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„Wir wehren uns“Polit-Prominenz besucht Uni Köln – heftiger Protest erwartet

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll am 13. Juli die neue „Adenauer School of Government“ an der Universität zu Köln eröffnen. Das Archivbild zeigt seinen Besuch der Onkologischen Forschung der Uniklinik im Februar 2025, zusammen mit Hendrik Wüst (CDU).

Copyright: IMAGO/Frank Ossenbrink

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll am 13. Juli die neue „Adenauer School of Government“ an der Universität zu Köln eröffnen. Das Archivbild zeigt seinen Besuch der Onkologischen Forschung der Uniklinik im Februar 2025, zusammen mit Hendrik Wüst (CDU).

Großer Name, großer Ärger? An der Kölner Uni soll eine neue Kaderschmiede eröffnen – mit Friedrich Merz als Stargast. Doch die Studierendenvertretung sagt klipp und klar: Nein, danke!

Ein Termin, der für Wirbel sorgt: Friedrich Merz (CDU) wird am 13. Juli erwartet, um an der Kölner Universität die „Adenauer School of Government“ (ASG) feierlich zu eröffnen. Das Ziel der neuen Institution ist es laut Hochschule, „zukünftige Entscheidungsträger ausbilden“ zu wollen. Außerdem sollen dort „Lösungen für drängende gesellschaftliche Herausforderungen“ erarbeitet werden.

Im Anschluss an die Ansprache des Bundeskanzlers ist auch eine Diskussion mit den Studierenden vorgesehen. Doch wer dabei sein will, hat Pech: Das Event ist inklusive der Warteliste schon komplett voll.

Die Alfred Landecker Foundation, welche die Schule mit jährlich zehn Millionen Euro fördert, betont: „Dass der Bundeskanzler die Eröffnung begleitet, unterstreicht die besondere Bedeutung einer solchen Institution in einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen, gesellschaftlicher Polarisierung und tiefgreifender institutioneller Veränderungen“.

Doch der Gegenwind ist heftig. Vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Kölner Universität kommt scharfe Kritik, sowohl an der Kaderschmiede selbst als auch an der Einweihung durch Bundeskanzler Friedrich Merz. Er lehnt den Besuch des Bundeskanzlers ab, „angesichts dessen, dass diese Bundesregierung gerade eine Kampfansage an jegliche soziale Verbesserung und zivile Entwicklung ist“. Auf Instagram erklärte der Ausschuss unter der Überschrift „Wir wehren uns“, dass man den Besuch nicht „unkommentiert“ lasse.

Warum Adenauer? Kanzler war auch Kölns OB und Uni-Gründer

Die Hochschule selbst verspricht sich von der „Adenauer School of Government“ viel. Man erhofft sich die Möglichkeit, sich als „führendes, überparteiliches Zentrum für Politik, Regierungsführung und Verwaltungswissenschaften zu etablieren“. Ziel sei es auch, wichtige Impulse in der Ökonomie und anderen wissenschaftlichen Bereichen zu setzen.

Dass die Wahl auf Konrad Adenauer fiel, hat tiefere Gründe, wie Uni-Rektor Joybrato Mukherjee erläuterte. Es liegt nicht nur daran, dass er der erste deutsche Bundeskanzler war. Adenauer wirkte zuvor als Oberbürgermeister in Köln und war zudem der entscheidende Anstoßgeber für die Wiedergründung der Kölner Universität. (tli)(red)

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