Trotz hunderter neuer Familien soll nun doch keine Kita auf dem Siemens-Areal in Köln-Ehrenfeld gebaut werden.
Kita-Pläne gekipptWende bei Bauvorhaben in Ehrenfeld

Copyright: Visualisierung Konrad und Wennemar Architekten
Eine Visualisierung des geplanten Quartiers in Ehrenfeld zwischen Franz-Geuer-Straße und Stammstraße.
Auf dem früheren Siemens-Gelände, wo das „Vierfalt“-Viertel mit mehr als 400 Wohneinheiten gebaut wird, ist eine Kindertagesstätte nun doch nicht mehr vorgesehen.
Anfang Mai hörte sich das noch komplett anders an. Damals hatten Repräsentanten von Swiss Life Asset Managers (SLAM), dem verantwortlichen Investor, eine Kita mit drei bis vier Gruppen als festen Projekt-Bestandteil zugesagt. Die Lage war ebenfalls bereits definiert: südlich, in Richtung der Moschee. Nun sind diese Pläne hinfällig.
Kölner Verwaltung: Bedarf für Kita unerwartet weggefallen
Die Verwaltung der Stadt Köln hat die Vorhaben gestoppt und kommuniziert den „Wegfall der nicht mehr benötigten Kindertagesstätte“. Als Begründung dient eine neue Kalkulation, die bei vielen für Verwunderung sorgt.
Laut einer städtischen Bekanntmachung wurde ermittelt, dass „im Planungsgebiet keine Notwendigkeit mehr für die bisher vorgesehene Kindertagesstätte existiert“, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Bestehende Einrichtungen in Ehrenfeld seien in der Lage, den Mehrbedarf durch die 430 bis 450 neuen Wohneinheiten aufzufangen. Bei der vorherigen öffentlichen Beteiligung Ende Januar/Anfang Februar wurde dies noch nicht erwähnt.
Was geschieht jetzt mit dem Areal, das nun verfügbar ist? Ein Vertreter von Swiss Life hat bestätigt, dass an dieser Stelle weiterer geförderter Wohnraum geschaffen wird. Im Detail bedeutet das zehn zusätzliche mietpreisgebundene Wohnungen. Der Anteil der Sozialwohnungen erhöht sich dadurch von den vorgeschriebenen 30 Prozent auf rund 32 Prozent.
Die „Neuplanung konnten wir in engem und konstruktivem Austausch mit der Stadt kurzfristig abschließen“, so die Aussage des Sprechers. Der Zeitplan kommt dadurch aber ins Wanken. Ein Baustart im diesjährigen Herbst ist wahrscheinlich nicht mehr möglich. „Derzeit erscheint ein Baubeginn Anfang des kommenden Jahres wahrscheinlicher.“ Eine Verzögerung bei der Fertigstellung des „Vierfalt“-Quartiers ist daher ebenfalls wahrscheinlich.
Erneute Beteiligung erforderlich
Die Anpassung der Pläne macht eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit erforderlich. Der modifizierte Entwurf des Bebauungsplans wird zwischen dem 2. und dem 17. Juli zur Einsichtnahme ausgelegt. Wer Interesse hat, kann diesen im Stadtplanungsamt in Deutz (Willy-Brandt-Platz 2, Raum 09.B44) prüfen.
Die Besuchszeiten sind von Montag bis Donnerstag zwischen 9.00 und 15.00 Uhr sowie freitags zwischen 9.00 und 13.00 Uhr. Für einen Termin außerhalb dieser Stunden bittet die Verwaltung um eine Absprache unter der Rufnummer 0221/221-30183. Rückmeldungen lassen sich innerhalb des genannten Zeitfensters per Brief an das Stadtplanungsamt senden. Alternativ können auch online über die Beteiligungsplattform der Stadt unter bauleitplanung@stadt-koeln.de eingereicht werden. (red)
