Wegen GroßprojektTraurige Nachricht: Publikumslieblinge vor Abschied aus Kölner Zoo

Eine Schulklasse und einige Erwachsene stehen am Pavianfelsen im Kölner Zoo.

Im Kölner Zoo, hier ein Foto aus dem Mai 2023, steht eine große bauliche Veränderung an. Und die hat auch Folgen für den Bestand der Tiere.

Mit dem Umbau der Giraffenanlage im Kölner Zoo geht auch eine Veränderung im Bestand der Tiere einher.

von Thomas Werner (tw)

Der Kölner Zoo und seine große Investition in die Zukunft: Vor etwa fünf Monaten, am 19. September 2023, haben Zoo-Chef Theo Pagel und Co. die Pläne für die neue Giraffenanlage vorgestellt.

Der Clou: Gemeinsam mit der alten Nashorn-Anlage (die sind ebenfalls im Juni 2023 in ein neues Zuhause gezogen) entsteht ein viel größerer Komplex, unter anderem mit mehr als 400 Quadratmetern Platz im Innenraum, 3000 Quadratmeter Freifläche und einer Fütterungsplattform auf Augenhöhe mit den Tieren, wo Gäste (gegen Gebühr) selbst das Futter anreichen können.

Kölner Zoo investiert Millionensumme in neue Giraffenanlage

Ein neues Highlight im Zoo! Die Arbeiten sollen bald beginnen, 2025 ist Eröffnung. Sieben Millionen Euro investiert der Zoo selbst, 125.000 Euro kommen vom Förderverein.

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Aber: In die Freude über das Großprojekt mischt sich, fast unbemerkt, auch eine traurige Nachricht. Denn für die Umbauarbeiten müssen die Publikumslieblinge „Maru“ und „Koobi“, die aktuell einzigen Giraffen im Kölner Zoo, ausziehen, womöglich für immer.

Bereits im April 2021 hatte der Zoo, weil die Planungen für die neue Anlage bereits liefen, die Netzgiraffen-Kühe „Sala“ und „Nyiri“ in den Tierpark nach Stuttgart abgegeben. Für die Zeit des Umbaus werden also keine Giraffen im Kölner Zoo zu sehen sein.

Der Zeitplan für den Auszug der Tiere sowie den Start der Umbauarbeiten steht auch Ende Februar 2024 noch nicht endgültig. „Es dauert noch bis zur finalen Beschlussvorlage und Terminierung“, erklärt Sprecher Christoph Schütt am Donnerstag (22. Februar) gegenüber EXPRESS.de.

Was nach dem Umbau passiert? Offen. Fest steht: Der Kölner Zoo wird wieder Netzgiraffen züchten. „Wir gehen derzeit von fünf bis sieben Tieren aus, die hier leben werden“, so Schütt.

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Ob aber „Maru“, „Koobi“, „Sala“ oder „Nyiri“ dabei sein werden, liegt nicht in den Händen des Kölner Zoos. „Das ist Sache des Zuchtbuchführers für Giraffen, der dies koordiniert und managed“, erklärt Schütt.

Kommen „Maru“ und „Koobi“ irgendwann zurück nach Köln?

Zur Erklärung: Für jede Tierart führt ein europäischer Zoo im Rahmen des Europäischen Erhaltungsprogramms (EEP) das Zuchtbuch für die jeweilige Tierart. Dort wird entschieden, wo sich Tiere zusammen fortpflanzen können, gemäß ihrer Genetik. Oder, wo Platz für neue Tiere ist oder Tiere abgegeben werden müssen. 

Für die Giraffen verantwortlich ist Experte und Diplom-Biologe Jörg Jebram aus dem Opel-Zoo in Kronberg (Taunus). Er hat den Kölner Zoo gebeten, wieder Netzgiraffen (eine Unterart) zu züchten. Welche Tiere daran beteiligt sein werden, ist aber noch offen.

Auch der Zeitpunkt des Abschieds von „Maru“ und „Koobi“ aus Köln steht noch nicht fest. Sobald der Beginn des Anlagen-Umbaus terminiert ist, wird über ihre Zukunft entschieden. Ein Abschied auf Raten. Und wie Fans des Zoos hoffen, vielleicht auch nur auf Zeit.