Hitzeschlacht bei „Jeck im Sunnesching“Kölsche Bands enthüllen ihre neuen Sessionssongs

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Zum ersten Mal war der Kölner Tanzbrunnen Schauplatz von „Jeck im Sunnesching“. Das wilde Sommerfestival mit reichlich kölscher Musik wurde zur schweißtreibenden Angelegenheit.

Heiß, heißer, „Jeck im Sunnesching“. Die 11. Ausgabe des Sommerfestivals machte ihrem Namen alle Ehre. 32 Grad im Schatten, die Sonne gab Vollgas, der Schweiß floss in Strömen, Fächer waren hoch im Kurs.

„Fiere ohne ze friere“ war einst das Gründungsmotto für das jecke Spektakel, weil die Karnevalstage selten von sommerlichen Temperaturen begleitet werden. Am Samstag (20. Juni 2026) waren vorrangig die im Vorteil, die ein besonders luftiges Kostüm trugen.

„Jeck im Sunnesching“: Tanzbrunnen mit 12.500 Jecken ausverkauft

Moderator Lukas Wachten hatte es sich ganz einfach gemacht. In Badehose und Flip-Flops trat er auf die Bühne. Cat-Ballou-Musiker Hannes Feder setzte sich mit freiem Oberkörper hinter das Schlagzeug.

Köln erlebte eine ganz besondere Ausgabe des Sunnesching-Events. Erstmals fand die Sause im Tanzbrunnen statt und der Glutofen erlebte prompt die bisher größte Veranstaltung auf der Open-Air-Fläche.

12.500 Jecke waren gekommen, das Gelände wurde um 25 Prozent vergrößert, weil die 16 Essensstände Richtung Rheinpark und Staatenhaus verlegt wurden. So blieb viel Platz zum Feiern und auch mal zum Entspannen, wenn sich ein Schattenplätzchen fand. Ein 0,3-Liter-Kölsch kostete 4,40 Euro, ein Pittermännchen 129 Euro, ein Liter Softdrink 13 Euro, ein Liter Wasser sieben Euro.

Das Sommerfestival „Jeck im Sunnesching“ im Tanzbrunnen.

Copyright: Martina Goyert

Der Tanzbrunnen wurde für das Festival herrlich bunt dekoriert. Unter den Schirmen entstand so ein wunderbares Bild.

Der Springbrunnenbereich war besonders beliebt. Auch der Beachclub war geöffnet. Das Bühnenprogramm konnte dort mit Domblick verfolgt werden. Zahlreiche Strandkörbe standen auf dem Gelände. Es gab ein Bällebad für die Junggebliebenen und Goodie-Bags mit Sonnencreme am EXPRESS-Stand. Dort konnte sich auch jeder eine Wunschschlagzeile mit Foto erstellen lassen.

Sommerfestival „Jeck im Sunnesching“ im Tanzbrunnen: Jecke im Beachclub.

Copyright: Martina Goyert

Auch der Beachclub gehörte mit zum Festivalgelände. Dort konnte das Musikprogramm mit Domblick verfolgt werden.

15 Stunden lang waren am Freitag die Deko-Teams aktiv, um die Schirme mit Fähnchen und Folien zu verschönern. Das ganze Tanzbrunnen-Gelände war passend zum Motto kunterbunt. „Ich bin sehr happy, wenn ich das alles sehe“, sagte Veranstalter Jochen Gasser. „Das Format hat hier noch einmal ein enormes Update bekommen. Wir können uns richtig austoben.“

Eldorado bei „Jeck im Sunnesching“ im Tanzbrunnen.

Copyright: Martina Goyert

Eldorado gehörte zu den kölschen Bands, die beim Festival auftraten. Die Band präsentierte ihren neuen Song.

Seit 2016 fand „Jeck im Sunnesching“ im Jugendpark statt. Dort entwickelte sich das Festival aber immer schnell zu einer staubigen oder matschigen Angelegenheit. „Die Infrastruktur im Tanzbrunnen mit Toilettenanlagen und festem Untergrund bietet natürlich wahnsinnige Vorteile“, sagte Gasser.

Gleichwohl staute sich die Hitze unter den großen Schirmen vor der Bühne enorm. An den zwei kostenlosen Wasserstellen bildeten sich XXL-Schlangen. Frenetisch bejubelt wurden immer die Wasserfontänen, die etwas Abkühlung ins Publikum schossen.

Sommerfestival „Jeck im Sunnesching“: Das Bierfass wird angestochen.

Copyright: Martina Goyert

Gaffelchef Heinrich Becker schlug symbolisch ein Fass auf der Bühne an. Er benötigte dazu nur einen Schlag.

Björn Heuser gab morgens den Eisbrecher. Der Mitsing-König war nachher begeistert. „Eine enorme Energie und eine wahnsinnige Stimmung war das. Das war für das kölsche Hätz genau das richtige“, sagte er.

Dem konnte auch Cat-Ballou-Frontmann Oliver Niesen nur zustimmen. „Früher war das Festival etwas versteckter, jetzt ist es präsenter. Durch die größere Anzahl an Schirmen waren viele im Schatten und hatten mehr Energie.“

Fans holen sich bei „Jeck im Sunnesching“ kostenloses Trinkwasser.

Copyright: Martina Goyert

Die Abfüllstationen, an denen es kostenloses Trinkwasser gab, waren besonders begehrt. Dort bildeten sich lange Schlangen.

Einige Bands nutzten den großen Festivalauftritt, um den Fans ihre neuen Songs für die kommende Session zu präsentieren. „Jeck im Kopp“ heißt der eingängige Titel von Eldorado. Der „Jeck im Kopp“ ist nämlich dafür verantwortlich, dass man in Köln gern mal zu viel bützt und auf Feiern kein Ende finden will.

Die Höhner feierten gleich doppelt Premiere. Erstmals waren sie überhaupt beim Festival. Zudem präsentierten sie ihr neues Stück „Der Prinz“, das schon beim ersten Hören gefeiert wurde. „Das Lied ist eine Hommage ans Feiern. Wir Kölschen brauchen keinen Grund zum Feiern“, sagte Sänger Patrick Lück zu EXPRESS.de.

Die Höhner bei „Jeck im Sunnesching“ im Tanzbrunnen.

Copyright: Martina Goyert

Die Höhner überraschten bei ihrer Festival-Premiere mit dem neuen Song „Der Prinz“.

Brings holten Eko Fresh für die „Bunte Brücke“ mit auf die Bühne. Mit den Grüngürtelrosen, den Klüngelköpp, Miljö, Druckluft und Kasalla sorgten weitere Top-Bands im Laufe des Nachmittags dafür, dass die Temperaturen immer weiter in die Höhe gingen.

Am Sonntag sind die kleinen Jecken ab 13 Uhr an der Reihe. Bei „Jeck im Sunnesching för Pänz“ sind Lupo, Druckluft, Planschemalöör und Kasalla am Start. Die Temperaturen werden ähnlich schweißtreibend.

Guido Cantz bei einem Auftritt auf der Bühne.
Zweiter Schicksalsschlag
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