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Kölner Drogenhölle„Können unsere Patienten nicht mehr behandeln“

Die aktuelle Situation am Friesenplatz. Die dortige Drogenszene soll Zulauf bekommen haben, Anwohnende beschreiben die Situation als unerträglich.

Copyright: Arton Krasniqi

Die aktuelle Situation am Friesenplatz. Die dortige Drogenszene soll Zulauf bekommen haben, Anwohnende beschreiben die Situation als unerträglich.

Einer Patientin wurde das Essen aus der Hand gerissen, andere werden angepöbelt und bedroht. Eine Kölner Psychotherapie-Praxis schildert dramatische Zustände am Friesenplatz.

Sie kommen, um Hilfe zu holen. Und trauen sich nicht mehr. Patienten einer Psychotherapie-Praxis am Friesenplatz – direkt an der Haltestelle – weigern sich zunehmend, ihre Termine wahrzunehmen.

Der Grund: Die Zustände vor dem Praxishaus sind so eskaliert, dass viele schlicht Angst haben, hinzugehen.

Suizidgefährdete Patienten können nicht mehr versorgt werden

Am Mittwoch (10. Juni) sei einer Patientin, als sie das Gebäude verließ, das Essen aus der Hand gerissen worden. Andere würden angepöbelt, bedroht, aggressiv angegangen. „Das ist mittlerweile gesundheitsgefährdend“, schildert Jan A. Teichmann-Potreck (54), Mitinhaber der Praxis, gegenüber EXPRESS.de. „Wir können unsere Patienten schlicht nicht mehr behandeln.“

Was die Ärzte und Psychotherapeuten besonders besorgt: Unter ihren Patienten sind Menschen mit suizidalen Tendenzen. Menschen, die dringend auf regelmäßige Behandlung angewiesen sind. „Wir können unserem Auftrag als Ärzte und Psychotherapeuten nicht mehr wahrnehmen“, so Teichmann-Potreck. „Das macht uns sehr große Sorgen.“

Mitte April habe sich die Psychotherapie-Praxis über das Kontaktformular des Ordnungsamts – mit einer detaillierten Schilderung der Lage – an die Behörde gewandt. Darin heißt es unter anderem: „Dass da ein paarmal am Tag die Polizei / Ordnungsamt Streife läuft, hilft nicht wirklich, nach einer halben Stunde sind die wieder da.“

Die Situation am Friesenplatz ist seit Monaten bekannt. Anwalt Ralf Höcker (55) hatte erst am Donnerstag (11. Juni) gegenüber EXPRESS.de von täglichem Drogenkonsum, Fäkalien und Aggressionen berichtet. „Die Zustände werden immer schlimmer, seit letztem Jahr sind sie katastrophal“, sagte er. „Inzwischen geht es einfach zu weit.“

Zwar sei Ende Mai Oberbürgermeister Torsten Burmester am Friesenplatz gewesen und habe sich selbst ein Bild gemacht – aber auf lange Sicht habe sich nichts geändert.

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