Rettung für Kölner Kult-Kneipe: Acht Freunde und Freundinnen übernehmen die Bar in der Südstadt.
Acht Freunde übernehmenKölner Kult-Kneipe gerettet – aber bittere Pille für FC-Fans

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Blick in die Piranha-Bar (Archivfoto). Auf Bundesliga-Fußball müssen die Gäste in Zukunft allerdings verzichten.
Aktualisiert
Es war ein Traum, der bei einem Bierchen entstand. Lange Zeit blieb die Idee einer eigenen Kneipe nur eine Spinnerei. Doch als bekannt wurde, dass Lutz Nagrotzki die Piranha-Bar an der Kyffhäuserstraße nach einem halben Jahrhundert zum 1. Januar 2026 aufgeben würde, wurde es ernst. Für die Freunde und Freundinnen war klar: Diese Bastion der kölschen Live-Musik musste gerettet werden.
„Es ist alles total spannend und ein bisschen verrückt“, erklärt Mica Frangenberg. Sie hat gemeinsam mit sieben Freunden und Mitstreiterinnen und Mitstreitern der „Loss mer singe“-Initiative die Kneipe übernommen.
Neues Team in der Piranha-Bar: Keiner ist vom Fach
Der erste Testlauf am Sonntagabend (4. Januar) war ein voller Erfolg: Bei kölscher Musik der Ahl Kamelle Band und reichlich Bier feierte die neue Crew ein gelungenes Soft-Opening. „Die Leute hatten viel Spaß und es hat richtig Freude gemacht“, berichtet Frangenberg im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Dass der Service und der Betrieb an der Theke so reibungslos liefen, habe sie selbst „leicht verwundert“, denn: „Keiner von uns kommt klassisch aus der Gastronomie. Es braucht Mut.“
Die beruflichen Hintergründe sind vielfältig. Mica Frangenberg ist mit ihrer Wildkräuterei selbstständig, Helmut Frangenberg arbeitet als Redakteur in Teilzeit für den „Kölner Stadt-Anzeiger“. Andere im Team stehen kurz vor dem Ruhestand oder hatten gerade keine feste Anstellung.
Doch ist es nicht riskant, in diesen Zeiten eine Kneipe zu übernehmen, und das auch noch mit acht Leuten? Mica Frangenberg bleibt gelassen: „Wir sind Realisten und schon groß. Wir wissen, was im Leben passieren kann, das ist kein Grund, Dinge nicht trotzdem zu wagen.“

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Die neue achtköpfige Crew der Piranha-Bar in der Kyffhäuserstraße. Im Bild (v.l.): Sophie Hirschberg, Helmut Frangeberg, Thomas Hüpper, Christian Jungblut, Mica Frangenberg, Axel Hirschberg. Es fehlen Yukki Fahlbusch und Florian Schmitz.
Um Konflikten vorzubeugen, hat das Team klare Zuständigkeiten festgelegt. Die Geschäftsführung übernehmen Mica Frangenberg und Thomas Hüpper.
Die Kneipe hat dienstags bis donnerstags von 19 bis 1 Uhr und freitags sowie samstags bis 2 Uhr geöffnet. Sonntag und Montag sind Ruhetage. Bis Karneval bleibt die Bar geöffnet, an den jecken Tagen wird täglich gefeiert. Der Eintritt beträgt 20 Euro und beinhaltet eine Wasser-Flatrate sowie zwei Kölsch. Tickets sind direkt im Piranha erhältlich.
Vorgänger Lutz Nagrotzki hatte zuletzt über Probleme an der Kyffhäuserstraße geklagt. Die Straße liegt in der Absperrzone, die die Stadt wegen des Andrangs von meist jugendlichen Feiernden im Zülpicher Viertel einrichtet. Gäste mit Tickets hatten Schwierigkeiten, in die überfüllte Zone zu gelangen, was an Weiberfastnacht zu einer fast leeren Kneipe führte. Das „Loss mer singe“-Team will nun sicherstellen, dass Fans des kölschen Brauchtums an Karneval problemlos feiern können.
Nach Karneval wird die Piranha-Bar erstmal umgebaut
Nach den Karnevalstagen schließt die Bar vorübergehend ihre Türen für eine umfassende Renovierung. Um mehr Platz zu schaffen, wird die Theke verkürzt. Die Wiedereröffnung ist für Mai geplant, mit einem bunten Programm.
Eine große Änderung gibt es aber: Bundesliga-Fußball wird nicht mehr gezeigt. Damit endet eine lange Tradition für FC-Fans. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
