Abo

„Fine Dining is dead“Kölner Sterne-Koch mit radikaler Ansage

Daniel Gottschlich, Kölner Zwei-Sterne-Koch erklärt „Fine Dining“ für tot. Das Foto zeigt Gottschlich bei der Aufzeichnung der TV-Show „Kölner Treff“ im Mai 2025.

Daniel Gottschlich, Kölner Zwei-Sterne-Koch erklärt „Fine Dining“ für tot. Das Foto zeigt Gottschlich bei der Aufzeichnung der TV-Show „Kölner Treff“ im Mai 2025.

Daniel Gottschlich, Star-Koch aus Köln, will die steifen Regeln in Edel-Restaurants abschaffen.

Keine Lust mehr auf feinen Zwirn im Edel-Lokal? Daniel Gottschlich (43), ein mit zwei Sternen dekorierter Koch aus Köln, wirbelt die Welt der gehobenen Gastronomie ordentlich auf.

Seine klare Botschaft: Restaurants müssen sich umstellen, exquisite Küche allein reicht nicht mehr. Der Kleiderzwang in Gourmet-Tempeln hat ausgedient.

„Ox & Klee“-Chef nimmt die Leute, „wie sie sind“

Dass der 43-Jährige seinen Standpunkt auch vertritt, zeigt er in seinem eigenen Restaurant. Auf den Outfits seiner Mitarbeiter im Kölner Lokal „Ox & Klee“ am Rheinauhafen prangt der Spruch „Fine Dining is dead“. Gegenüber dem „Spiegel“ formulierte er die zugespitzte Frage: „Muss ich mich als Gast noch verkleiden, wenn ich in ein Gourmetrestaurant gehe? Brauche ich heute noch Tischetikette? Nein“.

Aber was, wenn jemand in Badeschlappen, kurzer Hose und T-Shirt auftaucht? Gottschlich bleibt auch da laut „t-online – Köln“ ganz entspannt: „So einen Aufzug fände ich jetzt auch nicht besonders toll“. Allerdings würde er seiner Linie treu bleiben. Er könne nicht erst sagen „Komm wie du bist“, um dann wegen eines Shirts eine Ausnahme zu machen. Seine Devise lautet: „Ich nehme die Leute, wie sie sind.“

Dass Gottschlich weiß, wovon er redet, beweist seine Auszeichnung zum Koch des Jahres durch das Gourmetmagazin „Falstaff“. Gottschlich erklärt die Entwicklung mit einem tiefgreifenden sozialen Wandel.

Die Haute Cuisine sei in der Vergangenheit nur für eine elitäre Schicht zugänglich gewesen, die sich an bestimmte Verhaltensnormen hielt. „Das hat sich gewandelt“, macht er klar. An seine Zunft richtet er einen dringenden Appell: „Wir Sternegastronomen werden Fine Dining nicht weiter betreiben können, wenn wir uns nicht verändern.“

Der aktuelle Zeitgeist sei der Motor für alles, denn: „Die Leute wollen immer was Neues.“ Anstelle von förmlicher Etikette gibt es bei ihm eine lockere Atmosphäre mit spielerischen Elementen.

So dürfen die Besucher am Rheinauhafen per iPad die Aromen der kleinen Köstlichkeiten entschlüsseln. Und bevor der Hauptgang kommt, überrascht er mit seiner Neuinterpretation des kölschen Kult-Snacks „Halve Hahn“ – Kölsch inklusive. Diese Geste rührt die Menschen offenbar zutiefst. „Da brechen Gäste in Tränen aus“, schildert der Koch dem „Spiegel“. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

In einem Restaurant stehen auf einem Tisch ein Teller Nudeln und ein Weinglas.

Happy End für Edel-Italiener

Kölner Gastro-Institution ist gerettet