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„Ich fühl mich verarscht“ Kölner im Zoff mit Netz-Anbieter – Homeoffice wird zur Qual

Widdersdorf

Im Kölner Stadtteil Widdersdorf gibt es seit Wochen Probleme mit der Internetverbindung. Besonders ein Anbieter steht in der Kritik. 

Köln – So macht das Homeoffice während der Corona-Pandemie absolut keinen Spaß!

Im Kölner Stadtteil Widdersdorf verwandelt der Internetanbieter Vodafone das Homeoffice vieler Kölner zum wahrgewordenen Alptraum.

  • Köln-Widdersdorf: Schlechtes Internet erschwert das Homeoffice
  • Anwohner eines Neubaugebietes sind sauer
  • So reagiert der Internetanbieter Vodafone

Der Grund: die unzuverlässige und oftmals viel zu schlechte Bandbreite.

Köln: Vodafone-Verbindungsprobleme sorgen in Widdersdorf für Ärger

In Köln-Widdersdorf sorgt der Netzanschluss schon lange für Ärger: Die Anwohner gehen sogar so weit, dass sie ihren Unmut über die Internet-Missstände in einer Facebook-Gruppe mit fast 2500 Mitgliedern kundtun und sich austauschen.

„Angefangen hatte das alles mit der Unity-Media-Übernahme von Vodafone. Wir haben in Widdersdorf seit Monaten mit einem massiven Internet-Ausfall zu kämpfen. Zu Beginn hatten wir zwar auch schon trotz unserer vermeintlich starken 100er-Leitung Probleme mit dem Netz, allerdings war das Arbeiten weitestgehend möglich. Seit dem 11. Januar – da begann das Homeschooling für die Schüler nach den Winterferien – ist das Internet von 8.45 Uhr bis 16 Uhr nicht verfügbar“, erklärt ein erboster Anwohner im EXPRESS-Gespräch.

Seitdem arbeite der Berufstätige gezwungenermaßen über das Mobilfunknetz. Der Anbieter habe zuerst an einem technischen Defekt aufseiten des Internet-Nutzers gedacht:

„Man hat uns grundsätzlich immer mindestens eine Stunde in der Technik-Hotline warten lassen, um uns dann zu sagen, dass der Fehler bei uns liegen muss. Ich würde sogar schon so weit gehen, dass ich das Gefühl hatte, abgewimmelt zu werden – so nach dem Motto: Es muss ein individuelles Problem sein.“

Köln: Facebook-Mitglieder lokalisieren besonders betroffene Gebiete

Da sich besonders häufig im Neubaugebiet lebende Menschen zu Wort meldeten, um sich über ihre Verbindungs-Leistung auszulassen, hatte man im Verdacht, dass die Kapazität der Anschlüsse womöglich einfach überlastet sei.

„Wir vermuten, dass die Kapazität der Datenleistungen einfach zu schlecht ist, um unsere Haushalte ausreichend zu versorgen. Aber ich bin kein Techniker und eigentlich ist es ja auch nicht unsere Aufgabe nach Lösungen zu suchen.“

Köln: Anwohner fühlt sich von Vodafone „total verarscht“

Das Ausmaß des Internet-Ausfalls ist immens: Viele Widdersdorfer können aufgrund der Netz-Leistung nicht im Homeoffice arbeiten und müssen ins Büro fahren – die Kinder müssen in der Not-Betreuung untergebracht werden.

„Ich musste in der vergangenen Woche viermal in die Firma fahren, obwohl mich mein Arbeitgeber eigentlich dazu aufgefordert hatte, mindestens fünf Tage Zuhause zu bleiben“, so der Anwohner.

Vodafone riet vielen Kunden dazu, ihre Verträge aufstocken zu lassen, da höhere Bandbreiten im Falle einer Netz-Überlastung bevorzugt werden würden.

„Es ist einfach ein Drama. Ich bezahle jetzt notgedrungen mehr Geld, in der Hoffnung irgendwie ins Internet zu kommen. Ich fühle mich total verarscht!“

Köln: Vodafone meldet sich nach Vorwürfen zu Wort

Mittlerweile wich auch Netz-Anbieter Vodafone von der Erklärung ab, dass es sich um zahlreiche individuelle Probleme handele.

„Unsere Technik-Spezialisten haben sich den Ortsteil genau angeschaut und aktuelle Messungen vorgenommen, bei denen es um die Auslastung des Kabelnetzes geht. Ergebnis: Downstream und Upstream sind in dem betroffenen Kabelsegment in Widdersdorf tatsächlich zu hoch. Denn es werden in diesem Kabelstrang insgesamt (zu bestimmten Tageszeiten) mehr Daten geladen als allgemein üblich“, erklärt Vodafone-Pressesprecherin Heike Koring auf EXPRESS-Anfrage.

Da man derzeit davon ausgehe, dass der Internetverkehr in dem betroffenen Bereich nicht wieder auf das Normalmaß sinken werde, habe man notwendige Maßnahmen bereits eingeleitet, um in den betroffenen Kabelsträngen die Netzwerk-Kapazitäten deutlich zu erhöhen.

„Hierfür sind Tiefbauarbeiten notwendig, die in der Planung und Ausführung sehr aufwändig und zudem von Seiten der Behörden genehmigungspflichtig sind. Von den eingeleiteten Maßnahmen profitieren nach Abschluss rund 500 Haushalte in Widdersdorf. Wir bitten die betroffenen Kunden um Entschuldigung für ihre vorübergehenden Unannehmlichkeiten“, so Köring weiter.

Welchen Zeitraum diese Tiefbauarbeiten in Anspruch nehmen werden, sei aktuell noch unklar. (cw)

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