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Nach SanierungGedenktafel an der Kölner Oper verschwunden

Die Kölner Oper

Copyright: Ayhan Demirci

Die Nordfassade der Oper an der Glockengasse: Die Gedenktafel wurde entfernt.

Die Kölner Oper vor der Wiedereröffnung – im September ist der große Tag (Eröffnungsfest am 19. und 20.9.). EXPRESS.de-Leser Benzion Wieber aus Köln-Longerich macht derweil auf ein Detail aufmerksam.

Wo ist die Tafel von der Kölner Oper? Nach der Sanierung ist die 1966 an der Nordseite der Oper angebrachte Gedenktafel zur Erinnerung an die Synagoge, die sich an der Glockengasse befand, verschwunden.

Die zwischen 1857 und 1861 nach Plänen des Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner erbaute Synagoge wurde in der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 zerstört. Daran erinnert die Gedenktafel – doch wo ist sie jetzt? Zu sehen ist sie nicht. Kehrt sie zurück?

Neue Pläne für die Gedenktafel

Eine Stadtsprecherin teilte auf Anfrage unserer Redaktion mit, dass die Gedenktafel im Zuge der Sanierung eingelagert worden war – und es nun neue Pläne gebe: „Die Gedenktafel wird, nachdem die Arbeiten dort beendet sind, einen neuen Standort auf dem Offenbachplatz bekommen.“

Die Planung sei in Zusammenarbeit mit der Synagogen-Gemeinde Köln und dem Zentralrat der Juden erfolgt. „Geplant ist, dass die Gedenktafel auf einem Sockel erhöht auf dem Platz steht, in Erinnerung an die Synagoge in Richtung Glockengasse ausgerichtet.“ Die Stele soll am ehemaligen Standort der Synagoge stehen.

Die Kölner Oper

Copyright: privat

Die rechteckige Gedenktafel, hier als dunkle Platte im Schatten zu erkennen, erinnert an die Synagoge an der Glockengasse.

Die Synagoge an der Glockengasse war das erste moderne jüdische Gotteshaus im maurischen Stil. Die Gesamtkosten des Baus wurden durch den Bankier und Mäzen Abraham Freiherr von Oppenheim getragen.

Die bronzene Gedenktafel wurde von dem Kölner Bildhauer und Maler Jürgen Hans Grümmer (1935 – 2008) entworfen. Sie wurde ca. 1966 an der Nordostecke des Opernhauses angebracht. Von Grümmer stammt auch der Opernbrunnen auf dem Offenbachplatz.

Der Text auf der Gedenktafel für die Synagoge lautet: „An dieser Stelle stand die 1857-61 nach Entwürfen von Dombaumeister E. Zwirner erbaute Synagoge. Ein Geschenk von A. Oppenheim. Zerstört am 9. Nov. 1938“.

Gedenktafel für die Kölner Synagoge an der Glockengasse

Copyright: Willy Horsch, Wikimedia Commons

Auf der Gedenktafel ist der Standort der Synagoge (oberer Rand) dargestellt.

Die Arbeiten für die Konstruktion wurden nach Auskunft der Stadtsprecherin an eine externe Firma vergeben, die auch für die neuen Betonringsitzmöbel zuständig ist, die das künftige Bild auf dem Offenbachplatz prägen werden. Die Einweihung der Gedenktafel solle nach jetzigem Stand der Planung noch in diesem Jahr stattfinden. Ein konkreter Termin sei aber noch in Abstimmung.

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