Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

Köln-MüngersdorfWarum der Spoho-Turm einfach nicht fertig wird

Der Wohnturm des Kölner Studierendenwerkes an der Spoho im Juni 2024

Copyright: Michael Bause

Der Wohnturm des Kölner Studierendenwerkes an der Spoho im Juni 2024

Aktualisiert:

Seit Frühjahr 2022 steht der Wohnturm des Studierendenwerkes leer. Jetzt verzögert sich der Wiedereinzug erneut.

Der Wohnturm an der Deutschen Sporthochschule (Spoho) in Köln-Müngersdorf wird auch in den kommenden Jahren nicht bezugsfertig sein!

Das sagte Klaus Wilsberg, Sprecher des Kölner Studierendenwerkes, auf Anfrage. Der Grund laut Wilsberg: Es wurden neue Schadstoffe gefunden, deshalb müsse die Projektplanung überarbeitet werden. Einziehen sollen Studierende jetzt Anfang 2030. Bewerben kann man sich voraussichtlich Ende 2029.

Spoho-Turm muss kernsaniert werden

Früher lebten rund 350 Studierende in dem Turm. Manche wohnten in WGs, andere in Einzelapartments. In Köln, wo der Mietmarkt ohnehin sehr angespannt ist, fehlen diese Plätze seit Jahren schmerzlich. Gerade bei Studierenden der nahen Spoho war das Haus in Müngersdorf besonders gefragt. Nach der Sanierung würde es 332 Plätze geben. Der Grund: Die Gemeinschaftsbereiche werden größer.

Seit viereinhalb Jahren ist das Gebäude jetzt schon geschlossen. Im März 2022 mussten die letzten Bewohnerinnen und Bewohner raus, weil die Sanierung anstand. Ursprünglich wollte das Studierendenwerk bei laufendem Betrieb bauen, die Mieter sollten bleiben.

Die Arbeiten an dem 77 Meter hohen Haus waren dringend nötig: Von der Waschbetonfassade lösten sich bereits Teile. Zur Sicherheit hängte man an das Hochhaus aus den 70er Jahren zunächst Planen. Später wurden sie durch Netze ersetzt.

Geplant war anfangs nur eine einfache Sanierung. Weil aber immer neue Probleme auftauchten, wurde daraus eine Kernsanierung. Die Studierenden mussten ausziehen – und seitdem rückt die Fertigstellung immer weiter nach hinten. Zuerst hatte man 2023 im Visier. Später hieß es, die Studierenden könnten 2028 zurückkehren. Auch dieser Termin ist jetzt nicht mehr zu halten.

Der Wohnturm des Kölner Studierendenwerkes (Bild von 2024)

Copyright: Michael Bause

Der Wohnturm des Kölner Studierendenwerkes (Bild von 2024)

Der Turm entwickelte sich zum Problemfall, die Kosten gingen nach oben. Ein Hauptgrund: Man stieß auf giftiges Asbest und PCB. Diese Schadstoffe müssen mit viel Aufwand beseitigt werden. Und die Kosten steigen weiter.

Spoho-Turm: Die Kosten klettern weiter

Konkrete Zahlen will das Studierendenwerk vorerst nicht nennen. Laut Wilsberg wird die Summe aber im „zweistelligen Millionenbereich“ liegen. Zum Vergleich: Ganz am Anfang, als man noch von einer einfachen Sanierung ausging, war von 4,5 Millionen Euro die Rede. 2022 rechnete man bereits mit 20 Millionen Euro.

Wer in Köln ein WG-Zimmer sucht, muss tief in die Tasche greifen. Die Zimmer gehören zu den teuersten in Deutschland. Im Durchschnitt zahlen Studierende 510 Euro, in Köln sind es mit 640 Euro deutlich mehr. Umso wichtiger sind die Wohnungen des Studierendenwerkes. Nach Wilsbergs Angaben hat es insgesamt 4643 Wohnheimplätze – doch eben nicht alle davon stehen zur Verfügung. (cme)