Kölner Verein Mega-Zoff bei Kampf-Abstimmung: Chef in Quarantäne, da passiert Eklat

Robert Habeck (l.) mit Marc Erwin Kurtenbach vom Kölner Wirtschaftsclub.

Marc Erwin Kurtenbach (r.), hier 2019 mit Robert Habeck, ist nicht mehr Chef des Kölner Wirtschaftsclubs.

Der Kölner Wirtschaftsclub hat einen neuen Vorsitzenden: Ex-OB-Kandidat Roberto Campione löst Marc Erwin Kurtenbach nach 16 Jahren als Chef ab. Doch der war in Corona-Quarantäne.

Offiziell ist der Kölner Wirtschaftsclub einmal gegründet worden, um sich für Unternehmen und den Standort Köln einzusetzen. Dazu gehören Netzwerk-Veranstaltungen, die laut Satzung aber unpolitisch sein sollen. Ein Verein also, der ab und an im Schatten der Öffentlichkeit, aber für Firmen, unterwegs ist.

Umso mehr lässt die diesjährige Jahreshauptversammlung aufhorchen, denn dort ist der langjährige Präsident Marc Erwin Kurtenbach jetzt in einer Kampfabstimmung von den 23 anwesenden Mitgliedern abgewählt worden. Kurtenbach selbst konnte sich wohl aber nicht ins Zeug legen, weil er bei der Abstimmung in Quarantäne war.

Wirtschaftsclub Köln: Roberto Campione zum Chef gewählt

In Abwesenheit Kurtenbachs betrat ein Mitglied die Bühne und wurde als Wirtschaftsclub-Chef vorgeschlagen, den die Kölnerinnen und Kölner ausgerechnet aus dem letzten OB-Wahlkampf gegen Henriette Reker kennen: Roberto Campione, bislang Beisitzer,  wurde mit einem Verhältnis von 14 zu vier Stimmen völlig überraschend gewählt, drei Enthaltungen gab es.

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„Ich habe einfach die Hand gehoben, ohne zu wissen, wie es ausgeht“, sagt Campione im EXPRESS.de-Gespräch. Hinter den Kulissen habe es wohl gebrodelt, denn: „Sonst wäre ich ja nicht gewählt worden. Ich habe ein breites Kreuz, deshalb wäre es mir auch egal gewesen, wenn ich nur drei Stimmen bekommen hätte.“

Wirtschaftsclub Köln: Ex-Chef muss in Quarantäne Abwahl zusehen

Unpolitisch will der Ex-OB-Kandidat als Chef des Wirtschaftsclubs Köln übrigens bleiben. Aber eine kleine Kampfansage kann er sich nicht verkneifen. „Plötzlich müssen Menschen mit mir reden, die mich im gesamten Wahlkampf ignoriert haben.“

Für ihn ist wichtig: „Der Wirtschaftsclub muss aus der Nische raus und sich wieder stärker für die Wirtschaft in Köln engagieren. Wir bleiben unpolitisch, aber wir sollten eine Meinung haben.“ Beispielsweise in Sachen Verkehr in Köln, zufällig Campiones Steckenpferd im Wahlkampf, müsse es Lösungen für die Zukunft geben.

EXPRESS.de erreichte Ex-Chef Kurtenbach. „Ich bin doch sehr überrascht. Aber ich werde als ehemaliger Präsident auch weiterhin meine Kraft für den Kölner Mittelstand einsetzen.“

Campione, der Architekt und zukünftige Betreiber des Parkcafés im Rheingarten, auf die Frage, ob er 2025 bei der nächsten OB-Wahl wieder antreten wird: „Ich stehe bereit.“ Aber erst einmal will er jetzt die Programmatik des Wirtschaftsclubs erörtern. Das Amt des neuen Club-Vorsitzenden könnte ihm dabei natürlich helfen.

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