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Schock nach Urlaub Parkplatz-Zoff am Flughafen Köln/Bonn wird immer irrer

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Machen ihrer Wut Luft: Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim (gelbe Weste) mit Betriebsräten der Sicherheitsunternehmen vor dem Parkplatz P5.

Köln – Der Köln/Bonner Airport kassiert nicht nur von Tausenden Mitarbeitern – teils individuell, teils über die Unternehmen wie Kötter, DHL oder UPS – Parkplatzgebühren und erhöht die ehe schon happigen Entgelte zum 1.April noch einmal um bis zu 82 Prozent (hier lesen Sie mehr).

Gleichzeitig wird weiterhin penibel und per Kennzeichen-Scanner darauf geachtet, dass die hoch frequentierten Stellplätze auf den Arealen P3 und P5 auch wirklich nur während der Arbeitszeit genutzt werden. Als Airport-Kräfte dort ihren Wagen stehen ließen und in Urlaub flogen, erlebten sie nach Rückkehr einen Schock.

Flughafen Köln/Bonn: Keine Ausfahrt nach Urlaub

EXPRESS hat vertrauliche Dokumente vorliegen, in denen sich Mitarbeiter über diese Praxis beschweren. Denn sie fühlen sich hintergangen, weil ihrer Ansicht die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Flughafen Köln/Bonn GmbH (FKB) im Sommer verschärft worden sind. Dort heißt es jetzt in § 2 Absatz 3: „Die Nutzung darf ausschließlich im Rahmen dienstlicher Tätigkeiten erfolgen. Eine private Nutzung ist nicht gestattet. Die FKB ist berechtigt, dies zu überprüfen.“

Alles zum Thema Flughafen Köln/Bonn

Das war wohl nicht allen bekannt. Und so erlebten mehrere Flughafen-Mitarbeiter böse Überraschungen: Als sie mit ihren Familien gut gelaunt und in Urlaubsstimmung das Airportgelände verlassen wollten, blieb die Schranke unten. Der Irritation, dass der Dienstausweis mit integriertem Parkchip nicht mehr funktionierte, folgte die beunruhigende Mahnung von Verwaltungskollegen, dass man ja leider privat geparkt habe. Und man nun für den Zeitraum der Reise die regulären Parkgebühren zahlen müsste. Pro Stunde, mal Tage, mal Wochen. So bekam der Urlaub einen horrenden Nachschlag!

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Flughafen-Chef Johan Vanneste.

Flughafen Köln/Bonn: Strafe für privates Parken

„Ich weiß von bis zu vierstelligen Beträgen. Diese wurden sofort eingefordert oder es wurde eine Woche Frist zur Zahlung eingeräumt“, so ein Betriebsrat zum EXPRESS. Heißt: Mehr als 1000 Euro für einen Parkplatz, der eigentlich ohnehin bezahlt wird. Ein Fall: Ein Frachtmitarbeiter kam aus dem dreiwöchigen Urlaub, stieg in sein Auto auf dem Open-Air-Parkplatz P5. Doch sein Parkausweis funktionierte nicht mehr.

Über die Notruftaste erfuhr er von seiner Nachzahlung: 790 Euro! Macht also fast 40 Euro pro Tag. Für einen Stellplatz unter freiem Himmel. Ebenso erging es einem Kollegen, der 165 Euro für vier Tage berappen musste. Unangenehm: Die Rechnungen sollen auch an die Arbeitgeber gegangen sein, die ja Hauptmieter der Flächen sind. „Einige Unternehmen haben dann kulanterweise für die Kollegen die Summen übernommen, andere aber nicht“, erfuhr EXPRESS aus Betriebsratskreisen.

Flughafen: Neue Parkkosten bei Überstunden 

Nicht genug: Wer seine Arbeitszeit überschreitet, weil er Überstunden machen muss und so das Parkzeitkontingent von maximal 200 Stunden pro Monat überschreitet, wird nun auch zur Kasse gebeten. In einem internen Schreiben der Bereiche Immobilien und Parken, das EXPRESS vorliegt, heißt es: „Der Tarif für die zusätzlich abgeparkten Stunden beträgt zehn Euro je angefangene zehn Stunden.“

Beim Thema Vermietung von Parkflächen geht nun erneut die Gewerkschaft Verdi auf die Barrikaden. Sprecher Özay Tarim  sieht eine große Ungerechtigkeit und kritisiert, dass Teilzeitkräfte beim Parken genauso zur Kasse gebeten werden wie Vollzeitkräfte: „Hier muss eine Staffelung her. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen die Flächen ja viel weniger und nutzen niemals die bezahlten maximalen 200 Stunden aus. Eine normale Vollzeitkraft parkt 160 Stunden, viele Teilzeitkräfte nur 80 Stunden pro Monat.“ Verdi will nun kostenlose Parkplätze für Flughafenbeschäftigte beim nächsten Arbeitskampf zu einer Tarifforderung machen.

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Der Flughafen Köln/Bonn setzt nun auf die Frachtmaschinen.  

Flughafen: Ein Stellplatz für drei Schichten

Zudem macht Verdi folgende Rechnung auf: Wenn der Flughafen, wie EXPRESS mitgeteilt, einen Stellplatz für 660 Euro netto pro Jahr vermietet, so könnte er dies pro Platz für drei Schichten, also drei Mitarbeiter tun. Er könnte also pro Parkplatz knapp 2000 Euro pro Jahr verdienen. Und da die Mitarbeiter keine festen Parkplätze haben, sondern sich immer einen neuen Platz suchen müssen, kommt sich auch keiner in die Quere. Denn allein auf P5 stehen 2.200 Stück zur Verfügung.

Flughafen-Sprecher: P3-Tarife statt P5

Was sagt der Flughafen zu dem Zoff? Airport-Sprecher Alexander Weise betont: „Der Mitarbeiterparkplatz verfügt nur über eine begrenzte Kapazität. Es kommt sowohl tagsüber als auch nachts zu Engpässen. Der Mitarbeiterplatz darf nur für dienstliche Zwecke genutzt werden. Dies ist in Nutzungsvereinbarungen eindeutig geregelt, die der Flughafen mit den ansässigen Firmen abgeschlossen hat.“ Und weiter: „In einigen Fällen, in denen der Parkplatz P5 für private Zwecke missbräuchlich genutzt wurde, wurde der Normaltarif beziehungsweise der sonst übliche Wochentarif gemäß Urlauberparkhaus P3 berechnet.“ Sonst wäre der Nachschlag noch deutlich teurer geworden ...

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