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Gefährliche SituationKölner Tunnel-Szene macht fassungslos

Samstagmittag, 15. August: Durch den Tunnel laufen Passanten.

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Samstagmittag, 15. August: Durch den Tunnel laufen Passanten.

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Einsturzgefahr am Rhein! Ein Kölner Tunnel war monatelang dicht, doch trotzdem hielten sich Menschen darin auf.

Der Gulliver-Tunnel am Rheinufer ist seit Monaten dicht, aber das schien niemanden zu kümmern. Trotz Einsturzgefahr spazierten Touristen und Obdachlose durch das baufällige Gemäuer. Eine brandgefährliche Situation.

Ein Bild, das fassungslos macht: Am 15. August schlendern Besucher ahnungslos durch den Gulliver-Tunnel am Frankenplatz. Ihnen war nicht klar, dass über ihnen Gestein herunterbrechen könnte. Der Pfad unter der Hohenzollernbrücke war zwar offiziell gesperrt, doch beiseitegeräumte Absperrungen wirkten eher wie eine Einladung. Warnhinweise? Fehlanzeige. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Seit Februar: Gulliver-Tunnel ist eine No-Go-Area

Die Ursache für die Blockade, die bereits seit Anfang Februar gilt: Das Bauwerk ist baufällig, es drohen Gesteinsbrocken herabzufallen. Für Autofahrende aus der Altstadt mit Ziel Norden ist das seit mehr als sechs Monaten eine massive Belastung. Ein Umweg von 1,3 Kilometern in die entgegengesetzte Richtung ist nötig, bevor eine Wendemöglichkeit kurz vor der Severinsbrücke kommt.

Bereits bei Prüfungen zwischen dem 2. und 13. Februar stellte die Stadt erhebliche Mängel am Gewölbe fest. Damals wurde in einer Bekanntmachung gewarnt, dass sich Teile der Verkleidung lösen könnten. Archivdokumente belegen, dass exakt dort 1955 eine Beschädigung durch eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ausgebessert wurde. Nun, beinahe 70 Jahre danach, sorgt die damalige Instandsetzung erneut für Ärger.

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Mehrere Obdachlose hatten hier ihr Lager aufgeschlagen. Inzwischen ist es geräumt.

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Da eindeutige Warnungen ausblieben, verselbstständigte sich die Situation in dem abgeriegelten Areal. Am 15. August herrschte dort pures Durcheinander: zerstörte Absperrgitter, Unrat und abgestellte Räder. Offenbar hatten sich mehrere obdachlose Menschen dort schon seit einiger Zeit häuslich niedergelassen – direkt im Gefahrenbereich.

Hinter Müll und defekten Absperrgittern stehen Fahrräder im Gulliver-Tunnel.

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Hinter Müll und defekten Absperrgittern stehen Fahrräder im Gulliver-Tunnel.

Die Verwaltung handelte erst am folgenden Montag: Das Camp wurde aufgelöst und neue Tafeln mit dem unmissverständlichen Hinweis „Durchgang verboten“ angebracht. Ein städtischer Sprecher unterstrich, die Barrieren seien „vollkommen ausreichend“ gewesen. Er gestand ein: „Jedoch wurde bei regelmäßig durchgeführten Kontrollen festgestellt, dass sich Personen widerrechtlich Zutritt in diesem Bereich verschafft hatten.“

Auch in der Kölner Politik sorgt die monatelange Blockade an diesem neuralgischen Punkt für hitzige Debatten, vor allem mit Blick auf das Verkehrschaos im Domumfeld. CDU/FDP/KSG verlangten unlängst eine zügige Freigabe der Röhre in nördlicher Richtung, zur Not mittels einer provisorischen Lösung wie einer Verkleidung. Die Stadtverwaltung wurde nun vom Hauptausschuss angewiesen, eine solche Wiedereröffnung zu untersuchen und schnellstmöglich einen Plan für die Sanierung zu präsentieren.

Am Montag standen die Absperrgitter wieder dicht an dicht vor der Unterführung. Im Auftrag der Stadt hängt ein Mann Schilder mit der Aufschrift „Durchgang verboten“ auf.

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Am Montag standen die Absperrgitter wieder dicht an dicht vor der Unterführung. Im Auftrag der Stadt hängt ein Mann Schilder mit der Aufschrift „Durchgang verboten“ auf.

Aber die Verwaltungsprozesse ziehen sich in die Länge. Anfang März war seitens der Stadt noch von andauernden Prüfungen die Rede, doch nun wurde bekannt: Die Beauftragung des maßgeblichen Gutachtens erfolgte erst am 30. März. Der Grund dafür seien notwendige „Vortermine“ gewesen. Am 10. August langte die Expertise endlich bei der Stadtverwaltung ein, wo sie seither ausgewertet wird.

Der Inhalt des Gutachtens bleibt vorerst unter Verschluss. Lediglich eine Zahl wurde schon publik gemacht, und die hat es in sich: Das beauftragte Ingenieurbüro erhält für seine Analyse eine Summe von 110.768 Euro. (red)

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