Falsch entsorgter Abfall in Köln ist nicht nur ein unschöner Anblick – er kostet die Stadt Köln auch richtig Geld. Die Summe schießt durch die Decke – und am Ende zahlen es alle Bürgerinnen und Bürger.
Summe ist schockierendWilder Müll kostet die Stadt Köln ein Vermögen

Copyright: Leserreporterin Till West
Wilder Müll am Escher See.
Köln und sein Müllproblem – nahezu täglich erreichen EXPRESS.de Fotos von Leserreportern und -reporterinnen mit Belegen. Die wilden Müllkippen verschandeln nicht nur das Stadtbild, sie sind auch noch ein enormer Finanzfaktor und belasten die ohnehin klammen Kassen Kölns.
Allein im aktuellen Jahr rechnet die Verwaltung mit Kosten von fast 16 Millionen Euro, um achtlos entsorgten Unrat zu entfernen. Das ist eine Steigerung von circa 1,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie „Radio Köln“ berichtet.
Kosten tragen am Ende alle Kölner und Kölnerinnen
Bitter, denn die Kosten tragen am Ende alle Bürgerinnen und Bürger. Dabei wäre die korrekte Entsorgung kinderleicht und sogar umsonst. Die Recyclinghöfe in Ossendorf und Gremberghoven nehmen zahlreiche Materialien ohne Gebühr entgegen. Dazu zählen etwa Elektroschrott, Metallteile oder auch Altkleider.
Wer keine Transportmöglichkeit hat, kann bei der AWB unentgeltlich einen Termin für die Sperrmüllabholung buchen. Der Abfall wird dann direkt am Wohnort eingesammelt. Für noch brauchbare Gegenstände, die ein neues Zuhause suchen, stellt die AWB außerdem eine Tauschplattform zur Verfügung, auf der man Dinge verschenken oder tauschen kann.
Es könnte alles so einfach sein – und dennoch häufen sich die wilden Müllberge. Nicht immer können die AWB diese sofort wegräumen. Sofern keine unmittelbare Bedrohung für die Öffentlichkeit oder den Straßenverkehr besteht, wird zunächst nach dem Verantwortlichen gefahndet. Diese Person bekommt die Möglichkeit, die Entsorgung selbst vorzunehmen. Wenn niemand ermittelt werden kann, übernimmt die Stadt die Aufgabe – und trägt nicht selten die gesamten Kosten.
Personen, die ihren Sperrmüll oder sonstigen Unrat dennoch einfach im öffentlichen Raum abladen, riskieren eine hohe Geldstrafe. Eine Sanktion von bis zu 15.000 Euro ist in solchen Fällen möglich.
Vermüllung der Kölner Parkanlagen
Besonders viel Müll fällt in den Sommermonaten in den Kölner Parkanlagen an. Die Abfallwirtschaftsbetriebe sprechen von fast 80 Prozent mehr. „Bisher hatten wir dieses Jahr im Schnitt 23 Tonnen pro Wochenende, in den vergangenen Wochen bis 41 Tonnen. Das ist eine deutliche Steigerung, das merken wir sehr stark“, sagte AWB-Unternehmenssprecherin Cordula Beckmann dem „WDR“.
An den Wochenenden sind die AWB-Mitarbeitenden regelmäßig bei der sogenannten „Picknickreinigung“ in den Parks der Stadt unterwegs.
Die AWB erklärt die zehn häufigsten Müllvergehen:
- 1. Wilder Müll (illegale Müllablagerungen): Sperrmüll, Bauschutt, Elektrogeräte oder Haushaltsreste werden ohne Anmeldung an Straßenrändern oder in Grünflächen abgeladen.
- 2. Zu-verschenken-Kisten auf Gehwegen: Oft gut gemeint, aber sie werden nicht rechtzeitig geleert und verwandeln sich dann oft in wilde Müllhaufen.
- 3. Abgestellte Pfandflaschen und Glasscherben: Flaschen werden neben Mülleimern oder auf Mauern abgestellt – sie zerbrechen oft und hinterlassen gefährliche Scherben, besonders für Kinder und Hunde.
- 4. Überfüllte Papierkörbe in Hotspots: Besonders in der Innenstadt, an Haltestellen oder in Parks – häufig durch Pizzakartons oder andere sperrige Einwegverpackungen.
- 5. Fehlbefüllung von Wertstofftonnen: Falsch entsorgter Müll (z. B. Restmüll in der Gelben Tonne) erschwert das Recycling und führt zu Nachsortierungskosten.
- 6. Zigarettenkippen auf Gehwegen: Ein unterschätztes Problem: Sie sind umweltschädlich, schwer zu entfernen und landen mitunter auch in der Kanalisation.
- 7. E-Zigaretten und Lachgaskartuschen: Reste der Lachgaskartuschen können in den Verbrennungsanlagen explodieren. E-Zigaretten sind zudem mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Die gehören in den Sondermüll.
- 8. Hundekot auf öffentlichen Flächen: Trotz zahlreicher Hundekotbeutelspender bleibt dies ein Dauerproblem in vielen Kölner Veedeln.
- 9. Müll in Grünanlagen und am Rhein: Besonders bei gutem Wetter bleiben Verpackungsmüll, Grillreste und Flaschen zurück – oft ohne Rücksicht auf die Umwelt.
- 10. Illegale Müllentsorgung in und vor Papierkörben: Hausmüll oder ganze Müllsäcke werden in öffentlichen Papierkörben oder daneben entsorgt – was zu Überfüllung und Geruchsbelästigung führt.
Sollte jemand widerrechtlich entsorgten Abfall bemerken, kann dieser Fund jederzeit bei der AWB angezeigt werden. Eine Meldung ist per E-Mail oder bequem mittels der App möglich. (red)
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