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Zoff in Zollstock60 Parkplätze weg – Anwohner erleichtert über „weniger Blech“

Für die angespannte Parksituation in der Alfterstraße und der Bornheimer Straße gibt es nun eine Lösung.

Copyright: Stephanie Broch

Für die angespannte Parksituation in der Alfterstraße und der Bornheimer Straße gibt es nun eine Lösung.

Zoff in der Weißen Siedlung in Köln-Zollstock. Etwa 60 Stellplätze sind weg, was für mächtig Ärger sorgt. Doch ein Teil der Nachbarschaft jubelt über die freien Bürgersteige.

In der Bornheimer und Alfterstraße in Köln-Zollstock sind die Gemüter erhitzt, und das hat nur einen Grund: die neue Parkplatzlage.

Dem jahrzehntelang tolerierten, wenn auch untersagten, Parken auf dem Gehweg hat die Stadtverwaltung im vergangenen September ein Ende gesetzt. Die Konsequenz: In den beiden Straßen sind nun circa 60 Parkmöglichkeiten verschwunden.

Frust und Jubel in Zollstock: Platz auf den engen Bürgersteigen

Vor allem die betroffenen Anwohner und Anwohnerinnen möchten diese Maßnahme nicht unkommentiert hinnehmen. Sie führten eigene Messungen durch, die laut ihren Aussagen zu anderen Resultaten als die der Stadt kommen.

Darüber hinaus haben sie einen Plan entwickelt, der den Fortbestand der Stellplätze sichern könnte: das Parken auf dem Bürgersteig auf beiden Seiten, versehen mit entsprechenden Markierungen. Die Gruppe hat eine Petition gestartet, sich an die Behörden und Politiker gewandt und kämpft energisch für die Aufhebung der neuen Vorschrift.

Als Gründe nennen die Gegner der Maßnahme fehlenden Parkraum sowie eine erhöhte Geschwindigkeit des Verkehrs auf der nun offeneren Bornheimer Straße. Es gibt jedoch auch Bewohner, die das Verschwinden der Parkflächen begrüßen. Zu dieser Gruppe zählen Renate Hofmann, Heide Dube, Barbara Mühlpointner und Uli Bock.

„Ich genieße es sehr, jetzt hierherzugehen. Man kann nebeneinander gehen und sich dabei unterhalten. Ich kann die schöne Architektur der Siedlung sehen, und es ist leiser, weil es viel weniger Parksuchverkehr gibt“, äußert Hofmann, die seit 16 Jahren in der Bornheimer Straße zu Hause ist.

Auch auf dem Fahrrad fühlt sie sich nun sicherer. „Vorher war es so eng mit den Autos auf beiden Seiten der Straße, dass ein Auto und ein Fahrrad gar nicht aneinander vorbeikommen konnten. Als Radfahrerin musste ich mich dann immer zwischen die parkenden Autos quetschen, um den Gegenverkehr vorbeizulassen“, beschreibt Hofmann die frühere Lage.

Heide Dube, die seit 22 Jahren in der Alfterstraße ansässig ist, sieht die Sache ähnlich. „Es ist jetzt auf jeden Fall besser. Die Gehwege waren einfach zu schmal, wenn dort Autos parken, zumal die Autos auch immer größer werden“, sagt sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Zuvor habe sie ihr Rad oft kompliziert bewegen müssen, um es aus dem Haus zu bekommen, da Fahrzeuge direkt vor ihrem Eingang standen. „Jetzt kann man auch ruhig weitergehen, wenn einem auf dem Fußweg jemand entgegenkommt. Vorher war für zwei Menschen kein Platz, man musste in die Vorgärten ausweichen“, schildert Dube.

Gratis-Parken? „Diese Zeiten sind vorbei“

Barbara Mühlpointner redet ebenfalls von einer klaren Verbesserung der Wohnqualität. „Man kann besser gehen, man kann besser sehen, es gibt weniger Blech“, sagt die Bewohnerin, die schon lange in der Bornheimer Straße lebt.

Uli Bock drückt es vergleichbar aus: „Ich bin seit der Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung in unserer Straße positiv überrascht, wie viel Lebensqualität wir dadurch gewonnen haben. Die Straße ist übersichtlicher geworden, und ich muss mich nicht mehr zwischen die Autos zwängen, wenn mir jemand entgegenkommt. Leute im Rollstuhl, mit Rollator oder Kinderwagen hatten eh auf unserer Straßenseite keine Chance“, teilt er mit.

Hofmann merkt zudem an, dass Parkplatz-Such-Apps das gesamte Quartier als gebührenfreie Zone ausweisen. „Wir verstehen die Sorgen unserer Nachbarn, aber die Zeiten mit Recht auf kostenloses Parken im öffentlichen Raum sind vorbei“, stellt sie fest.

Da die Gegner der neuen Vorschrift ihre Haltung gegenüber Politik, Behörden und Medien bereits klar kommuniziert hatten, kontaktierte nun auch Hofmann den Oberbürgermeister Torsten Burmester. In einem Schreiben an ihn feiert sie die neue Regelung als „einen Boost für die Lebensqualität in unserem Quartier mit den unter Denkmalschutz stehenden Riphahn-Bauten“. Das Klima unter den Nachbarn sei trotz der konträren Meinungen zum Parken gut, bestätigen sie, Dube und Mühlpointner. (red)

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