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Doppel-Aus bei den AWBKölner Müll-Bosse müssen gehen – was steckt dahinter?

Noch-Geschäftsführer der Kölner AWB: Thomas Thalau

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Noch-Geschäftsführer der Kölner AWB: Thomas Thalau.

Beide Geschäftsführer der Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe müssen gehen. Was steckt hinter dem Doppel-Aus?

Bei den Kölner Abfallwirtschaftsbetrieben (AWB) müssen gleich beide Chefs gehen. Offiziell spricht man von einer Trennung im Guten, doch die Gerüchteküche brodelt.

Was hinter den Kulissen schon länger gemunkelt wurde, ist jetzt amtlich: An der Spitze der Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) kehren gleich beide Geschäftsführer dem Unternehmen den Rücken. Der AWB-Aufsichtsrat gab am Mittwoch (15. Juli) bekannt, dass man sich mit dem Vorsitzenden Thomas Thalau und seinem Kollegen Uwe Unterseher-Herold auf eine Beendigung der Zusammenarbeit „in gegenseitigem Einvernehmen“ verständigt habe.

Streit um Strategie oder persönliche Fehde?

Die Tätigkeit des Führungs-Duos wird demnach vorzeitig am 30. September enden. Thalau war erst zu Beginn des Jahres 2023 von den Aachener Stadtbetrieben zur Kölner AWB gestoßen. Ein Jahr danach kam Uwe Unterseher-Herold vom Entsorgungsbetrieb aus Hagen nach Köln. Für beide ist damit nach weniger als vier beziehungsweise drei Jahren die Zeit in der Domstadt schon wieder vorbei.

Als offizieller Grund wird angegeben: „Zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung bestanden zuletzt unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der strategischen Fortentwicklung des Unternehmens“. Doch hinter vorgehaltener Hand wird erzählt, dass auch die Chemie zwischen Thalau und Unterseher-Herold überhaupt nicht gestimmt haben soll.

Trotz der Unstimmigkeiten bleibt der Ton in der offiziellen Verabschiedung freundlich. Die Vorsitzende des AWB-Aufsichtsrats, Christiane Martin (Grüne), äußerte sich laut Mitteilung so: „Der Aufsichtsrat der AWB bedankt sich bei Thomas Thalau und Uwe Unterseher-Herold für ihre bisherige Arbeit und dafür, dass sie die Kölner Entsorgungswirtschaft im Rahmen des Abfallwirtschaftskonzepts der Stadt Köln sowie des Masterplans Stadtsauberkeit erfolgreich weiterentwickelt haben“.

Auch Timo von Lepel, der als Chef von Netcologne die Stadt im Kontrollgremium repräsentiert, fand lobende Worte: „Sie haben gemeinsam mit den Mitarbeitenden der AWB und der Stadtgesellschaft wichtige Impulse gesetzt, um Köln nachhaltig sauber, lebenswert und ressourcenschonend zu gestalten.“

Übergangslösung für die AWB wird gesucht

Der Abgang der beiden Chefs soll eine „möglichst zeitnahe strukturelle und personelle Neuausrichtung der AWB-Geschäftsführung“ ermöglichen, so die weitere Erklärung. Der Aufsichtsrat hat bei seiner Sitzung am Montag beschlossen, ab dem 1. Oktober eine Interims-Führung einzusetzen. Eine Findungskommission wurde ebenfalls beauftragt, um ein neues Führungs-Duo zu finden.

Die AWB ist eine Einrichtung, die der Stadt Köln unterstellt ist und zur Holding der Stadtwerke Köln gehört, welche sich zu 100 Prozent im Besitz der Stadt befindet. Zu diesem Verbund zählen auch die Rhein-Energie, die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) und die Köln-Bäder. Im Geschäftsbericht für 2025 wird aufgeführt, dass die AWB mehr als 2000 Beschäftigte zählt. Im selben Jahr wurden etwa 228.200 Tonnen Restmüll entsorgt und wöchentlich über 9000 Kilometer Straßen in Köln gereinigt.

Für Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) war das Thema Sauberkeit schon im Wahlkampf eine Herzensangelegenheit. Auch im Amt zeigte er sich medienwirksam im Einsatz, als er mit Warnweste und dem AWB-Supersauger den Bahnhofsvorplatz säuberte oder im Mülheimer Stadtgarten zum Laubbläser griff. Der scheidende Chef Thalau hatte sich erst kürzlich beim Live-Talk „100 Ideen für Köln“ über den OB geäußert: Er betonte, dass Burmester dem Thema eine hohe Priorität einräume und versuche, die verschiedenen Akteure von AWB bis Ordnungsamt an einen Tisch zu bringen.

Finanziell lief es für die AWB im letzten Jahr hervorragend, mit einem Gewinn von über 22 Millionen Euro. Die Bezahlung der beiden Geschäftsführer summierte sich auf 539.000 Euro. Laut dem Geschäftsbericht für 2025 erhielt Thalau insgesamt 278.900 Euro, während an Unterseher-Herold 260.100 Euro flossen. Diese Gesamtvergütung besteht aus einem festen Jahresgehalt, einer Erfolgsprämie, einer Altersvorsorge für die Manager und ihre Familien sowie weiteren Zusatzleistungen wie Dienstwagen und Versicherungen. (red)

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