„Diskussionen unnötig“ Mario (37) ist der erste deutsche Mieter in Kölner Moschee 

Mario Ebel am 3. August vor der Zentralmoschee in Ehrenfeld

Mario Ebel, Chef von Mekka Datteln, vor der Kölner Zentralmoschee in Ehrenfeld.

Die Kölner Zentralmoschee in Ehrenfeld: In den Bereich der Shops ist jetzt der erste deutsche Mieter eingezogen.

Wenn man so will, ist er der Kölner Nuss-König: Mario Ebel (37) importiert Nüsse aus der ganzen Welt, beliefert zig Handelsketten in Deutschland mit der Frucht. Neuerdings auch mit seinem Label „Mekka Datteln“, die jetzt mit einem eigenen Shop eine neue Heimat gefunden haben.

„Ich bin tatsächlich der erste deutsche Mieter in der Moschee in Ehrenfeld“, freut sich Ebel im Gespräch mit EXPRESS.de. Seit Juli läuft der Vertrag, seit August hat sein Shop mit Datteln geöffnet. Zwei Angestellte bedienen mit Kopftuch die Kundschaft. „Wir sind nicht explizit dazu aufgefordert worden, das war gar kein Thema“ sagt der Geschäftsmann. „Aber wir wollten uns den Gepflogenheiten anpassen.“

Moschee Köln: Erster Shop-Mieter aus Deutschland eingezogen

Warum gerade die Moschee in Ehrenfeld? „Na klar hätte ich einen Flagship-Store in der City aufmachen können. Aber die Musliminnen und Muslime in Deutschland sind nun einmal unsere Kernzielgruppe. Deshalb hat sich das einfach angeboten.“ Künftig soll dort neben Datteln auch arabischer Kaffee zu haben sein, die Gewerbeanmeldung läuft noch.

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Dass die Kölner Moschee auch kritisch beäugt wird, ist Ebel klar. Der Trägerverein Ditib ist dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan angegliedert und sorgte mehrfach für Diskussionen. Dazu sagt Ebel: „Ich habe davon nicht viel mitbekommen. Das Verhältnis ist gut und man hat sich sehr um mich bemüht. Da bin ich dankbar für diese Möglichkeit. Selbst der Ehrenfelder Bezirksbürgermeister hat kürzlich unterstrichen, dass die Moschee zum Stadtbild gehört.“

Mario Ebel steht in seinem Laden in der Kölner Mosche

Mario Ebel in seinem Shop in der Kölner Zentralmoschee.

Was er von Erdogan hält, umschreibt er so: „Ich bin Mitglied bei den Grünen. Da werde ich auch parteiintern auf Kritik stoßen. Das ist mir bewusst, aber ich möchte an solch unnötigen Diskussionen nicht beteiligen.“

Aber er habe er im Laufe der Jahre durch seine Reisen in den arabischen Raum seine Vorurteile abgebaut. „Was man dort antrifft, ist Gastfreundschaft pur. Ich bin im Osten aufgewachsen, da bin ich mit sehr vielen Vorverurteilungen konfrontiert worden. Das Bild über Muslime hat sich bei mir völlig verändert.“

Der erste deutsche Mieter in der Kölner Moschee! Wenn es nach seinen Plänen geht, will er weiter expandieren: „Interessant ist auch die Moschee in Essen. Vielleicht klappt es ja irgendwann mal.“ (bas)

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