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Fahrradfalle entschärftNach Horror-Stürzen: Stadt Köln macht Brücke endlich sicher

Seit Kurzem eindeutig beschildert: die Auffahrt für Radfahrer zur Severinsbrücke auf der Deutzer Seite.

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Seit Kurzem eindeutig beschildert: die Auffahrt für Radfahrer zur Severinsbrücke auf der Deutzer Seite. Das neue weiße Schild weist jetzt eindeutig den Weg. 

Nach Horror-Stürzen auf der Severinsbrücke hat die Stadt Köln endlich gehandelt und eine gefährliche Rampe entschärft.

Es dauerte Monate, aber nun hat das zuständige Mobilitätsdezernat die Gefahrenzone für Radfahrende entschärft, die aus Deutz auf die Severinsbrücke gelangen wollen.

Am 16. Dezember 2023 zog sich Carsten Brennecke bei einem Sturz ohne Fremdeinwirkung auf der Fahrradrampe zur Brücke erhebliche Verletzungen zu. Er war auf dem Weg zur Weihnachtsfeier der Produktion und Blattplanung des DuMont-Verlags im Volksgarten (wir berichteten).

„Alles ziemlich verwinkelt und abends stockdunkel“

Brennecke, der als routinierter und vorsichtiger Radfahrer gilt, nutzte diese Strecke an jenem Abend zum allerersten Mal. Er kam vom Rheinufer bei der Deutzer Werft. „Ich wollte auf die Brücke fahren. Der Radweg wird an dieser Stelle anders geführt als die Straße. Man fährt durch eine Wohnstraße, unter einer Brückenzufahrt für die Autos hindurch“, erklärt er. „Das ist alles ziemlich verwinkelt und abends stockdunkel.“ Brennecke folgte der Radroute, die nach rechts abknickt, und beschleunigte, um die Steigung der steilen Rampe auf der rechten Rheinseite zu meistern.

Das Hindernis, das sich ihm in den Weg stellte, ein rechtwinkliges Absperrgitter auf dem dunklen Weg, das links umfahren werden muss, bemerkte er erst im allerletzten Augenblick. Es war komplett verrostet und die reflektierende Farbe war abgeblättert. „Ich hatte keine Chance, auszuweichen.“

Brennecke fiel auf den Kopf und die linke Schulter, was eine Schädelprellung zur Folge hatte. Sein Schultereckgelenk war gesprengt, die Bänder gerissen und das Schlüsselbein hatte sich verschoben. Sein Velo war nur noch Schrott. Die Wucht der Kollision hatte den Rahmen verbogen, Ober- und Unterrohr waren stark eingedrückt.

Was er als nicht ortskundige Person wegen der unklaren Beschilderung nicht ahnte: Er hätte auch die Möglichkeit gehabt, vor der Rampe mit dem Gitter rechts abzubiegen und über einen sanfter geschwungenen Weg zur Brücke zu kommen.

So sah die Rampe zur Severinsbrücke bisher aus. Radfahrer dürfen sie nicht nutzen, aber im Dunkeln waren die Schilder weit vor der Rampe kaum zu erkennen.

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So sah die Rampe zur Severinsbrücke bisher aus. Radfahrer dürfen sie nicht nutzen, aber im Dunkeln waren die Schilder weit vor der Rampe kaum zu erkennen.

Nachdem unsere Redaktion Mitte Januar über diesen Vorfall berichtete, traten weitere Betroffene an uns heran, die ganz Ähnliches erlebt hatten. „Mir ist im November 2022 exakt das Gleiche passiert“, erzählt Barbara Steinbach-Zander. „Ich habe mir einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen, der mein Leben verändert hat. Ich leide heute noch darunter.“

Ähnlich wie Brennecke ist auch Steinbach-Zander eine routinierte Radfahrerin und war an dem Abend im November 2022 das erste Mal auf dieser Route unterwegs. Auch sie hat das Absperrgitter übersehen.

Verwaltung wehrt zunächst ab

Nach dem Sturz stieg sie im anfänglichen Schock sogar wieder auf ihr Rad und fuhr mit Schmerzen nach Hause. „Das war ein Fehler. Wir haben erwogen, die Stadt zu verklagen, aber ich habe ja keinen Zeugen.“ Ein Aushang, den ihr Gatte an der Unglücksstelle anbrachte, blieb ohne Resonanz.

Die Kölner Verwaltung, die vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit diesem weiteren Fall konfrontiert wurde, wiegelte zuerst ab. Die Ausschilderung 50 Meter vor der Brückenauffahrt sei unmissverständlich. „Links ist ein Fußgänger-Piktogramm und rechts ein Radweg-Piktogramm auf dem Schild abgebildet. Das legt für den Bereich links des Schmalstrichs die Gehwegnutzung und rechts des Schmalstrichs die Radwegnutzung fest. Rad- und Fußverkehr sind mit einer weißen durchgezogenen Linie voneinander getrennt. Der Rad-Wegweiser gilt für die Radwegfläche“, lautete die wörtliche Stellungnahme.

Auf Nachfrage teilte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) mit, dass man die Stadtverwaltung bereits im September 2022 dazu angehalten habe, die Wegweisung für Radfahrer zur Severinsbrücke zu optimieren. Ziel sei es gewesen, „um es auch ortsunkundigen Radlern zu ermöglichen, die Brücke effektiv zu nutzen“.

Genau dies wurde nun umgesetzt. Nach einer provisorischen Lösung, die einige Monate lang bestand, ist die Ausschilderung jetzt klar und unmissverständlich. Radfahrende müssen den flacheren Bogen zur Severinsbrücke nehmen, der zwar etwas länger, aber dafür weniger steil ist. Das direkte Befahren der Rampe ist untersagt. Diese ist nun ausschließlich für Fußgänger reserviert. (red)

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