Heizungen funktionierten nicht mehr, viele Menschen froren. Vielerorts fiel auch die Wasserversorgung aus, Menschen deckten sich mit Trinkwasser aus Supermärkten und von Kiosken ein. Auch das Internet und der Mobilfunk waren betroffen.
Russische Angriffe bei minus zehn Grad Celsius
Perfide: Die Angriffe erfolgten zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Ukraine gerade auf eisige Temperaturen vorbereitet hat: Die Höchstwerte lagen bei unter minus zehn Grad Celsius.
Dnipros Bürgermeister Borys Filatov nannte die Situation in Dnipro „eine der schwierigsten“. „Dies ist wahrlich ein nationaler Notstand“, erklärte er auf einer Pressekonferenz. Gerade für ältere Menschen, für Familien mit Kindern oder für Menschen mit Behinderungen sei die Situation schrecklich, sagte eine Anwohnerin dem „Kyiv Independent“.

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Blick auf Stromgeneratoren in einer Straße in Dnipro am 8. Januar: Viele Menschen haben sich bereits solche Generatoren angeschafft, um auf Stromausfälle vorbereitet zu sein.
Die Millionenstadt Dnipro im Südosten der Ukraine und Köln sind seit dem 28. August 2024 offiziell Partnerstädte. Bereits seit dem Jahr 2022, seit Russlands Angriff auf die Ukraine, arbeiten beide Städte eng zusammen. Im Vordergrund steht schon seit Jahren nicht nur humanitäre Hilfe für die Bevölkerung dort, sondern auch die Energieversorgung.
„Die Stadt Köln verurteilt den Angriff“
„Die Stadt Köln verurteilt den Angriff auf die ukrainische Partnerstadt Dnipro und steht in diesen schweren Zeiten fest an der Seite Dnipros und wird seine Partnerstadt auch weiterhin unterstützen“, erklärt die Stadt auf Nachfrage von EXPRESS.de.
Man habe bereits vor vier Jahren 118 Stromgeneratoren nach Dnipro verbracht, die in solchen Fällen eingesetzt werden können. Neben den Generatoren wurden damals auch Rollstühle, Rollatoren, Matratzen und Winterkleidung per Lastwagen dorthin transportiert. „Derzeit ist die Stadt Köln mit verschiedenen Akteuren im Austausch, um mögliche weitere Hilfsmaßnahmen zu koordinieren“, erklärt die Stadt weiter.

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Auch der Nahverkehr war vom Stromausfall in Dnipro betroffen, die Straßenbahn fiel aus.
Die Stromausfälle beeinträchtigten wichtige Bereiche in der gesamten Region. Alle städtischen Krankenhäuser in Dnipro etwa wurden zeitweise auf Notstromaggregate umgeschaltet. Der elektrische Nahverkehr, einschließlich der U-Bahn, war ebenfalls betroffen. In Dnipro wurden die Schulferien aufgrund der prekären Lage um einige Tage verlängert.
„Solche Angriffe auf Energie- und Infrastrukturprojekte sind militärisch völlig sinnlos und lassen die Menschen im Winter ohne Strom und Heizung zurück“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Dies ist Russlands Krieg gegen unser Volk, gegen das Leben in der Ukraine – ein Versuch, die Ukraine zu zerstören.“

