Dem Kölner Wahrzeichen Bastei droht der Abbruch. Wegen schwerer Schäden halten Behörden einen Rückbau für denkbar.
Was wird aus Kölner Wahrzeichen?Abbruch der Bastei steht im Raum – laut Stadt vertretbar

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Die Bastei am Konrad-Adenauer-Ufer direkt am Rheinufer.
Einem der berühmtesten Gebäude am Kölner Rheinufer droht das Aus. Die denkmalgeschützte Bastei ist so marode, dass ein Abbruch im Raum steht.
Von Kölns berühmtem Panorama-Bau am Rhein könnte bald nur noch der alte preußische Sockel übrig sein. Ein Schock für viele Kölnerinnen und Kölner.
Zukunft der Bastei: Endgültige Entscheidung noch nicht getroffen
Die Stadtverwaltung und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) erachten einen Abbruch der denkmalgeschützten Bastei tatsächlich für vertretbar.
Eine endgültige Entscheidung ist laut einer Sprecherin der Stadt Köln zwar noch nicht getroffen worden. Doch nach gemeinsamen Inspektionen der ehemaligen Eventlocation stützen sich beide Behörden auf ein Gutachten der Technischen Universität Braunschweig (TU) aus dem Jahr 2023.
Diese Expertise kommt zu einem alarmierenden Schluss und stellt fest, „dass erhebliche Verformungen, Schwächungen und Korrosionen an der baulichen Struktur oberhalb der Preußischen Bastion vorliegen, die einen Rückbau der Tragkonstruktion erforderlich machen“.
Die Genehmigung für den Abbruch sei „theoretisch möglich“, erklärt die Sprecherin, doch die Stadt werde sich erst nach Eingang eines Antrags damit befassen. Die Verwaltung plant, bis zum Jahresende die Politik über die Vorhaben eines privaten Geldgebers für die Bastei und dessen Betriebsidee zu unterrichten. Anschließend sollen die Gremien darüber debattieren.

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Diese Bilder aus dem Inneren stammen aus 2020.
Architekt hatte auch Oper und Schauspielhaus entworfen
Die Bastei ist kein x-beliebiges Gebäude, was die Stadt selbst in der Vergangenheit unterstrichen hat: „Besonders im Hinblick auf ihren Wert innerhalb der deutschen Architekturgeschichte der 1920er-Jahre und ihren das Stadtbild prägenden Charakter, der in der nationalen Öffentlichkeit eng mit der Stadt Köln verbunden ist, müssen die weitreichenden fachlichen Fragen über den Erhalt oder Teilerhalt dieses Denkmals diskutiert und entschieden werden.“
Der berühmte Architekt Wilhelm Riphahn errichtete das Bauwerk 1924 auf den Überresten eines alten preußischen Festungsturms und schuf darauf ein vom Expressionismus inspiriertes Meisterwerk. Riphahn ist in Köln kein Unbekannter, denn von ihm stammen auch die Entwürfe für Oper und Schauspielhaus, deren Eröffnung für September dieses Jahres geplant ist.

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Das Bild ist ebenfalls von 2020.
Bis zur endgültigen Schließung 2019 diente die Bastei als exklusive Eventlocation mit etwa 300 Quadratmetern Fläche für maximal 200 Gäste. Der Eintrag in der Denkmalliste für das städtische Gebäude nahe dem Ebertplatz lautet: „Panoramarestaurant auf Stadtbefestigungsresten“. Seit 2022 sind sogar Stützmaßnahmen durch die Stadt erforderlich.
Im Jahr 1958 wurde die im Krieg beschädigte Bastei wiedererrichtet und das Lokal von Hans Herbert Blatzheim eröffnet. Ab den späten 1990er-Jahren waren dort wegen Problemen mit Brandschutz und Rettungswegen nur noch geschlossene Gesellschaften zugelassen.
In diesem Fall konsultiert die Stadt als sogenannte Untere Denkmalbehörde die übergeordnete Obere Denkmalbehörde, den LVR. Eine Sprecherin des LVR äußerte sich unmissverständlich: „Es gibt keinen Zweifel, dass der Rückbau technisch notwendig ist.“ Insbesondere die nach außen gerichteten Streben würden Schwierigkeiten bereiten.
In der Expertise hieß es, dass „ein vollständiger Rückbau und eine Neuerstellung der Stahlbaukonstruktion oberhalb des preußischen Unterbaus die wirtschaftlichere und vor allem sicher kalkulierbare Lösung für die Instandsetzung der Konstruktion“ darstellt.

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So sieht es derzeit an der Bastei aus.
Seit Beginn des Jahres 2025 untersucht die Iskam Grundstücksgesellschaft von Heribert Landskron-Reissdorf, welche Zukunft die Bastei haben könnte. Der Investor kennt sich mit historischen Gebäuden aus: Er plant ebenfalls die Sanierung und Erweiterung des Schlosshotels Lerbach in Bergisch Gladbach.
Eines seiner weiteren Projekte ist das Belgische Haus im Kölner Zentrum. Dort ist zurzeit vorübergehend das Römisch-Germanische Museum untergebracht.

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Die Bastei während eines Hochwassers 1926
Der verantwortliche Stadtratsausschuss hat kürzlich vor der Sommerpause die exklusive Prüfungsphase, die sogenannte Anhandgabe, um sechs Monate bis zum Jahresende ausgedehnt. Die Stadtverwaltung vermutet, dass dies die letzte Verlängerung sein wird. Iskam hat in diesem Zeitraum alleinigen Zugriff auf das Bauwerk, und die Stadt führt keine Gespräche mit anderen potenziellen Investoren. Diese Regelung besteht seit Anfang 2025.
Früher schätzte die Verwaltung die Sanierungskosten auf 20 Millionen Euro, exklusive „unkalkulierbare Risikozuschläge“. Die Höhe der Ausgaben für einen Abbruch mit anschließendem Neubau ist momentan nicht bekannt. Geplant ist, dass Iskam die Bastei mittels eines langfristigen Erbbauvertrags übernimmt.
Erst Antrag, dann Entscheidung
Gerrit Krupp (SPD), der dem zuständigen Betriebsausschuss Veranstaltungszentrum Köln vorsitzt, erklärt: „Die Bastei ist ein tolles Wahrzeichen für das Kölner Rheinufer. Es ist die Mühe der Beteiligten wert, dieses Wahrzeichen zu erhalten, in welcher Form auch immer. Dass die Stadtverwaltung hier angesichts der knappen Finanzlage neue Wege bestreitet, ist zu begrüßen.“
Die Zukunft der Bastei hängt laut Verwaltung vom Resultat der Prüfungsphase ab sowie von der Entscheidung der Kölner Politik. Auf Anfrage bestätigte die Stadt, es liege „keine denkmalrechtliche Erlaubnis vor, da es keinen Antrag gibt“.

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Das Kölner Panorama-Restaurant Bastei nach der Fertigstellung 1924
Würde ein eventueller Neubau ebenfalls unter Denkmalschutz stehen? Dazu teilte die Stadt mit: „Für eine fachliche Beurteilung eines möglichen Wiederaufbaus liegen noch keine konkreten Planungen vor.“ Die Sprecherin des LVR ergänzte: „Wir sprechen uns üblicherweise nicht für eine Rekonstruktion aus, aber in Fällen wie der Bastei ist es auch eine Wertschätzung.“
Der verantwortliche Stadtkonservator Thomas Werner äußerte sich 2023 gegenüber dieser Zeitung: „Ist es legitim, dort eine Rekonstruktion zu machen? Und wenn, wie weit baut man das Gebäude zurück? Der preußische Stumpf muss auf jeden Fall erhalten bleiben, und somit ist das Denkmal nicht komplett untergegangen, sondern nur die Riphahn’sche Zeit. Es wird zu diskutieren sein, was dort möglich ist. Das hängt auch davon ab, wer dort mal eine Gastronomie betreibt.“

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Ansichtskarte des Bastei-Restaurants aus den 1960er-Jahren.
Landskron-Reissdorf beabsichtigt, mit Architekten Entwürfe für einen Wiederaufbau vorzulegen. Er betonte jedoch: „Auch darüber, wie ein möglicher Wiederaufbau erfolgen kann, müssen die Gremien der Stadt entscheiden, möglicherweise auf Basis eines Wettbewerbes. Das Thema ist viel zu sensibel und das Gebäude zu prägend für das Stadtbild, als dass eine Entscheidung hierzu von ‚privater‘ Seite kommen könnte.“
Wie bereits bekannt, stellten die Gastronomen Rudolf von Borries und Michael Stern schon 2018 ein Konzept vor, für das es bereits einen Architekten-Entwurf gab. Ihr Plan beinhaltete eine Erweiterung des Balkons, um die Sitzplatzkapazität und somit den Umsatz zu steigern. Eine zusätzliche Außenterrasse war ebenfalls vorgesehen. Stadtkonservator Werner erteilte dem jedoch eine Absage.

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Diese Pläne präsentierten die Gastronomen Rudolf von Borries und Michael Stern 2018. Der Denkmalschutz lehnte ab.
Gestützt auf die neue Expertise erachten Stadt und LVR nun den Abbruch der Bastei oberhalb des Festungssockels als denkbar – eine weitaus drastischere Maßnahme als die Vergrößerung eines Balkons. Von Borries, der auch die Wolkenburg als Eventlocation führt, kommentiert heute: „Das ist eine vertane Chance.“ Seine damaligen Prüfungen hätten gezeigt, dass eine Instandsetzung inklusive Ausbau machbar gewesen wäre.
Auf die Frage, ob die Genehmigung der weniger einschneidenden Maßnahmen nicht sinnvoller gewesen wäre, entgegnet die Verwaltung: „Die Pläne von 2018 waren aus unterschiedlichen Gründen nicht genehmigungsfähig. Davon abgesehen lagen zu diesem Zeitpunkt die Untersuchungsergebnisse der TU Braunschweig zur Sanierungsfähigkeit der Tragkonstruktion noch nicht vor.“ (red)
