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„Es war noch alles original“Kölner Tabledance-Bar: Früher nackte Haut, heute Hochgenuss

stardust
nachtclub und tabledance bar
maastrichter straße
Foto: Stefan Worring

Das ehemalige „Stardust“ – das Foto zeigt den Eingangsbereich im Oktober 2002.

Vom Tabledance-Club zum Edel-Restaurant mit Live-Musik. Das „Stardust“ ist Vergangenheit.

Ein schwarzer Flügel ist das Herzstück des Lokals und wird mindestens einmal pro Woche zum Star des Abends.

Im „The Namos“ an der Maastrichter Straße sorgen donnerstags wechselnde Pianisten und Pianistinnen für die musikalische Untermalung des Restaurantbesuchs. Das Repertoire reicht von Jazz über Klassik bis hin zu Filmmusik. Es finden aber auch regelmäßig richtige Konzerte mit Jazz-Gruppen statt, für die extra Platz für Kontrabass, Saxofon und Schlagzeug geschaffen wird.

„The Namos“: Komplette Kernsanierung nach Tabledance-Ära

„So etwas gibt es in dieser Gegend kaum noch“, erklärt Inhaber Ihab Polos gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. In der Nähe seines vor rund einem Jahr eröffneten Restaurants gab es einst mit dem „Bruegel“ auf den Ringen sowie dem „Maca Ronni“ an der Hahnenstraße zwei bekannte Anlaufstellen für Piano-Bar-Musik.

Laut dem Chef kommen die Gäste gezielt wegen dieses besonderen musikalischen Angebots. Das geräumige „The Namos“ befindet sich in den Räumlichkeiten der ehemaligen Tabledance-Bar „Stardust“, die früher durch ihre markante, bunte Leuchtreklame auffiel.

Die Bar war jahrelang geschlossen und der Abschied erfolgte still und leise. Lange Zeit passierte nichts an dem Ort, an dem sich einst spärlich bekleidete Frauen an Stangen bewegten. Polos erfuhr durch einen Bekannten von dem Lokal und musste dann eineinhalb Jahre lang alles umkrempeln.

„Wir haben hier eine Kernsanierung durchgeführt, es war noch alles original“, berichtet er. Die Veränderung ist beeindruckend: Der ehemalige Nachtclub präsentiert sich nun als Restaurant mit einem modernen und gehobenen Ambiente, in dem Holztöne und dezente Farben vorherrschen.

Ihab Polos betreibt das Restaurant „The Namos“.

Ihab Polos betreibt das Restaurant „The Namos“.

Das Angebot wurde komplett neu ausgerichtet und bietet nun mediterrane Küche. Der Schwerpunkt liegt auf Tapas wie überbackenen Manchego-Muscheln, gegrilltem Gemüse und Lammkoteletts. Laut Polos ist auch die Pizza sehr gefragt, von der Pizza Mozzarella (15,90 Euro) über Diavolo (16,90 Euro) bis hin zur Trüffel-Variante (20,90 Euro).

Fischliebhaber können sich auf Gerichte wie Oktopus Lecce freuen: gegrillter Oktopus auf einer leicht pikanten Tomatensoße, serviert mit Gemüse der Saison und Drillingen (22,90 Euro). Als Fleischgericht legt Polos den Gästen das Rinderfilet mit Saisongemüse (34,90 Euro) ans Herz.

Die Weinkarte ist ebenfalls bemerkenswert umfangreich und listet Rot-, Weiß- und Roséweine aus Frankreich, Italien und Spanien. „Wir führen auch einige alkoholfreie Weine, die sehr beliebt sind“, so Polos. Ab dem 1. April wird im „The Namos“ ein „Menu del dià“ eingeführt, das sich am spanischen Mittagstisch orientiert. Geplant sind Hauptgerichte für rund 15 Euro sowie ausgewählte Pizzen oder Tapas für weniger als zehn Euro.

„The Namos“: Testlauf statt aggressivem Marketing

Polos und sein Team nutzten das erste Jahr nach der Eröffnung als eine Art Probephase. Sie testeten, welche Gerichte gut ankommen, was die Gäste bevorzugen, welche Preise akzeptiert werden, wie das Team harmoniert und welche Lieferanten und Lieferantinnen überzeugen. Das multikulturelle Küchenteam wurde sorgfältig ausgewählt und bringt kulinarische Einflüsse aus den Metropolen der Welt mit. Ihnen war es wichtiger, sich zu finden und das Konzept anzupassen, anstatt auf aggressives Social-Media-Marketing samt Tiktok-Videos zu setzen, wie es für neue Restaurants oft üblich ist.

„Unser Ziel war es, zunächst zurückhaltend aufzutreten und uns als ernstzunehmendes Restaurant zu etablieren“, sagt der Chef. Die Anwohner und Anwohnerinnen im Belgischen Viertel hätten sie positiv empfangen, und mit dem Daikan gegenüber befinde man sich in ausgezeichneter gastronomischer Nachbarschaft. Auch im Eventbereich konnten sie bereits Erfahrungen sammeln: Das Team richtete die After-Show-Party des Kölner Filmpreises mit 350 Gästen aus.

Das Restaurant bietet mit 150 Innen- und 60 Außenplätzen auch Raum für private Feiern oder Firmenevents unterschiedlicher Größe. Polos bringt bereits Erfahrung aus der Nachtgastronomie mit, da er jahrelang mehrere große Shishabars in Köln sowie Düsseldorf führte. Er wollte sich jedoch vom Nachtleben verabschieden. „Und angenehmere Arbeitszeiten haben“, fügt Polos hinzu (red).

The Namos, Maastrichter Straße 6-8, ist täglich außer montags geöffnet.

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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