Entscheidung gefallen Media Markt und Saturn machen 13 Filialen dicht

Blick am 02.06.2016 auf den Eingangsbereich im Media Markt im Hauptbahnhof Berlin. Immer mehr Handelsketten in Deutschland experimentieren mit Läden im Mini-Format. Jüngstes Beispiel ist die Elektronikkette Media Saturn, die am Berliner Hauptbahnhof Ende Mai einen neuen Media Markt mit nur 800 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnete. Foto: Alexander Heinl/dpa (zu dpa-KORR Läden im Spielzeugformat - Große Ketten testen Mini-Filialen" vom 02.06.2016) ++ +++ dpa-Bildfunk +++

MediaMarkt Filiale in Berlin HBF

Von den Schließungen einiger Media-Markt- und Saturn-Filialen ist auch Köln betroffen. Das bestätigte der Konzern Ceconomy.

Köln/Düsseldorf. Der Elektronikkonzern Ceconomy schließt eine Reihe seiner Filialen in Deutschland. Insgesamt würden in dem noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahr 13 Media-Markt- und Saturn-Filialen in Deutschland dicht gemacht, sagte Finanzvorstand Florian Wieser am Donnerstag (12. August) in Düsseldorf. Hinzu kämen 10 bis 15 Filialen in Ausland.

Der Manager bemühte sich allerdings gleichzeitig, Sorgen über eine weitere Schließungswelle zu zerstreuen. Es sei kein größeres Restrukturierungsprogramm geplant. Insgesamt werde es in Zukunft eher mehr als weniger Standorte geben.

Media Markt und Saturn: 13 Filialen in Deutschland schließen

Trotzdem wird unter anderem die Media-Markt-Filiale in Köln-Chorweiler geschlossen, wie eine Sprecherin des Unternehmens dem „Kölner Stadt-Anzeiger” bestätigte. Von der Schließung seien rund 48 Mitarbeitende sowie vier Auszubildende betroffen.

Alles zum Thema Corona
  • „Absolut unerlässlich“ Kölner Zoo erhöht die Preise deutlich – das zahlen Besucher jetzt
  • Massen-Kälbersterben? So sieht die Wahrheit in der deutschen Milchindustrie aus
  • „Schwerer nationaler Notfall“ Kim Jong-Un riegelt Nordkorea ab, Panikkäufe
  • 17 Millionen Betroffene in Deutschland Es gibt eine versteckte Pandemie – was wir jetzt tun können
  • Neue Corona-Welle im Herbst? Nach Treffen mit Lauterbach: Ministerien fordern „Masterplan“
  • Corona aktuell Lauterbach lobt plötzlich Großbritannien – wegen Long Covid
  • Droht neue Pandemie? Pocken breiten sich plötzlich aus – weitere Fälle in Europa und den USA
  • Millionen Pflegekräfte profitieren „Unermüdlicher Einsatz“: Bundestag beschließt saftigen Corona-Bonus
  • Corona-Chaos Apotheker Simon Krivec (34) aus NRW packt aus: „Das glaubt mir keiner“
  • Pandemie-Pakt „Stetig zunehmende Bedrohung“ – was Lauterbach und die G7-Staaten jetzt planen

Eine Sprecherin des Konzerns begründet die Schließung schriftlich so, dass man „trotz aller Bemühungen von Geschäftsführung und Mitarbeitenden, keine wirtschaftlich zufriedenstellende Fortführungsperspektive für den Markt entwickeln konnte“.

Im Mai 2021 musste bereits die Saturn-Filiale in Siegburg schließen. 20 Mitarbeitende und ein Azubi waren davon betroffen.

Zu den 13 Filialen, die laut dem ursprünglichen Plan schließen sollen, gehören auch:

  • Düsseldorf-Flingern
  • Essen-Steele
  • Münster
  • Fürth
  • Göttingen

Unklar ist derzeit noch, welche Filialen darüber hinaus nun schließen müssen.

Media Markt: Filiale in Köln-Chorweiler von Schließungen betroffen

Tatsächlich plant der Elektronikhändler neue Marktformate, um den nach der Pandemie veränderten Kundenbedürfnissen Rechnung zu tragen. „Lange Zeit galt das Credo mehr Fläche und mehr Produkte führen zu mehr Kunden und Umsatz. So einfach ist das heute nicht mehr“, sagte der Chef von Ceconomy und MediaMarktSaturn, Karsten Wildberger.

In den Innenstädten könnten deshalb kleinere Märkte von Media-Markt und Saturn entstehen, die mit einem ausgewählten Sortiment und digitaler Anbindung weniger Fläche benötigen.

Eletronik-Konzern hat mit der Corona-Krise zu kämpfen 

Außerdem liebäugelt Wildberger mit Shop-in-Shop-Konzepten, bei denen ein kleines Elektroniksortiment etwa in SB-Warenhäusern präsentiert wird. Nach oben hin könnten „Lighthouse-Märkte“ mit großer Fläche das Angebot abrunden. Erste Tests der Konzepte finden bereits im Ausland statt. Doch auch in Deutschland dürften die ersten Neuerungen im kommenden Jahr zu finden sein.

Im Moment hat auch Ceconomy mit der Corona-Krise zu kämpfen. Zwar konnte der Elektronikhändler seine Umsätze im abgelaufenen Quartal dank guter Geschäfte vor allem in Spanien, Italien und in der Türkei sowie des boomenden Onlinehandels um acht Prozent auf 4,4 Milliarden Euro steigern.

Ceconomy: Verlust von 67 Mio. Euro steht zu Buche

Doch rutschte der Konzern operativ tiefer in die Verlustzone. Der bereinigte operative Fehlbetrag (Ebit) stieg von 45 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 93 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von 67 Millionen Euro. Vor allem das Geschäft in Deutschland litt unter den monatelangen coronabedingten Ladenschließungen.

Wildberger, der sei zwei Wochen an der Spitze des Unternehmens steht, zeigte sich trotz der durchwachsenen Zahlen verhalten optimistisch. „Mein erster Eindruck ist: Das Unternehmen ist grundsätzlich auf dem richtigen Weg, aber es gibt sehr viel zu tun.“ (dpa/red)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.