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Probemessung in 50er-ZoneTausende Autofahrer verschont – doch das ändert sich jetzt

Autos fahren auf der Straße, die in Köln durch den Herkulestunnel führt.

Copyright: Arton Krasniqi

Das Schild mit dem Tempolimit 50 km/h ist vor dem Herkulestunnel gut zu erkennen – doch kaum jemand hält sich daran. 

Aktualisiert:

Weil die Stadt Köln die Sanierung des Herkulestunnels hat schleifen lassen, wurde ein Tempolimit eingeführt. Doch kaum jemand hält sich dran. Das soll sich mit Blitzern ändern.

Tausende Autofahrer, die in Köln zu schnell unterwegs waren, wurden bislang verschont. Doch das ändert sich jetzt.

Im Herkulestunnel, der Verbindung aus der Stadt zur A57, gilt seit 13 Jahren eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometern pro Stunde. Damals wurde sie von 80 km/h heruntergesetzt, weil der Tunnel die Sicherheitsbestimmungen nicht ausreichend erfüllt. Beleuchtung, Entrauchung und Fluchtwege sind laut der Stadt Köln nicht auf dem neuesten Stand. 

Neue Blitzer in Köln werden am Herkulestunnel aufgebaut

Anstatt die Probleme auszubessern und den Tunnel zu sanieren, wurde das Tempolimit runtergeschraubt – nur hält sich daran kaum jemand. Diejenigen Autofahrer, welche vorschriftsmäßig fahren, erleben Nötigung und gefährliche Überholmanöver.

Die Analyse einer im Februar durchgeführten achttägigen Testkontrolle liest sich wie ein Horrorprotokoll. 76,9 Prozent von circa 250.000 erfassten Autos überschritten das Tempolimit. Im Schnitt waren die Fahrzeuge mit 84 km/h unterwegs.

Der absolute Negativ-Rekordhalter raste mit 206 Kilometern pro Stunde auf den Tunnel zu. Hätten die Messungen echte Konsequenzen zur Folge, müssten sage und schreibe 16.577 Personen ihren Führerschein abgeben. Da es sich nur um eine Testmessung handelte, wurden also tausende Autofahrer verschont – doch damit ist jetzt Schluss.

Die Stadt plant jetzt, stationäre Radaranlagen in beiden Richtungen aufzubauen. 

Aufgrund der enormen Risiken und eines tödlichen Raser-Vorfalls im vergangenen Jahr stimmte die Kölner Unfallkommission Ende April den Radarkontrollen zu. Dieses Expertengremium besteht aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Polizei, der Kölner Verkehrs-Betriebe, des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen sowie der Bezirksregierung Köln. Wo genau die Geräte aufgestellt werden, wird intern noch geklärt. Vermutlich werden sie außerhalb des Tunnels platziert und sollen Ende 2026 oder Anfang 2027 scharf geschaltet werden.

Herkulestunnel: Sanierung war schon längst geplant

Übrigens: Eine Instandsetzung des Tunnels war ursprünglich schon für 2015 geplant, verzögerte sich jedoch wiederholt. Als eine Ursache gilt die mehrjährige Verspätung bei der Erneuerung des Stadtautobahntunnels in Kalk. Aktuell wird ein möglicher Beginn der Bauarbeiten am Herkulestunnel für Ende 2028 in Aussicht gestellt, was jedoch ungewiss bleibt.

Für Roman Suthold vom ADAC Nordrhein sind die Radarkontrollen eine nachvollziehbare Konsequenz. „Eine Geschwindigkeitskontrolle am Herkulestunnel ist grundsätzlich gerechtfertigt“, äußert der Fachmann. Er nennt die Geschwindigkeitsmesser das „letzte Mittel der Wahl“, bemängelt jedoch zugleich die langjährige Passivität der Stadtverwaltung bezüglich der Sanierung. Die Tatsache, dass die Röhre nach 13 Jahren weiterhin unsaniert ist, fügt sich laut ihm in eine lange Liste von Problemen mit verfallender Infrastruktur in den Städten und Gemeinden ein. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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