Zoff ums Parken in Zollstock: Weil die Stadt das Gehwegparken verbietet, schaltet sich nun der OB ein.
Park-Chaos in ZollstockAnwohnende sauer – jetzt schaltet sich der OB ein

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Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester, hier bei einer Pressekonferenz im Juni 2026, machte sich ein Bild vor Ort.
Zoff um Parkplätze in einem Kölner Veedel! Weil die Stadt das Gehwegparken verbietet, kocht die Wut bei Anwohnenden hoch. Jetzt kam OB Torsten Burmester zum Krisengipfel vor Ort.
Der Treffpunkt an der Ecke Alfter Straße/Breniger Straße füllte sich nur zögerlich. Als Oberbürgermeister Torsten Burmester kurz vor 10.30 Uhr eintraf, wartete nur eine kleine Gruppe. Doch Minuten später waren es rund 40 Anwohnerinnen und Anwohner. Sie haben Burmester nach Zollstock bestellt, damit er sich den Schlamassel um die Parkplätze in der Bornheimer Straße und der Alfterstraße selbst ansieht. An seiner Seite: Verkehrsdezernent Ascan Egerer.
Anwohner fordern: Gehwegparken mit Markierungen muss her!
Es ist ein Thema, das die Menschen in Zollstock seit Monaten auf die Palme bringt. Im September 2025 war Schluss mit lustig: Die Stadt beendete das jahrzehntelang geduldete, wenn auch verbotene, Parken auf dem Gehweg.
Auslöser war eine Bürgerbeschwerde, nachdem ein Rettungseinsatz behindert wurde. Eine Prüfung ergab, dass die Mindestbreiten für Fahrbahn und Bürgersteig nicht mehr passten. Seit Mitte Mai hagelt es Knöllchen. Viele im Veedel wollen die alten Parkmöglichkeiten zurück, andere finden die neue Regelung super.
„Sie wissen ja, dass für Fahrbahnen eine Mindestbreite von 3,05 Metern gilt, damit Feuerwehr und Rettungswagen durchkommen. Aber schildern Sie mir doch zunächst einmal die Situation vor Ort und Ihre Argumente", eröffnete Burmester die hitzige Diskussion.
Holger Kroker, Sprecher der Bürgerinitiative, legte direkt los. Er betonte, dass Rettungsfahrzeuge auch bei beidseitigem Gehwegparken durchkommen würden. „Wenn man das beidseitige Gehwegparken ermöglicht und die Parkflächen markiert, damit sich jeder daran hält, bleibt eine Breite von 3,05 Metern für die Fahrbahn“, erklärte Kroker dem OB. Er berichtete von einem Ortstermin im Februar mit Feuerwehr und Ordnungsamt, bei dem eine solche Lösung bereits positiv bewertet worden sei. „Wir haben überhaupt nichts dagegen, dass Falschparker, die zu weit in der Straße stehen und dadurch behindern, abgeschleppt werden“, sagte Kroker.
Eine Anwohnerin klagte, dass die Fahrbahn, seitdem die Stellplätze fehlen, zur Rennstrecke geworden sei. „Die Autos rasen durch die Bornheimer Straße zum Gürtel, um eine Ampel zu umgehen. Das ist gefährlich, hier spielen Kinder.“
Radfahrer würden zudem oft auf die freien Gehwege ausweichen, um dem Kopfsteinpflaster zu entgehen. Andrew Cavanagh aus der Breniger Straße schilderte den wachsenden Parkdruck: „Es hat hier 40 Jahre mit dem Parken funktioniert. Jetzt findet man abends keinen Parkplatz mehr. Schließlich sind auf der Vorgebirgstraße auch Parkplätze weggefallen durch den Radschutzstreifen“, schildert er.
Widerspruch von anderer Seite: „Autos sind heute größer“
Doch es gab auch Gegenwind. Isabel Finkenberg aus der Bornheimer Straße hielt dagegen: „Die Autos sind heute größer und breiter. Es muss nicht der maximale Parkraum für alle geschaffen werden. Man kann auch mal ein paar Minuten vom Parkplatz zur Wohnung laufen. Es gibt auch einen Klimawandel, und es müssen alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden“, sagte sie. Unterstützung erhielt sie von Heide Dube, welche die neue Regelung ebenfalls begrüßt.
Egerer pochte auf die rechtlichen Vorgaben. „Wenn festgestellt wird, dass die Breite nicht ausreicht, muss die Stadt reagieren. Die Sicherheit geht vor.“ Auch auf Gehwegen müsse ausreichend Platz bleiben, damit zwei Menschen nebeneinander Platz finden und für Kinderwagen oder Rollatoren. „Wir verstehen das Parkproblem und erkennen den Bedarf an. Wir suchen überall nach der bestmöglichen Lösung“, betonte er.
Um ihren Vorschlag zu untermauern, hatten die Anwohner mit Klebeband und Pylonen mögliche Stellflächen auf die Straße und den Gehweg gezeichnet.
Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller erinnerte daran, dass die Bezirksvertretung die Verwaltung schon Ende Juni beauftragt habe, ein Parkraumkonzept für das Viertel zu erstellen. Dabei solle ausdrücklich die Prüfung von markierten Stellflächen berücksichtigt werden. Auch das Bewohnerparken könne man für Zollstock erneut prüfen, ergänzte Egerer.
Entscheidung vertagt, aber Gespräch geht weiter
Eine Entscheidung fällte Burmester an diesem Tag nicht. „Damit wird sich die Verwaltung befassen. Ich schlage vor, dass wir die Diskussion in einem großen Saal fortsetzen, wenn verschiedene Varianten geprüft wurden und Ergebnisse vorliegen“, sagte der Oberbürgermeister zum Abschluss des rund einstündigen Ortstermins.
Holger Kroker zog anschließend eine positive Bilanz und zeigte sich zufrieden: „Der OB und der Verkehrsdezernent haben sich viel Zeit genommen, und wir konnten ihnen die Problematik und unsere Vorschläge darlegen. Zudem haben sie die Zusage gemacht, dass sie an dem Thema dranbleiben und es ein weiteres Gespräch geben wird.“ (red)

