Der Skandal-Komplex in Köln-Flittard lässt seine Mieter nicht zur Ruhe kommen: Schimmel, fehlendes Dach – und jetzt rückt der Schornsteinfeger mit Zwangsgewalt an.
Kölner Gammel-KomplexMieterin ist fassungslos – es wird sogar mit Polizei gedroht

Schimmel, kein Dach – und jetzt kommt der Schornsteinfeger mit Zwang!
Das Wohnungsdrama in Köln-Flittard geht in die nächste Runde. Nachdem sich schon monatelang Schimmel in die Wände frisst und Teile des Daches fehlen, greift die Stadt Köln jetzt mit einer Zwangsmaßnahme durch – gegen den Vermieter!
Wohnungen in Köln-Flittard gammeln vor sich hin
Wie aus einem Schreiben des städtischen Amts für öffentliche Ordnung hervorgeht, hat die Hausverwaltung im vergangenen Jahr weder den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger noch einen anderen Schornsteinfegerbetrieb mit den gesetzlich vorgeschriebenen Kehr- und Überprüfungsarbeiten beauftragt. Ein klarer Rechtsverstoß!
Die Stadt reagiert: Am Montag (11. Mai), ab 10 Uhr, wurde eine sogenannte Festsetzungsverfügung über die Ersatzvornahme – im Klartext: unmittelbarer Zwang – gegen den Vermieter erlassen.
Notfalls mit Unterstützung von Ordnungsbehörde und Polizei. Wer nicht zu Hause ist, muss einen Nachbarn beauftragen, den Schornsteinfegern Zugang zu gewähren – sonst droht auch den Mietern eine Ordnungsverfügung.
Für viele der verbliebenen Bewohner klingt das wie ein schlechter Witz. Stephanie Hartel (42) lebt mit ihren Kindern noch immer in dem maroden Komplex – und ist am Ende ihrer Kräfte: „In der Wohnung ist es feucht, überall ist der Schimmel. Meine Kinder und ich sind wegen der feuchten Wände permanent krank“, sagt sie bereits im Februar 2026 gegenüber EXPRESS.de.
„Im Kinderzimmer, in der Diele, im Bad, im Flur, in der Küche – es gibt keinen Raum ohne Schimmel. Es ist grausam. Sogar die Rückseite eines neuen Schranks ist schon vom Schimmel befallen.“
Und jetzt soll der Schornsteinfeger kommen? Hartel kann darüber nur schmunzeln: „Viel wichtiger ist es doch, dass das Dach vernünftig gemacht wird. Aber nein, jetzt kommt der Schornsteinfeger. Eine absolute Lachnummer.“

Copyright: Kalle Gerigk
Der Wohnkomplex in Köln-Flittard schimmelt und gammelt vor sich hin.
Das Elend hat eine Vorgeschichte: Seit 2023 sollte der dreistöckige Komplex saniert werden, sogar das Dach wurde abgerissen. Dann ging der Eigentümerin das Geld aus – sie ist insolvent. Ein Insolvenzverwalter übernahm, die Baustelle fror ein. Seit September 2025 gammelt der Komplex vor sich hin, viele Mieter sind bereits geflohen.
Der Kölner Miet-Aktivist Kalle Gerigk kämpft für die Betroffenen und lässt kein gutes Haar an der Situation: „So geht das nicht weiter! Alle, die da noch wohnen, sind oder werden krank.“ Er fordert von der Stadt schnelle Wohnungsalternativen.
Stadt Köln sucht Käufer für die Wohnblocks
Die Stadt selbst gibt sich in Stellungnahmen auffallend zurückhaltend. Eine Sprecherin teilte im Februar 2026 gegenüber EXPRESS.de mit: „Die Wohnungsaufsicht hat im Objekt mit der Hausnummer 5 für einzelne Wohnungen geprüft, ob hier analog zum Vorgehen in den Häusern mit der Hausnummer 7 bis 9 einzuschreiten ist. Dies war bislang nicht der Fall und es liegt keine Unbewohnbarkeit vor.“
In einem aktuellen „Stern TV“-Bericht heißt es seitens der Stadt: „Gesellschafts-/insolvenzrechtlich konnte weiterhin kein Verfügungsberechtigter ermittelt werden, dem die Beseitigung der Mängel auferlegt werden könnte. Es wird erwartet, dass die Häuser verkauft werden. Damit wird ein Verfügungsberechtigter die Instandhaltung beziehungsweise Instandsetzung der Häuser übernehmen.“
Mit anderen Worten: Die Stadt wartet auf einen neuen Käufer – während Familien wie die von Stephanie Hartel weiter im Schimmel leben.
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