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„Nettes und hübsches Mädchen“Frau (26) sucht Wohnung in Köln – es wird dubios

Eine Frau sucht auf Kleinanzeigen eine Wohnung in Köln mit einem Foto von sich – und gerät an ein dubioses Angebot. Das Symbolfoto wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz bearbeitet und zeigt kein reales Angebot.

Copyright: EXPRESS (KI-generiert)

Eine Frau sucht auf Kleinanzeigen eine Wohnung in Köln mit einem Foto von sich – und gerät an ein dubioses Angebot. Das Symbolfoto wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz bearbeitet und zeigt kein reales Angebot.

Aktualisiert:

Eine 26-Jährige sucht in Köln eine Wohnung – und gerät an einen Mann, der ihr anderthalb Wochen eine Lüge vorgaukelt. Nur um sie kennenzulernen. 

Sie steht in Köln vor einem Haus, in dem ihre neue Wohnung sein soll. Doch da ist gar keine Wohnung. Da ist eine Klavierschule. Keine weiteren Klingelschilder, keine weiteren Briefkästen. Eine 26-Jährige merkt in diesem Moment, dass sie seit anderthalb Wochen belogen wird – von einem Mann, der ihr eine Wohnung versprochen hatte, die es einfach nicht gibt.

Ihre Geschichte hat die Frau, die nach eigenen Aussagen 26 Jahre alt ist, auf der Internetplattform Reddit veröffentlicht. Sie beginnt mit einem Satz, der zeigt, wie unangenehm ihr das Ganze ist: „Ich weiß, dass sich Leute über mich lustig machen werden und mich naiv nennen werden, aber im Nachhinein ist man immer klüger…“

Erst war alles ganz normal

Wie viele in Köln suche die 26-Jährige eine Wohnung, erklärt sie. Sie habe ein Gesuch bei Kleinanzeigen eingestellt, samt Foto von sich. Ein Fehler, wie sich später herausstellen wird. Ein Nutzer habe sich dann gemeldet: Ein Freund von ihm suche einen Nachmieter, lautete seine Nachricht. Die Rahmenbedingungen hätten gut geklungen, man habe Nummern ausgetauscht.

Der Mann habe von seiner Vermieterin erzählt, einer älteren Frau, mit der er gut auskomme und für die er eine „nette entspannte Nachmieterin“ suche. Erstmal ein „Abschnuppern“. Man habe geplaudert, es sei um Oberflächliches gegangen, etwa um ihre gefärbten Haare auf dem Profilbild. Die Interaktion sei zunächst „sehr respektvoll“ gewesen, schreibt sie. Dann sei ein Besichtigungstermin vereinbart worden.

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Irgendwann ist der Ton gekippt

Zwei Tage vor dem Termin habe sie dann nach der Adresse gefragt. Statt einer Antwort seien nur dubiose Nachrichten gekommen: „Hey!“, „Na du“, „Wie geht es dir?“. Erst nach zweimaligem Nachhaken habe er die Adresse herausgerückt. Weil sie nicht unfreundlich habe sein wollen, habe sie weitergeschrieben – bis der Nutzer erklärt habe, er habe das Verlangen, ihr auch bei der weiteren Wohnungssuche zu helfen, selbst wenn sie seine alte Wohnung nicht wolle, weil sie so ein „nettes Mädchen und so ein hübsches Mädchen“ sei. Ihr Kommentar dazu: „Ich bin 26, ich glaube nicht, dass man mich ‚Mädchen‘ nennen sollte…“

Am Abend vor der Besichtigung habe er ihr plötzlich ein Bildschirmfoto aus dem Chat mit seiner Vermieterin geschickt: Die sei von ihrem Sohn überrascht worden und spontan für eine Woche verreist. Ein Termin sei erst am kommenden Wochenende möglich. Gleichzeitig habe er versichert, er habe die Vermieterin angerufen und sie gebeten, die Wohnung an niemanden zu vergeben, bevor die 26-Jährige sie gesehen habe.

Sie habe ihm geglaubt. Und extra ihr Wochenende umgestellt: Sie habe alles so umgeplant, dass sie von einem Festival zur Besichtigung fahren konnte. Doch dann wurde es immer dubioser. Sie habe gesehen, dass der Mann sie um ein Uhr nachts angeschrieben habe. Er fragte, ob sie noch wach sei. Ihr sei das Ganze allmählich „ziemlich unangenehm“ geworden. Sie habe daher ihre Eltern gebeten, für die Besichtigung aus Niedersachsen nach Köln zu fahren.

Lüge kommt ans Licht

Ein paar Tage später sei sie selbst in Köln gewesen und habe sich schon einmal die Gegend angeschaut. Und festgestellt: An der Adresse ist eine Klavierschule, dort lebt sonst nur die Familie der Betreiber. Keine weiteren Klingelschilder, keine weiteren Briefkästen. Keine Wohnung.

Als sie ihn daraufhin damit konfrontiert habe, vor Ort gewesen zu sein, habe der Nutzer die Lüge gestanden. „Er hat von Anfang an gewusst, dass seine alte Wohnung schon weitervermietet wurde, und hat sich das alles nur ausgedacht, um mit mir zu schreiben, weil ,ich ihm gefallen habe‘“, erklärt die Frau. Der erste Termin sei schon ausgedacht gewesen, der Screenshot vom Chat mit der Vermieterin gefälscht, auch Anrufe bei der Vermieterin seien nur vorgetäuscht gewesen. „Einfach alles nur ausgedacht, weil er sich dachte, dass es ja toll wäre, mit mir zu schreiben …“

In den Kommentaren ergänzt die Frau, wie es ausgegangen ist: „Er hat noch behauptet, dass er so einen Scheiß angeblich nicht häufiger abzieht, aber an dem Punkt ist die Glaubhaftigkeit sowieso weg gewesen. Wollte da dann auch nicht mehr lange drüber diskutieren und hab ihn blockiert.“ Ihre bittere Bilanz: „Ich weiß auch nicht, wie lange das noch weitergegangen wäre, wenn in dem Haus nicht zufällig nur die Pianoschule gewesen wäre.“

„Wahnsinn, ohne Worte.“ In der Kommentarspalte reagieren die User mit Entsetzen. Unter dem Beitrag melden sich weitere Nutzerinnen mit ähnlichen Erfahrungen. „Man hat als Frau echt nie seine Ruhe“, schreibt jemand. 

Das können Betroffene tun

Die Beratungsplattform Juuuport rät bei Belästigung im Netz vor allem, dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen und das Gespräch abzubrechen, sobald man sich unwohl fühlt. Wichtig ist es außerdem, Beweise zu sichern, also Bildschirmfotos der Chatverläufe anzufertigen. Zeit und Datum sollten erkennbar sein, der Screenshot selbst sollte auch einen Zeitstempel haben. Dafür gibt es zahlreiche kostenlose Tools, etwa atomshot.

Die Privatsphäre-Einstellungen sollten ebenfalls geprüft werden, es sei wichtig, möglichst wenig über sich preiszugeben – dazu zählen auch persönliche Fotos. 

Zudem sollten aufdringliche Kontakte blockiert und gemeldet werden. Kleinanzeigen selbst bietet ebenfalls eine solche Funktion: In den Nachrichten (Messagebox) kann die entsprechende Unterhaltung angeklickt werden, über die drei Punkte oben rechts kann der Nutzer gemeldet oder blockiert werden. Auch unangemessene Nachrichten können der Plattform so gemeldet werden. (mg)

Ihr habt auch unschöne Erfahrungen bei der Wohnungssuche in Köln machen müssen, zum Beispiel im Netz? Meldet euch bei uns!

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