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Erster Abschleppversuch scheitertPärchen haust seit Wochen im Auto – Köln stellt Ultimatum

Seit circa vier Wochen haust das Paar in diesem Auto auf der Escher Straße in Köln-Nippes.

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Seit circa vier Wochen haust das Paar in diesem Auto auf der Escher Straße in Köln-Nippes.

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Seit vier Wochen haust ein obdachloses Pärchen in einem abgemeldeten Ford Focus an der Escher Straße in Köln. Die Stadt hat bereits versucht, das Auto abzuschleppen – bisher erfolglos.

Er macht sich Sorgen, hat Angst ... Ein Anwohner hat genug und meldete sich jetzt bei EXPRESS.de. An der Escher Straße in Köln-Nippes steht seit rund vier Wochen ein weißer Ford Focus Kombi.

Darin wohnen: ein Pärchen, stark verwahrlost. Laut dem Anwohner sollen die beiden wiederholt aggressiv auf Passanten reagiert haben. „Die Kinder trauen sich mittlerweile nicht mehr, dort vorbeizugehen“, sagt er. Seine Frage an die Behörden: „Muss es unbedingt soweit kommen, dass jemand oder ein Kind verletzt wird, weil es aus Angst auf die Straße rennt?“

Trauriger Anblick: Ehepaar schläft und wohnt im Auto

EXPRESS.de war am Dienstag (11. August) vor Ort und bestätigt das Bild. Im Inneren des Wagens türmt sich Müll, es riecht intensiv. Auf der Mittelkonsole steht eine Flasche Wodka. Im Beifahrerraum liegt eine Tüte mit verschimmelten Brotresten. Auf dem Bordstein vor der Beifahrertür: jede Menge Zigarettenkippen. Das Pärchen ist am frühen Nachmittag bereits stark alkoholisiert. Ein trauriger Anblick. Ein Hilfeangebot lehnen sie ab.

Beide sprechen kaum Deutsch. Die Frau erklärt, sie komme aus Weißrussland, ihr Mann aus Aserbaidschan. Beide sind 40 Jahre alt. Sie habe vier Kinder. Alle seien in Heimen untergebracht, unter anderem in Köln und in Leverkusen. „Das macht mich fertig“, sagt sie. In ein Obdachlosenheim zu ziehen, komme für sie nicht infrage.

Auch die Polizei rückte am Dienstag an – nicht zum ersten Mal. Aggressiv wirkte das Pärchen in der Situation nicht.

Die Beamten ermahnten das Paar lediglich, die Türen geschlossen zu halten, um Unfälle zu vermeiden. Ein Fahrradweg verläuft direkt am Auto vorbei. Zudem ist die Straße stark befahren. Viel mehr machen kann die Polizei nicht.

Eine Polizeistreife erschien am Dienstag (11. August) erneut an dem Auto.

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Eine Polizeistreife erschien am Dienstag (11. August) erneut an dem Auto.

Obwohl der Wagen stark demoliert ist und keinen gültigen TÜV hat, steht das Fahrzeug nicht im Halteverbot und behindert niemanden.

Für den „ruhenden Verkehr“ ist das Ordnungsamt zuständig. Das Ordnungsamt sei laut Anwohner bereits mehrfach vor Ort gewesen.

Laut Stadt ist das Fahrzeug als Schrott-Kfz eingestuft und abgemeldet. Bereits vergangene Woche sollte es von einem Abschleppunternehmen gesichert werden – doch der Versuch schlug fehl. „Trotz Ankündigung weigerten sich die Personen gegenüber dem Abschleppunternehmen, das Fahrzeug zu verlassen, sodass es nicht abgeschleppt werden konnte“, erklärt ein Sprecher der Stadt den Vorgang auf EXPRESS.de-Nachfrage.

Das Ordnungsamt hat die beiden inzwischen erneut aufgesucht und ihnen eine Frist zum Verlassen des Fahrzeugs gesetzt. Nach Ablauf des Ultimatums soll ein zweiter Abschleppversuch erfolgen. Die Stadt sichert zu, dass das Pärchen vorher die Möglichkeit erhält, sein Hab und Gut aus dem Wagen zu räumen.

Streetworker versuchen zu helfen – aber niemanden kann man zwingen

Streetworker hätten laut Stadt bereits mehrfach versucht, Kontakt zu dem Pärchen aufzunehmen – und täten dies weiterhin, um Hilfs- und Unterstützungsangebote aufzuzeigen. Doch die Annahme sei freiwillig.

„Darüber hinaus sind die Möglichkeiten einer weitergehenden Intervention begrenzt, sofern die betroffenen Personen volljährig und geschäftsfähig sind und Unterstützungsangebote ablehnen“, so die Stadt. Zwangsmaßnahmen seien nur unter engen gesetzlichen Voraussetzungen möglich, die im Einzelfall geprüft werden müssten.

Blick in das vermüllte Auto an der Escher Straße

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Blick in das vermüllte Auto an der Escher Straße

Grundsätzlich sei es in Deutschland nicht verboten, eine Nacht im Auto zu schlafen – das sei sogar ausdrücklich erlaubt, etwa wenn man zu alkoholisiert ist, um sicher zu fahren, erklärt in diesem Zusammenhang der Kölner Rechtsanwalt Prof. Christian Solmecke gegenüber EXPRESS.de.

Wer sein Auto jedoch über mehrere Wochen hinweg als Ersatzwohnung nutze, verlasse diesen Rahmen. „Das dauerhafte Wohnen oder Campieren im öffentlichen Straßenraum ist keine normale Verkehrsteilnahme mehr, sondern eine Sondernutzung“, so Solmecke. Eine Sondernutzung, für die die Stadt Köln eine Genehmigung erteilen müsste – die sie für das Wohnen am Straßenrand aber nicht erteilt. „Die Dauer von vier Wochen ist hier ein ganz klares Indiz dafür, dass es nicht mehr um das Ausruhen für die Weiterfahrt geht.“

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