Abo

Demo vor Veedels-RathausUnterstützung für Kölner Büdchen-Mann

Azad  Hawrami steht in seinem Kiosk.

Copyright: Alexander Schwaiger

Azad Hawrami will trotz Kündigung seinen Internationalen Kiosk in Köln-Ehrenfeld nicht aufgeben (Archivfoto).

Die Unterstützung für den Ehrenfelder Büdchen-Mann Azad Hawrami ebbt nicht ab. Auch TV-Legende Günter Wallraff ist dabei. 

Erst die Kündigung seines Internationalen Kiosks nach 15 Jahren, dann eine üble Nazi-Attacke: Der Ehrenfelder Büdchen-Mann Azad Hawrami (65) muss viel einstecken – doch auf seine Unterstützerinnen und Unterstützer ist Verlass!

Bevor am späten Montagnachmittag (16. März) die Ehrenfelder Bezirksvertretung tagt, stehen sie bereits vor dem Rathaus. Der bekannte Kölner Aktivist und Mietrebell Kalle Gerigk hat dort ab 16 Uhr eine Kundgebung angemeldet. „Die Politiker und Politikerinnen müssen dann an uns vorbei. Sie sollen alle mitbekommen, was da in ihrem Stadtbezirk los ist“, erklärt er gegenüber EXPRESS.de. 

Kölner Aktivist: „Die dürfen dann auch gerne ans Megafon“

Gerigk weiter: „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass wir den Kiosk unterstützen und sie sich dran beteiligen können.“ Er will auch einige Politiker und Politikerinnen ansprechen und nach ihrer Meinung fragen. „Die dürfen dann auch gerne ans Megafon“, sagt er. 

Nach der Kundgebung ziehen die Teilnehmenden über die Venloer Straße bis zum Internationalen Kiosk. Dort wird TV-Legende Günter Wallraff dazustoßen. Auch er setzt sich für den beliebten Kioskbetreiber Azad Hawrami ein und hat bereits mehrfach vergeblich versucht, mit dem Vermieter Kontakt aufzunehmen.

Hawrami hatte zum Ende letzten Jahres die Kündigung für die Räumlichkeiten erhalten. Die ist zwar rechtens, wie auch eine Prüfung durch den Mieterverein ergeben hat, doch der Büdchenmann will das nicht akzeptieren. „Ich will nicht tatenlos zusehen, wie kleine Gewerbetreibende verdrängt werden. Es geht hier nicht nur um mich. Ich kämpfe für alle, auch, wenn ich am Ende verliere“, hat er bereits mehrfach klargemacht. 

Auch von einer Nazi-Attacke lässt sich der 65-Jährige nicht einschüchtern. In der Nacht zu Samstag (7. März) hatten bislang Unbekannte unter anderem ein Hakenkreuz auf die Schaufensterscheibe des Kiosks gesprüht.

Aktivist Kalle Gerigk betont: „Wir versuchen wirklich alles, um Azads Internationalen Kiosk zu erhalten. Gerade in diesen Zeiten wird es immer wichtiger, solche Orte der Begegnung, des Austauschs und des Miteinanders im Veedel zu bewahren. Hier kommen Menschen zusammen, reden miteinander und halten den Zusammenhalt im Viertel lebendig.“

Barbara Schock-Werner steht am bekannten Richter-Fenster im Kölner Dom.

Eintrittsgeld für Kölns Wahrzeichen

Ehemalige Dombaumeisterin äußert klare Meinung