Zoff um Müll, Rauch, Verkehr An Kölns Eigelstein ist wieder Musik – klingt aber schräg

Dönerläden in der Weidengasse in Köln

Die Weidengasse im Eigelstein-Viertel am 23. April: Grillrauch, Müll, Verkehr – hier sorgt so manches Thema für Ärger.

Köln. Es ist eine explosive Mischung, die am Eigelstein weiterhin für Unruhe sorgt: Diskussionen über Müll, Rauch der Dönergrills, umstrittene Verkehrskonzepte zur Verkehrsberuhigung. Dazu dann Aktivitäten des Bürgervereins Eigelstein und eine Resolution von Anwohnern.

Kölner Eigelstein: Resolution und Unterschriftenaktion

Kunsthändlerin Antje Hegge war es leid, wollte klarstellen, dass der Bürgerverein nicht im Namen aller Anwohner spreche – und startete ein Unterschriftenaktion.

„Das Eigelstein-Viertel lebt durch seine soziale Verschiedenheit, das Durcheinander der Kulturen und den Respekt zueinander“, stellt Hegge klar. Dieses sensible Gefüge drohe durch Aktionen des Bürgervereins auseinanderzubrechen.

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Kölner Eigelstein: Zoff um Verkehr und Gastronomie

So heißt es in der Resolution: „Wir erklären als Anwohner und Betroffene, dass der Bürgerverein Eigelstein e.V. nicht in unserem Namen spricht und handelt. Das gilt auch für Meinungen und Aktionen des Bürgervereins. Durch die Folgen der völlig undurchdachten Fußgängerzone im Eigelsteinviertel sehen wir uns zu diesem Schritt gezwungen. Das gilt ebenso für die konfrontative Haltung (u. a. Planung einer Straßenblockade) des Bürgervereins gegenüber der Gastronomie in der Weidengasse.“

Gegenüber EXPRESS erläutert Hegge: „Da wird zum Beispiel angekündigt, dass mit dem Müll, der in der Weidengasse liegt, eine Blockade auf der Straße errichtet werden soll. Das ist unterirdisch! Und dann wird den Grill-Betreibern vorgeworfen, dass sie Rauch verursachen – obwohl das doch von der Stadt genehmigt ist, die Gastonomen sich an alle Vorschriften halten.“

Kölner Eigelstein: Schreiben an Oberbürgermeisterin

Mit einem „Hilferuf“ hatte der Verein auf problematische Zustände aufmerksam gemacht, von einer „unkontrollierten Abwärtsbewegung besonders der Weidengasse“ gesprochen.

Antje Hegge hält mit der Resolution, die mehr als 300 Anwohner unterzeichnet haben, dagegen – ein Thema, das auch der Kölner Presseclub aufgegriffen hat. Geschickt wurde die Resolution unter anderem an Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Und auch an Bezirksbürgermeister Andreas Hupke mit der Bitte, „die Gemüter zu beruhigen und ein konstruktives Gespräch zwischen den sich bildenden Gruppen wieder in Gang zu bringen“.

Kölner Eigelstein: Weiter Gespräch- und Handlungsbedarf

Für Kölns Oberbürgermeisterin antwortete der Amtsleiter des Bürgeramts Innenstadt, Dr. Ulrich Höver, der auf Gespräche setzt: „Zu den von Ihnen angesprochenen Themen des Auftretens von Vereinsmitgliedern und der Kommunikation im Veedel gebe ich die Empfehlung, neben der Kommunikation mit Politik und Verwaltung auch das Gespräch zum Vorstand des „Bürgervereins Eigelstein e.V.“ selber zu suchen. Möglicherweise lassen sich manche Missverständnisse oder persönlichen Verletzungen auf diesem Wege doch lösen.“

Mit der anderen Seite reden – für Antje Hegge selbstverständlich. Aber skeptisch meint sie: „Es gibt weiterhin dringenden Gesprächs- und auch Handlungsbedarf.“ Am Eigelstein ist also weiter Musik drin...

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