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Prozess um ExplosionKölner Wirt vor Gericht – Sohn gilt als Schlüsselfigur im „Drogenkrieg“

In Köln-Deutz erschütterte eine Explosion im Juni 2025 ein Restaurant.

Copyright: Arton Krasniqi

In Köln-Deutz erschütterte eine Explosion im Juni 2025 ein Restaurant.

Ein Gastronom (50) steht in Köln vor Gericht. Die Vorwürfe wiegen schwer.

Seit Mittwoch (25. Februar 2026) muss sich ein Kölner Wirt vor dem Landgericht verantworten. Die Anklage lautet auf Geldwäsche und Beihilfe zu Drogengeschäften.

Der 50-Jährige soll im Oktober seinem Sohn bei der Abwicklung illegaler Geschäfte unter die Arme gegriffen haben, obwohl dieser schon in Untersuchungshaft saß.

Köln: Telefonate aus der Zelle belasten den Vater schwer

Der Fall ist besonders brisant: Bei dem Sohn handelt es sich um Sermet A., den mutmaßlichen Bandenboss und eine zentrale Figur im eskalierten „Kölner Drogenkrieg“.

Im Oktober 2024 wurde Sermet A. in Paris festgenommen, als er auf der Durchreise von Dubai war. In seiner französischen Auslieferungszelle soll er mehrere Handys besessen und damit unter anderem seinen Vater angerufen haben. Diese Gespräche, die von den Behörden überwacht wurden, belasten den Vater nun offenbar schwer.

Die Aufnahmen sollen in der kommenden Woche im Gerichtssaal vorgespielt und übersetzt werden, da sie in einem speziellen Dialekt aus dem Nordirak geführt wurden.

Konkret wird dem Angeklagten zur Last gelegt, über Handlanger insgesamt 317.000 Euro in bar von seinem Sohn angenommen und weitergegeben zu haben. Ihm sei dabei klar gewesen, dass das Geld aus Drogengeschäften stammte und für die Abwicklung von Taten aus dem Bereich der Schwerstkriminalität bestimmt war, wie der Staatsanwalt ausführte. Der Restaurantinhaber habe bereits zuvor gewusst, dass sein Sohn Sermet A. seinen Lebensunterhalt durch den Handel mit Drogen finanziere.

Ein Justizbeamter führt den Angeklagten in den Gerichtssaal in Köln.

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Ein Justizbeamter führt den Angeklagten in den Gerichtssaal in Köln.

Des Weiteren beschuldigt die Staatsanwaltschaft den Angeklagten, sein Restaurant in Deutz genutzt zu haben, um Mitglieder der Drogenbande einzubestellen. Er soll die Männer zu einem Drogenraub befragt haben – Sermet A. waren aus einer Lagerhalle in Hürth 350 Kilogramm Marihuana gestohlen worden, und er hatte laut Ermittlern seine eigenen Leute im Verdacht. Diese seien für kurze Zeit gefesselt worden. Es wurde gedroht, sie „mitzunehmen“, was laut Anklage Folter suggerieren sollte.

Köln: Angeklagter kündigt Aussage für späteren Zeitpunkt an

Die Verteidiger Carsten Heinen und Gabor Subai kündigten an, dass ihr Mandant sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern werde. Zuerst müssten alle in der Akte enthaltenen Telefonüberwachungen übersetzt und geprüft werden. Diese könnten nach Ansicht des Mandanten auch entlastendes Material enthalten. Auch der Sohn Sermet A. ließ über seinen Verteidiger Wolf Bonn seine grundsätzliche Bereitschaft zu einer Aussage signalisieren. Jedoch hat der 24-Jährige in seinem eigenen Prozess bislang zu den Vorwürfen geschwiegen.

Über seinen Werdegang berichtete der Restaurantbesitzer dem Vorsitzenden Richter Wolfgang Schorn allerdings ausführlich. Er habe im Irak Jura studiert und sei Mitglied der Nationalmannschaft im Kickboxen gewesen. Im Jahr 1999 sei er vor dem Regime geflohen. Nach seiner Schilderung habe damals der Sohn des Machthabers Saddam Hussein als eine Art Sportminister agiert und Sportlern und Sportlerinnen gedroht, sie bei schlechten Wettkampfergebnissen ins Gefängnis zu werfen.

Köln: Wirt spricht über Explosion in seinem Deutzer Lokal

Auf den Ringen habe der Angeklagte einen Döner-Imbiss aufgemacht, später seien zwei Restaurants gefolgt. Er habe zwischenzeitlich im Nordirak eine Granatapfelplantage besessen und in verschiedene Immobilien investiert. Bis zuletzt habe er sehr hohe Einnahmen erzielt. Richter Schorn erklärte, es sei wichtig, im Prozess die finanziellen Verhältnisse des 50-Jährigen zu beleuchten, um zu prüfen, ob ein Anreiz zur Annahme illegaler Gelder bestanden haben könnte. Seinen Angaben zufolge offenbar nicht.

Ein Wendepunkt sei die Verhaftung seines Sohnes gewesen, erklärte der Angeklagte. Ständig sei die Polizei in seinem Lokal in Deutz gewesen. Im Juni des vergangenen Jahres sei es dann zu der Explosion gekommen – anscheinend ein Vergeltungsschlag. Danach habe er die tatsächliche Leitung des Restaurants an einen Mitarbeiter übergeben und auch der Name sei leicht verändert worden. Dies seien Maßnahmen gewesen, um nicht noch mehr Gäste zu verlieren, so der Angeklagte. Der Prozess wird fortgesetzt (red).

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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