Rick Astley, einer der erfolgreichsten Künstler der späten 80er Jahre, hat im Kölner Tanzbrunnen gezeigt, dass er mehr kann, als die bekannten Popsongs zum Besten zu geben.
Pop-Idol veralbert sich selbstRick Astleys Show zwischen Leidenschaft und Mega-Hit

Copyright: Marcel Schwamborn
Rick Astley sang am Dienstagabend (4. August 2026) im Tanzbrunnen seine größten Hits.

Im kommenden Jahr feiert eine der größten Pop-Hymnen 40-Jähriges. „Never Gonna Give You Up“ ist dank des „Rickrolling“-Phänomens, bei dem Internetnutzer per Hyperlink unerwartet auf das Video des Songs gelockt wurden, auch Menschen bekannt, die zu Zeiten des Eurodisco-Sounds noch nicht geboren waren.
Die Nummer-eins-Platzierung in 25 Ländern sorgt dafür, dass Rick Astley (60) weiterhin sein Publikum findet. Der britische Sänger feierte zwischen 1987 und 1993 seine größten Erfolge, hauptsächlich dank der Produktionen aus der Hitfabrik von Stock Aitken Waterman.
Rick Astley: 3500 Fans gehen mit ihm im Tanzbrunnen auf Zeitreise
„Wir spielen natürlich die Sachen aus den 80ern“, sagt er am Dienstagabend (4. August 2026) im Kölner Tanzbrunnen und schickt fast eine Warnung hinterher: „Wir spielen aber auch neue Lieder. Kleiner Hinweis: Die Toiletten sind dahinten, Bier gibt es da vorn.“
Spätestens da ist klar, dass da ein Musiker auf der Bühne steht, der Selbstironie perfekt beherrscht. „Wie sind meine Haare?“, will er wissen. Als die 3500 Fans johlen, freut er sich. „Wenn die Hose und die Haare sitzen, dann kann nichts mehr schiefgehen.“
Nur das Wetter, das macht ihm zu schaffen. „Köln, mal im Ernst: Was ist hier los? Das ist nicht Marbella, das ist Deutschland“, stöhnt er. Nach einer Minute legt er noch im Auftaktsong „Lights Out“ das Jackett ab. Mittags hatte sich der Brite den Kölner Dom angeschaut, jetzt singt er in den Abendhimmel und ein leichtes Sommergewitter hinein.
„Ich tanze nicht mehr, ich bin zu alt dafür“, entfährt es ihm vor „She Wants to Dance With Me“. Dabei wirkt der Popsänger mit 60 kaum gealtert. Er spielt Fangen mit seinem Gitarren-Roadie, lässt der neunköpfigen Band Drinks servieren, albert mit dem roten Telefon auf der Bühne herum und setzt sich zu „Keep Singing“ kurz in einen Sessel.

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Zwischendurch griff Rick Astley auch immer mal zur Gitarre. Seine größte Leidenschaft ist jedoch das Schlagzeug.
Die Fans wollen seinen weiterhin sehr präsenten Bariton hören, doch Astley möchte auch gerne seiner Leidenschaft nachgehen. Eigentlich wollte er immer Schlagzeuger werden. Bei den beiden Covern „Where is my Husband“ von Raye und „Highway to Hell“ von AC/DC zeigt er, was er kann. Er habe so gehofft, dass der Schlagzeuger von AC/DC in Manchester einen Unfall erleide und sie spontan Ersatz suchen, scherzt er.

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Auch sie wollten Rick Astley live erleben: Ex-Bläck-Fööss-Mitglied Bömmel Lückerath (l.) und Entertainer Linus.
Doch da ist noch die Sache mit dem Megahit. Als der Brite nach knapp einer Stunde einen Song mit „Never Gonna“ ankündigt, stimmt die Menge schon den Refrain an. „Ich bin 60. Wenn du da deinen größten Hit in der Mitte des Konzerts spielst, gehen alle“, klärt Astley auf. Es folgt erst mal „Never Gonna Stop“.
Nach den Hits „Whenever You Need Somebody“ und „Take Me to Your Heart“ ist es endlich so weit. „Never Gonna Give You Up“ wird ausgiebig zelebriert. Danach ist Schluss. Ohne Zugaben geht die Band nach gut anderthalb Stunden von der Bühne. Die Menge klatscht weiter, einige pfeifen, doch die Zeitreise ist abrupt beendet.

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Ian Broudie eröffnete den Konzertabend mit seiner Band The Lightning Seeds.
Im Publikum sind auch zwei Musiker dabei, die demnächst selbst im Tanzbrunnen agieren werden. Bömmel Lückerath ist Gast beim 50. Konzert der Bläck Fööss am 29. August. Und Entertainer Linus bittet am 11. September wieder zur Talentprobe.
Vor Rick Astley hat übrigens Ian Broudie einen Tag nach seinem 68. Geburtstag die wunderbaren Britpop-Songs seiner Band The Lightning Seeds präsentiert. Die englische Fußball-Hymne „Three Lions (Football’s Coming Home)“, „The Life of Riley“ und „Pure“ passten hervorragend zu diesem Nostalgie-Abend.
