In den kommenden Wochen sollen die Kölnerinnen und Kölner über eine Olympia-Bewerbung abstimmen. Ein Prestigeobjekt für die möglichen Sommerspiele nimmt jetzt Formen an.
Erst 2027 fertigKölns Prestige-Projekt: Drei Jahre Verzögerung, doppelt so teuer

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Die Velodrom-Baustelle neben dem Rhein-Energie-Stadion in Köln am 8. März 2026.
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Mitte Januar 2026 waren sogar Kölns neuer Oberbürgermeister Torsten Burmester und sein SPD-Parteikollege Rudolf Scharping (einst Bundesverteidigungsminister und bis 2025 Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer) auf der Baustelle. In Gummistiefeln machten sie sich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten.
Anfang März ist man bei Kölns Prestigeobjekt schon wieder ein paar Schritte weiter. Neben dem Rhein-Energie-Stadion wächst das neue Albert-Richter-Velodrom. Eigentlich sollte die Multifunktionshalle, in der neben Radsportveranstaltungen auch Volleyball und Basketball ausgetragen werden können, 2024 fertig sein. Zunächst wurde mit Baukosten in Höhe von 60 Millionen Euro geplant.
Velodrom in Köln: Eröffnung im Juli 2027
Doch die Corona-Pandemie und auch der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine haben für Verzögerung und Kostenexplosion gesorgt. Im Juli 2027 soll das Schmuckstück fertiggestellt sein. Die Kosten werden sich, wie schon 2023 prognostiziert, auf 122,7 Millionen Euro belaufen, 30 Millionen Euro kommen von Bund und Land.
Aktuell sind Teile der riesigen Stahldachkonstruktion der neuen Halle für 4000 Zuschauer bereits platziert. In wenigen Wochen wird die digitale Infrastruktur geschaffen und verbaut. Die Multifunktionshalle wird ein modernes Highlight im Sportpark Müngersdorf zwischen der Deutschen Sporthochschule und dem Rhein-Energie-Stadion.
Scharping sagte: „Das Kölner Radstadion wird mit Sicherheit die Nummer eins, das ist dann das Modernste, Beste, was man haben kann. Es soll ein Hochleistungsstandort werden.“ Ab 2028 sollen internationale Meisterschaften im Radsport ausgetragen werden und später auch die Olympischen Spiele.
Doch vorher muss noch fleißig gebaut werden. Das imposante Hallendach hat eine Spannweite von 120 mal 100 Metern. In einem Anbau der Halle sollen ein Hostel mit zehn Doppelzimmern, Kraftraum, Sauna, Wettkampfsimulator und Veranstaltungsräume entstehen.

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Mit dem Bau eines modernen Radsportzentrums im Sportpark Müngersdorf beginnt ein neues Kapitel für den Radsport. Die Aufnahme zeigt die Arbeiten im Mai 2025.
Die Kölner Sportstätten GmbH (KSS) ist Eigentümerin und Betreiberin des neuen Radstadions. Köln soll dann Bundestützpunkt für Bahnradsport werden. Zudem sollen die Basketballer der RheinStars sowie die Volleyballerinnen (DSHS SnowTrex) hier künftig ihre Spiele austragen. Zudem könnte der Halleninnenraum auch für Schulsport genutzt werden.


