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Kölner Brücken-AlbtraumSanierung in Mülheim wird zum Fiasko

Wieder Ärger um die Mülheimer Brücke! Die Sanierung ist ein Fass ohne Boden. Eine unendliche Geschichte, die am Ende über eine halbe Milliarde Euro verschlingen wird.

Seit April 2018 laufen die Arbeiten an dem 1951 eröffneten und unter Denkmalschutz stehenden Bauwerk. Die komplette Erneuerung der Deichbrücke auf der linken Rheinseite sowie der Rampe rechts des Flusses ist Teil der Maßnahmen.

Am Freitagabend dann noch die Schockmeldung: Die Brücke muss für den Kfz-Verkehr Richtung Mülheim gesperrt werden. Ein folgenschwerer Schaden, dazu explodierende Sanierungsausgaben und ein Zeitplan, der völlig außer Kontrolle gerät.

Trauerspiel Mülheimer Brücke: hier die Fakten

2010: Alles begann mit einer ersten Kostenschätzung der Stadtverwaltung, die bei 39 Millionen Euro lag. In der Zeit danach kletterte der Betrag immer weiter nach oben: Genauere Prüfungen brachten erheblich größere Mängel ans Licht, als man ursprünglich erwartet hatte.

2016: Der Stadtrat beschließt im Juni die Brückensanierung für veranschlagte 116,3 Millionen Euro. Die Fertigstellung der Arbeiten war für vier Jahre später geplant. Januar 2017 wurde als Starttermin für den Bau ins Auge gefasst. Der Termin wurde jedoch auf den Herbst 2018 verlegt, weil die Anträge für Fördermittel vom Land noch ausstanden. Aus Düsseldorf sollten damals 55 Millionen Euro für das Projekt fließen, so die damalige Information.

2017: Die Ausgaben kletterten von 116 auf etwa 187 Millionen Euro. Laut der Stadt lagen sämtliche Angebote von Firmen, die am Vergabeverfahren teilnahmen, ausnahmslos über den Kosten, welche die Verwaltung anfangs kalkuliert hatte. Als Gründe wurden unter anderem die stark erhöhten Preise im Bausektor genannt. Zudem sei die anfängliche Konzeption ungenauer gewesen als jene, die als Grundlage für die Ausschreibung diente. „Wir haben einen Risikopuffer von 15% eingepreist“, äußerte die damalige Verkehrsdezernentin Andrea Blome. Und weiter: „Jetzt haben wir belastbare Zahlen, mit denen wir arbeiten können.“

2018: Mit vorbereitenden Maßnahmen beginnt am 2. Mai die grundlegende Instandsetzung. Es werden Flächen für die Baustelle unter und neben den Rampen der Brücke geschaffen.

2019: Der gesamte Verkehr für Autos, Radfahrer und Fußgänger wird am 15. April auf die nördliche Brückenseite umgeleitet. Die südliche Seite wird abgeriegelt.

Teilsperrung der Mülheimer Brücke, auch für KVB-Bahnen

2022: Die Stadt Köln informiert den Rat im Mai über einen Anstieg der Kosten auf 301,5 Millionen Euro. Dafür werden verschiedene Ursachen genannt, darunter nicht einkalkulierte Schäden an der bestehenden Konstruktion, die für sich allein schon 93 Millionen Euro an extra Material- und Lohnaufwand bedeuten.

Obendrein ist die Verfassung der Rampe auf der rechten Rheinseite wesentlich schlechter als erwartet. Bauverzögerungen und generelle Preiserhöhungen in der Baubranche, hauptsächlich durch die Corona-Krise verursacht, kommen noch dazu.

2024: Die Brücke wird im Februar für Fahrzeuge in Fahrtrichtung Mülheim dichtgemacht. Eine sieben Kilometer lange Umleitung über die Zoobrücke wird eingerichtet. Geplant ist, die Sperrung im November wieder aufzuheben.

2024: Auch der Stadtbahnverkehr der KVB (Linien 13 und 18) kann ab April die Mülheimer Brücke nicht mehr nutzen. Busse übernehmen als Schienenersatzverkehr. Fahrgäste werden mit der zusätzlichen Linie 14 vom Ebertplatz via Deutz zur Keupstraße befördert. Diese Sperrung soll ebenfalls im November enden.

2024: Im September stellt sich heraus: Die Instandsetzung dauert mehrere Monate länger. Die Stadt gibt bekannt, dass die Pläne für die Sanierung neu gefasst werden müssen.

Mülheimer Brücke: Die Kostenexplosion geht weiter

2025: Am 12. Juni verkündet die Stadt, dass es wieder einmal erheblich mehr kostet und nochmals mehr Zeit beansprucht als bisher angenommen. Es wird berichtet, die Ausgaben seien im Vergleich zu früheren Kalkulationen um circa 196 Millionen Euro gestiegen. Das führt zu Gesamtaufwendungen von 498 Millionen Euro. Die Stadt prognostiziert jedoch, dass selbst eine halbe Milliarde nicht genügen wird: Durch die jetzige Verlängerung der Bauzeit bis zum Abschluss 2029 entstünden zusätzliche Kosten, die aber „in der Dimension nicht vergleichbar“ sein sollen mit der jetzigen Erhöhung.

2025: Ab dem 10. Juli ist die Mülheimer Brücke für den Autoverkehr in beiden Richtungen wieder befahrbar. Ursprünglich sollte dies schon im November 2024 der Fall sein, doch die Eröffnung wurde durch ständig neue Schwierigkeiten hinausgezögert.

2025: Die KVB-Bahnen der Linien 13 und 18 verkehren seit dem 15. September 2025 nach fast anderthalb Jahren wieder über die Mülheimer Brücke. Das ist zehn Monate nach dem ursprünglichen Termin.

2026: Am 12. März kommt es zu einer erneuten Sperrung für den Autoverkehr in Richtung Mülheim, die voraussichtlich bis zum 20. März 2026 andauert. Grund dafür war die Entdeckung eines Schadens an der Rampe auf der rechten Rheinseite. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Blick auf eine Baustelle auf der Hohenzollernbrücke (Archivfoto)

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