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Historischer TiefstandRhein in Köln: Negativrekord erneut geknackt

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Erst am Samstag lag der Pegelstand in Köln wegen des Niedrigwassers so tief wie nie seit 1816 – nun folgt der nächste Negativrekord. 

Der viel befahrene Rhein hat in Köln den erst wenige Tage alten historischen Tiefstand am Donnerstag (6. August) deutlich unterboten. Am Nachmittag ist der Pegelstand auf 61 Zentimeter zurückgegangen, wie aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht.

Der neue Negativrekord am Pegel Köln liegt somit fünf Zentimeter unter dem erst am vergangenen Samstag gemessenen vorherigen Tiefstwert von 67 Zentimetern. Die Aufzeichnungen gehen hier bis 1816 zurück.

Niedrigwasser im Rhein: „Trendwende ist bislang nicht zu erkennen“

Die Fahrrinne im Rhein ist deutlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer. In Köln etwa sind es beispielsweise 1,11 Meter mehr. Schiffe können zwar weiterfahren, allerdings nur mit deutlich weniger Fracht als sonst üblich. Laut Prognose soll der Pegelstand in Köln am Freitag wieder steigen.

Der Pegel ist die aktuelle Höhe des Wasserspiegels des Rheins, gemessen an einem festgelegten Referenzpunkt (Pegelnullpunkt). Die Pegelnullpunkte an verschiedenen Messstellen am Rhein sind historisch gewachsen. Sie wurden an verschiedenen Zeiten und Orten festgelegt, ohne dass es ein einheitliches System gab.

In der weiteren Abschätzung bis Montag erwartet das Amt für die vier großen NRW-Messstationen Köln, Düsseldorf, Duisburg-Ruhrort und Emmerich einen leichten Anstieg der Pegelstände um zwischenzeitlich bis zu elf Zentimeter. „Der Wasserstand steigt leicht, ist aber weiterhin extrem niedrig. Eine Trendwende ist bislang nicht zu erkennen“, sagte Sprecher Moritz Axt.

Auch am Pegel Düsseldorf wird der Wasserstand der jüngsten Prognose zufolge die erst wenige Tage alte historische Tiefmarke von 20 Zentimetern wieder erreichen, und zwar am Freitag. Am Pegel Duisburg-Ruhrort wird der Negativrekord von 148 Zentimetern vom Sonntag voraussichtlich vorerst Bestand haben. Für Freitag ist ein Pegelstand von 150 Zentimetern an dieser Stelle vorhergesagt.

Niedrigwasser in Köln: Weltkriegsbombe in Köln-Deutz gefunden

Durch das Niedrigwasser ist im Rhein bei Köln-Deutz derweil eine Weltkriegsbombe gefunden worden. Der Blindgänger müsse noch am Donnerstag entschärft werden, teilte die Stadt mit. Menschen im Umkreis von 400 Metern müssten ihre Häuser verlassen – es seien etwa 360 Personen von der Evakuierung betroffen, hauptsächlich Bewohner eines Seniorenheims, hieß es. Auch der Sender RTL liegt im Evakuierungsradius.

Für die Wirtschaft sei das Niedrigwasser im Rhein unterdessen „dramatisch“, warnen Fachleute. Gerade in den am Rhein liegenden Bundesländern bezögen sehr viele Unternehmen ihre Güter, Rohstoffe und Vorprodukte über den Rhein, erklärte etwa der Ökonom Simon Gerards Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft am Donnerstag.

„Für ein Unternehmen wie BASF ist es lebensnotwendig, dass ein Rhein als Wasserstraße funktioniert, wenn es um 40 Prozent seiner Produkte hierüber abfertigt“, warnte Iglesias. Der Experte befürchtet wegen des Niedrigwassers einen Einbruch des Wirtschaftswachstums in Deutschland, ähnlich wie im Dürrejahr 2018. (dpa/das)

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