Eine Toilette am Neumarkt kostet über 500.000 Euro – für Security! Doch damit könnte bald Schluss sein.
Wie lange blecht Köln noch dafür?Stadt zahlt halbe Million Euro für Klo-Überwachung

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Rechts das Toilettenhäuschen in der Krebsgasse, links der Container für die Wachleute.
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Ein öffentliches WC am Neumarkt kostet die Kölner ein kleines Vermögen: Mehr als 500.000 Euro werden für Security ausgegeben. Wie lange blecht die Stadt noch dafür?
Ob die Bewachung des Toilettenhäuschens am Neumarkt, einem bekannten Drogen-Treffpunkt, auch im kommenden Jahr fortgesetzt wird, ist ungewiss.
Security soll verhindern, dass Drogenabhängige WC als Ort für Konsum missbrauchen
Die monatlichen Ausgaben belaufen sich auf 10.000 bis 11.000 Euro. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung hielt sich gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ bedeckt: „Vor Einbringung des Haushalts im September können wir dazu leider keine Auskünfte geben.“
Hintergrund ist die anstehende Haushaltsplanung. Kämmerin Dörte Diemert wird am 2. September dem Stadtrat den Budgetentwurf für die Jahre 2027 und 2028 präsentieren. In dieser Sitzung könnte auch das Schicksal der Security für die WC-Anlage in der Krebsgasse, einer Querstraße zur Schildergasse, besiegelt werden.
Noch bis Ende des Jahres sind die finanziellen Mittel im laufenden Budget gesichert. Doch die finanzielle Situation der Stadt ist angespannt. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sprach von einer besorgniserregenden Kassenlage.
Die Überwachung läuft bereits seit Mai 2022. Das Sicherheitspersonal hat seinen Posten in einem separaten Container unmittelbar neben der Toilettenanlage. Ihre Aufgabe: Verhindern, dass Drogenabhängige das WC als Ort für ihren Konsum missbrauchen. Die Arbeitszeiten der Wache sind an Werktagen von 9 bis 21 Uhr und an Sonn- sowie Feiertagen von 9 bis 18 Uhr.
Wer steckt hinter der teuren Klo-Wache?
Die monatlichen Aufwendungen von 10.000 bis 11.000 Euro summieren sich auf eine Gesamtsumme zwischen 500.000 und 550.000 Euro. Bereits im vergangenen Jahr äußerte Andrea Defeld vom Bund Deutscher Steuerzahler in NRW deutliche Kritik. Die Pressereferentin für öffentliche Verschwendung fand klare Worte: „Die Bewachung ist natürlich extrem teuer.“
Die WC-Anlage selbst ist Eigentum der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB), wie eine Stadtsprecherin erläuterte. Die Stadt überweist eine Pauschale für die Unkosten an die AWB. Bei der Entlohnung orientiere sich die Verwaltung an den geltenden Tarifverträgen. In den monatlichen 10.000 bis 11.000 Euro sind laut der Auskunft auch die Ausgaben für den Wachcontainer, also Miete, Strom und Heizung, enthalten.
Für die eigentliche Bewachung sind die Mitarbeiter der Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH (KGAB) zuständig. Bei der KGAB handelt es sich um eine 100-prozentige Tochter der Stadt. Sie dient als Programm zur Beschäftigung und Qualifizierung für Personen ohne Arbeit.
Die Firma ist auch für die Sicherheit in Kölner Museen verantwortlich. Ein weiterer bekannter Einsatzort ist seit 1999 der Heinrich-Böll-Platz. Dort sorgt die KGAB dafür, dass während Proben in der Philharmonie niemand über den Platz geht, da die Stadt den Schallschutz als unzureichend einstuft.
Die Zukunft der Maßnahme hing laut früheren Aussagen der Stadt auch von der Schaffung neuer WC-Anlagen in der Umgebung ab. Eine Sprecherin erklärte voriges Jahr: „Im Zusammenhang mit deren Realisierung wird über den weiteren Umgang mit der Bewachung entschieden.“
Mittlerweile existiert in Laufdistanz eine neue öffentliche Toilette am Westteil des Neumarkts. Ob dieser Umstand das Ende für die teure Wache in der Krebsgasse bedeutet, wird sich Anfang September klären. (red)

