80er-Ikone Rick Astley kommt nach Köln und erzählt, warum er sich versteckte und wie das Internet ihn zurückbrachte.
„Das ist ein fantastisches Geschenk“80er-Ikone Rick Astley über sein spätes Glück und wilde Träume

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Rick Astley auf seinem letzten Köln-Konzert im März 2024 im Palladium.
Rick Astley kommt am 4. August in den Kölner Tanzbrunnen. Vorher spricht die 80er-Ikone darüber, warum er sich früher versteckte und wie das Internet ihn zurück auf die Bühne katapultierte.
Sein Hit „Never Gonna Give You Up“ machte ihn in den 80ern weltberühmt, doch der junge Rick Astley zog sich zurück. Jetzt, mit 60, ist er zurück auf den größten Bühnen – und glücklicher als je zuvor.
„Rickrolling“ brachte ihn zurück auf die großen Festivals
Damals, als junger Star, fühlte er sich gefangen. Der Druck war riesig. „Gerade der erste Song, „Never Gonna Give You Up“, wurde so riesig, dass er der ganzen Welt ein Modell von mir gegeben hat“, sagt Astley. Er fühlte sich wie eine Kunstfigur, die nur im Regenmantel herumtanzt. „Sehe ich mich in alten Interviews, denke ich: Das bin nicht wirklich ich.“
Er zog sich zurück, wurde zum „netten Typ auf der Talk-Show-Couch“. Doch in ihm schlummerte eine andere Seite. Seit 20 Jahren spielt er mit Freunden in einer Band punkige Rocksongs, sitzt am Schlagzeug und schreit das Publikum an. Ein Ventil, das ihm zeigte, was er vermisst hatte.
Diese wilde Energie wollte er endlich auch auf seine eigene Bühne bringen. Und das macht er heute. Er erlaubt sich, wieder Spaß zu haben. Einen riesigen Anteil an seinem Comeback hat aber auch das Internet. Durch das Phänomen „Rickrolling“, bei dem sein Hit als Scherz verlinkt wurde, lernte ihn eine ganz neue Generation kennen.
„Gestern war ich in London mit einem Freund Kaffee trinken. Ein achtjähriger Junge kam auf mich zu und wollte ein gemeinsames Foto haben“, erzählt er ungläubig. „Woher kennt der mich?“ Das Internet hat seinen Song unsterblich gemacht, während andere große Hits in Vergessenheit gerieten.

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Die Tolle sitzt: Rick Astley heute
Doch Astley hat noch andere Träume. Einer davon war, einmal die Songs seiner Lieblingsband The Smiths zu spielen. In einem Podcast erzählte er der Indie-Band Blossoms davon. Die zögerten nicht lange: „Wir werden deine Band sein.“
Gänsehaut-Moment in Glastonbury: Rick Astley singt The Smiths
Was als Traum für einen kleinen Pub begann, endete auf der legendären Bühne des Glastonbury Festivals. „Ich werde dieses Wochenende nie vergessen, solange ich lebe. Das war einer der besten Tage meines Lebens“, schwärmt Astley. Erst trat er auf der Hauptbühne auf, dann spielte er mit Blossoms in einem Zelt ein komplettes Smiths-Set. „Es war unbeschreiblich – ein Meer von Menschen, die jeden einzelnen Song mitgesungen haben.“
Diese Erlebnisse haben seine Sicht auf das Leben und die Musik verändert. Er ist dankbar für jede Sekunde auf der Bühne. „Wenn ich heute auf der Bühne stehe – das ist keine falsche Bescheidenheit, das ist einfach Realität –, denke ich: Ich bin 60 Jahre alt, ich singe vor Tausenden, vielleicht Zehntausenden von Menschen. Und die freuen sich. Ein fantastisches Geschenk.“
Damals, in den 90ern, hatte er genug. „Ich hatte das, was ich tat, einfach satt und ich hatte auch mich selbst satt.“ Die ständige Konfrontation mit dem eigenen Gesicht auf Albumcovern, die Playback-Auftritte im Fernsehen – all das wurde ihm zu viel. Zudem gründete er eine Familie, seine Tochter wurde 1992 geboren. Er war einfach fertig mit dem Showgeschäft.
Heute ist alles anders. Er spielt mehr Konzerte als je zuvor und genießt die seltsame, neue Welt, in der K-Pop-Bands neben den Foo Fighters auf Festivals spielen – und eben auch Rick Astley. Er ist dankbar, ein Teil davon zu sein. (red)

