Beim ersten 1. FC Köln wird hinter den Kulissen knallhart verhandelt. Die Gespräche mit Sportdirektor Thomas Kessler ziehen sich seit Wochen in die Länge. Jetzt hat der Vizepräsident Sobek über die Lage gesprochen.
FC-PokerKessler-Verhandlungen stocken – droht Worst Case?
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Für das Präsidium sind es neben den Spielerverträgen die zwei wichtigsten Verträge beim 1. FC Köln: Die Personalien Philipp Türoff (49, Finanz-Geschäftsführer) und Thomas Kessler (39, Sportdirektor) genossen in den vergangenen Wochen höchste Priorität.
Während mit Türoff per Handschlag schon eine Einigung auf eine Verlängerung (wohl bis 2028) erzielt wurde (EXPRESS.de berichtete exklusiv), stockt es in den Verhandlungen mit Kessler. Der Vorstand hatte schon vor seiner Wahl versprochen, Kessler schnell zum Sport-Geschäftsführer zu befördern, sein Kontrakt sollte zudem über 2027 hinaus verlängert werden. Präsident Jörn Stobbe sowie seine Vize Jörn Alvermann und Ulf Sobek sind nach den ersten Monaten der Zusammenarbeit voll von Kessler überzeugt, wollen unbedingt Nägel mit Köpfen machen und die Verlängerung zeitgleich mit der von Türoff verkünden.
Thomas Kessler verhandelt mit harten Bandagen
Doch Kessler erweist sich nicht nur an der Transferfront als harter Verhandlungspartner. Auch intern hat er klare Vorstellungen – dabei geht es sowohl um Inhalte als auch um das Finanzielle. Nach Informationen von EXPRESS.de liegen die Vorstellungen, was das künftige Gehalt angeht, noch weit auseinander. Der Poker ist im vollen Gange!
FC-Vize Sobek sagte gegenüber EXPRESS.de: „Wir sind in einem guten Austausch. Im Augenblick liegt der absolute Schwerpunkt auf der Kaderplanung für die zweite Halbserie.“ Nachgehakt: Was fehlt denn noch für eine Beförderung? Sobek weicht aus: „Ich bitte um Verständnis, dass ich zu den vertraulichen Gesprächen keine Wasserstandsmeldungen abgeben kann.“ Und dann schließt Sobek auch den Worst Case nicht aus. Auf die Frage, ob es auch einen anderen Sport-Geschäftsführer als Kessler beim FC geben könnte, antwortet Sobek: „Theoretisch natürlich ja. Die Frage stellt sich aber derzeit nicht.“
Beim FC hofft man nun, dass Kessler zum einen die Wintertransferphase erfolgreich abschließt (vor dem Heidenheim-Spiel am Samstag, 10. Januar, wird keiner mehr kommen, danach eventuell) und sich dann im internen Poker bewegt. Er will aber auf jeden Fall, dass seine Arbeit wertgeschätzt wird und sich dies auch finanziell zeigt.
Zuletzt sagte Kessler: „Wir haben sehr wertschätzende Gespräche, die ziehen sich schon ein wenig länger. Für mich ist es einfach wichtig: Wenn ich das Commitment gebe, in den nächsten Jahren aus der Geschäftsführung heraus Verantwortung beim 1. FC Köln zu übernehmen, dann natürlich zu Bedingungen, wie ich mir das vorstelle. Da gibt es ein paar Themen, die muss man einfach besprechen. Das tun wir in völliger Ruhe, weil wir da gar keinen Druck haben.“
Sobek stellte zudem klar, dass Kessler im sportlichen Bereich stets das letzte Wort haben werde. Die Zusammenarbeit funktioniere, „sehr gut und auf Augenhöhe. Ich rede ihm nicht rein, wir reden miteinander. Am Anfang ging es ums Kennenlernen, ums Zuhören. Daraus ist eine echte Partnerschaft entstanden, mit regelmäßigen und inzwischen sehr häufigen Abstimmungen. Am Ende entscheidet in sportlichen Fragen Thomas – und genau so soll es sein.“

