„Das ist Beamten-Mikado“Kölner Kebabgrill-Zoff: Bürgermeister platzt der Kragen

Weidengasse

Um den Rauch von Holzkohlegrills in der Kölner Weidengasse gibt es weiterhin Ärger.

Köln – Fast eine unendliche Geschichte: Der Streit um die Kebabgrills in der Weidegasse schwelt seit Jahren. Anwohner haben Angst um ihre Gesundheit, denn es qualmt und raucht aus den Kaminen der Restaurants mit den Holzkohlegrills. Jetzt bringt eine Stellungnahme der Stadtverwaltung Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) auf die Palme. 

  • Streit um Kebabgrills in Kölner Weidengasse
  • Stadt Köln mit Stellungnahme zum Stand der Dinge
  • Kölner Bezirksbürgermeister platzt der Kragen

Das Dilemma: Die Gastronomen in der Weidengasse halten sich an alle Vorgaben. Doch die Anwohner wünschen sich schärfere Regeln, Klarheit über die Gesundheitsgefahren, die von dem Rauch der Grills, auf denen unter anderem leckeres Kebab brutzelt, ausgehen. Doch wer ist zuständig? Stadt, Land, Bund?

Kölner Kebabgrill-Zoff: Bezirksbürgermeister sauer über Mitteilung der Stadt

Für die Sitzung der Bezirksvertretung am 22. April erhielten die Politiker eine Mitteilung der Verwaltung. Involviert: Umwelt- und Verbraucherschutzamt, Bauaufsichtsamt, Rechtsamt, Stadtplanungsamt. 2020 wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben. 

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Der Haken: Es ist nur ein Gutachten zur „Geruchsuntersuchung“ – also nicht zu  Gefahren durch Feinstaub aus dem Qualm. Die Verwaltung: „Die Ergebnisse dieser Geruchsuntersuchung stellen eine zwingende Voraussetzung dafür dar, feststellen zu können, ob durch den Betrieb der Holzkohlegrills erhebliche Geruchsbelästigungen im Sinne von § 3 Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) vorliegen.“

Kölner Kebabgrill-Zoff: Kritik am Umweltdezernenten

Bezirksbürgermeister Andreas Hupke bringt die Mitteilung der Stadt auf die Palme: „Die Verwaltung unterstützt nicht! In Baden-Württemberg ist der politische Wille in der Sache stärker. Ich finde das sehr enttäuschend.“ 

In Köln sei weder von den Betreibern der Kebab-Läden ein Wille erkennbar, noch vom Land, noch von der Stadt. Der Grünen-Politiker: „Ich kritisiere den Kölner Umweltdezernenten ganz offen. Schließlich ist der Rauch giftig! Der Ausstoß von Diesel ist dagegen doch Peanuts. Denn hier geht es um ein Gebiet in Briefmarkengröße mit sechs Lokalen, in denen Holzkohlegrills betrieben werden.“ 

Kölner Kebabgrill-Zoff: Wer sich zuerst bewegt, verliert

Vor sechs bis sieben Jahren habe sich bei ihm schon eine Mutter gemeldet, die Angst um die Gesundheit ihres Kindes gehabt habe. Wenn Hupke jetzt die Mitteilung der Stadt lese, falle ihm nur eins ein: „Das ist Beamten-Mikado ganz nach dem Motto, wer sich zuerst bewegt, verliert!“

In dem Schreiben sei kein Fünkchen Hoffnung drin für die Menschen, die am Eigelstein wohnten. Einige haben in einem aktuellen Brief an Hupke ihrer Wut Luft gemacht. Sie sorgen sich um „eine unkontrollierte Abwärtsentwicklung besonders der Weidengasse. Ein Problem ist die stetig steigende Zahl der Grillrestaurants mit extrem giftigen Holzkohleabgasen, mittlerweile gibt es fünf auf nur 150 Metern“.

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Kölner Kebabgrill-Zoff: Verwaltung mit Gegenargumenten

Was Hupke besonders an dem aktuellen Bericht der Verwaltung erzürnt: „Da geht es nur um den Geruch, auf den gefährlichen Feinstaub, der durch den Rauch der Grills entsteht, wird überhaupt nicht eingegangen.“ Das sei in der Sitzung der Bezirksvertretung auch massiv kritisiert worden.

Doch die Verwaltung hält solch eine Untersuchung, um dadurch dann den Bebauungsplan ändern zu können, für „nicht zielführend“. Denn davon seien schon existierende Grillrestaurants nicht betroffen. Außerdem sei der Aufwand „unverhältnismäßig“ und es bestehe die Gefahr von Klagen gegen einen neuen Bebauungsplan.

Fazit: Der Kebabgrill-Zoff vom Eigelstein wird auch weiterhin für mächtig Zunder sorgen ...